Anklamer Stadtbruch

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Stadtvertreter stimmen für Land-Verkauf

Ein Großteil der Flächen, die der NABU erwerben möchte, liegen im Anklamer Stadtbruch.
Ein Großteil der Flächen, die der NABU erwerben möchte, liegen im Anklamer Stadtbruch.
Sophia Brandt

Nach einem zähen Ringen stimmte die Mehrheit der Anklamer Stadtvertreter für den Verkauf von rund 1400 Hektar Land, vorwiegend im Anklamer Stadtbruch, an den NABU.

Am Ende war es eine klare Entscheidung. Bei der von der CDU beantragten namentlichen Abstimmung stimmten am Donnerstag 15 Stadtvertreter für den Verkauf des Anklamer Stadtbruchs, von angrenzendem Grünland und Teilen der Insel Schadefähre für rund 3,5 Millionen Euro an die Stiftung des Naturschutzbundes Deutschland (NABU).

Die Vorsitzende der Linksfraktion in der Stadtvertretung, Monika Zeretzke, enthielt sich, wie bereits zuvor von ihr angekündigt. Sie könne sich nicht dazu durchringen, Land, das Anklam von den Vorfahren bekommen habe, zu veräußern – auch wenn ihre Fraktion durchaus die positiven Aspekte des Verkaufs in den Vordergrund stelle, so die Begründung.

Zumindest mit dieser Aussage war Monika Zeretzke nah bei der CDU. Schon im Vorfeld hatten die Christdemokraten mit der Entscheidung gerungen, „Heimat“ zu verkaufen. Insgesamt stimmten am Donnerstag fünf Stadtvertreter, darunter die beiden NPD-Männer und ein Großteil der CDU-Fraktion, gegen den Verkauf.

Für neue Investitionen oder doch zur Schuldentilgung?

Es gehe mit dem Stadtbruch um ein Gebiet, dass die Ahnen den Anklamern bereits im Jahr 1395 in die Hände gelegt hätten, argumentierte Finanzausschussvorsitzender Bernd Wieczorkowski (CDU). Er äußerte vor allem Bedenken, ob Anklam das Geld wirklich für neue Investitionen ausgeben kann und es nicht zur Schuldentilgung genutzt werden müsse. So lese er zumindest ein Schreiben aus dem Innenministerium, das den Stadtvertretern erst am Mittwoch zugegangen war.

Bürgermeister Michael Galander (IfA) sah dies anders und verwies seinerseits auf die Antwort der unteren Rechtsaufsichtsbehörde des Landkreises, die primär für Anklam zuständig sei und aus Galanders Sicht Investitionen „erlaubt“ hat. Die Stellungnahme war am Dienstag im Rathaus eingetroffen.

In dieser Gemengelage pochte CDU-Fraktionschef Steffen Göritz zumindest auf eine Zurückweisung des Themas in den Finanzausschuss, um offene Fragen klären zu können. Allerdings ohne Erfolg. Das lag wohl auch daran, dass der NABU bis Ende August eine klare Entscheidung von Anklam braucht, um Fördermittel für den Verkauf beim Land beantragen zu können. „Wir hatten jetzt zwei Jahre Zeit, darüber nachzudenken. Ich fühle mich, als wenn wir jetzt in eine Endlos-Schleife geraten“, argumentierte FDP-Frau Sigrun Reese für eine Abstimmung, wie sie dann auch erfolgte – allerdings mit einem Zusatz, den die SPD auch schon im Finanzausschuss beantragte. Die Stadtvertreter wollen den Verkaufserlös ausschließlich für Investitionen verwenden.