Randale

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Disco-Betreiber nimmt Kritik an Polizei zurück

Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke gab zu, dass die Stadt ein Problem mit einer bestimmten Gruppe von Geflüchteten hat, die gewalttätig sind.
Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke gab zu, dass die Stadt ein Problem mit einer bestimmten Gruppe von Geflüchteten hat, die gewalttätig sind.
Patrick Pleul

Die Polizei brauchte angeblich zu lange, um zu einer Schlägerei zwischen Flüchtlinge und Deutschen vor einem Club zu gelangen. Doch jetzt rudert der Betreiber zurück.

Nach einem gewaltsamen Angriff auf eine Disco in Frankfurt (Oder) am Samstagabend geriet die Polizei heftig in die Kritik. Der AfD-Bundestagsabgeordnete René Springer sprach am Mittwoch in einer Pressemitteilung von einer kaputtgesparten Polizei, „die erwiesenermaßen nicht mehr in der Lage ist, die Sicherheit der Bürger zu garantieren”.

Zuvor hatten bereits Politiker von Linke, CDU und FDP in der „Märkischen Oderzeitung” die schlechte Erreichbarkeit der Polizei in der Tatnacht bemängelt.

Zeitgefühl hat sich offenbar völlig verschoben

Grund für die Kritik waren Äußerungen von Club-Betreiber Dirk Schöbe. Er hatte erklärt, dass er in der Nacht zum Sonntag bei seinen Notrufen bei der Polizei eine Viertelstunde lang in einer Warteschleife gehangen hatte. Der erste Streifenwagen sei erst nach einer halben Stunde erschienen. Diese Vorwürfe hat er nun zurückgenommen.

„Ich muss mich für diese Vorwürfe bei der Polizei entschuldigen”, sagte Schöbe am Mittwoch. „Unser Zeitgefühl hat sich offenbar in dieser Stresssituation völlig verschoben.”

Fünf Mal den Notruf gewählt und aufgelegt

Zwei 20 und 22 Jahre alte Flüchtlinge aus Syrien waren nach Angaben der Polizei in der Nacht zum Sonntag mit einem deutschen Clubgast in Streit geraten. Als sich die Auseinandersetzung vor dem Club fortsetzte, seien weitere Flüchtlinge hinzu gekommen und hätten mit Stangen auf Fenster und Türen des Clubs eingeschlagen, berichtete die Polizei. Verletzt wurde niemand.

Inzwischen steht fest: Schöbe hatte innerhalb von knapp fünf Minuten sechs Mal den Notruf gewählt, sagte Stefanie Klaus, Sprecherin des Polizeipräsidiums. Die Anrufe seien jeweils innerhalb von maximal 16 Sekunden angenommen worden.

Dies habe der Betreiber aber offenbar in der Notsituation nicht mitbekommen und immer wieder aufgelegt. „Nach 4 Minuten und 35 Sekunden konnte der sechste Anruf aufgenommen werden”, sagte Klaus. Der erste Streifenwagen war demnach nach neun Minuten am Club. Daraufhin flüchteten die Angreifer.

Ein Tatverdächtiger sitzt im Gefängnis

Die beiden Tatverdächtigen konnten am Sonntag festgenommen werden, nachdem sie den deutschen Clubgast in der Innenstadt erneut mit einem Messer bedroht haben sollen. Da gegen einen der beiden bereits ein Haftbefehl wegen Körperverletzung vorlag, wurde dieser in ein Gefängnis gebracht. Der zweite Tatverdächtige ist derzeit auf freiem Fuß.

Indes hat Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke davor gewarnt, in Zusammenhang mit ausländerfeindlichen Vorfällen von einem grundsätzlichen Problem zu sprechen. In der Stadt würden etwa 1500 Geflüchtete leben, sagte Wilke im rbb.

„Und wir reden hier über 10 zehn bis 15 Personen, die mehrfach auffällig geworden sind. Das ist ein sehr geringer Anteil, wenn man die Gesamtzahl betrachtet.”