Nick Mason

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Pink-Floyd-Drummer mit neuer Band in Rostock

Am Dienstag startet Nick Mason, Drummer von Pink Floyd, mit seiner neuen Supergroup Nick Mason’s Saucerful Of Secrets seine Deutschlandtour im Moya in Rostock.
Am Dienstag startet Nick Mason, Drummer von Pink Floyd, mit seiner neuen Supergroup Nick Mason’s Saucerful Of Secrets seine Deutschlandtour im Moya in Rostock.
MAWI Concert Konzertagentur GmbH

Unter dem Namen Nick Mason's Saucerful Of Secrets startet der Schlagzeuger von Pink Floyd in Rostock seine Deutschlandtour und präsentiert viel Material aus den Anfangsjahren der Band.

Am Dienstag startet Nick Mason, Drummer von Pink Floyd, mit seiner neuen Supergroup Nick Mason’s Saucerful Of Secrets seine Deutschlandtour im Moya in Rostock. Dabei lohnt es sich, die Setlist genauer unter die Lupe zu nehmen, denn es sind einige Songs dabei, die von Pink Floyd sehr selten live gespielt oder gänzlich verschmäht wurden. Darunter Schizzoschocker wie „Set The Control For The Heart Of The Sun” oder das vom Folkrock inspirierte „Fearless”, das es nie ins Liveprogramm der Band geschafft hat.

Wer also gediegene Alt-Herren-Rockballaden erwartet, wird enttäuscht sein. Mason präsentiert Musik aus der experimentierfreudigsten Phase der Band, wie sie Ende der 1960er Jahre im Londoner Undergroundclub UFO exzessiv gefeiert wurde – rau, ungeschliffen und für den damaligen Rhythm 'n' Blues-Zeitgeist verstörend neuartig. Sicher eine musikalische Grenzerfahrung für jeden Nichteingeweihten.

Zu seinem Ensemble gehören Spandau Ballet Gitarrist, Gary Kemp, Gitarrist Lee Harris von den Blockheads, der Komponisten Dom Beken an den Keyboards und Bassist Guy Pratt, der bei Pink Floyd Roger Waters ersetzte und in Masons neuer Band neben seinem Instrument die meisten Gesangsparts übernimmt.

Moya verspricht intime Atmosphäre

Dabei ist Mason dem Publikum so nahe, wie seit über 40 Jahren nicht mehr. Keine durch Bombast und überdimensionierte Lasershow dem Publikum entrückte Stadion-Performance, sondern fünf Stars auf kleiner Bühne, denen man ihre Spielfreude anmerkt. Das Moya verspricht eine sehr intime Atmosphäre.

Nick Mason galt nie als großer Virtuose auf seinem Instrument. Sein unkonventioneller, intuitiver Drum-Style passte aber perfekt in das musikalische Konzept von Pink Floyd. Essenziell für sein Schlagzeugspiel waren gar nicht die Beats, sondern die Pausen dazwischen, seine vornehme Zurückhaltung, um den atmosphärischen Sound von Pink Floyd nicht zu überladen.

„Einen guten Drummer macht aus, dass er vor allem weiß, wann er nicht spielt”, lautet eines der zahlreichen Statements Masons zu seinem Schlagzeugspiel. Pink Floyd galten nie als große Rhythmuskapelle, sondern eher als Soundarchitekten. Das rhythmische Fundament für ihre Klanggebäude lieferte Nick Masons sparsames Schlagzeugspiel mit oft ausschließlich auf den Becken ausgeführten Rhythmusfiguren.

Buh-Rufe in den Anfangsjahren

Rückblickend äußerte Mason, dass Pink Floyd in jenen Anfangsjahren zwar in der Londoner Underground-Szene gefeiert wurden, außerhalb der Metropole aber regelmäßig ausgebuht wurden, und wenn es ganz schlecht lief, flogen auch mal Eier und Flaschen. Das wird am 04. September in Rostock sicher nicht passieren, auch wenn viele Besucher mit den ersten beiden Alben „The Piper At The Gates Of Dawn” und „A Saucerful Of Secrets” weniger vertraut sind als mit den Klassikern der 1970er Jahre.

Das Debüt-Album von 1967, „The Piper At The Gates Of Dawn”, stammt fast vollständig aus der Feder von Syd Barrett und gilt als Fanal des Psychedelic Rock und als Blaupause für viele aktuelle Bands des Genres wie Tame Impala oder The Flaming Lips. Das Instrumental „Interstellar Overdrive” galt mit fast zehn Minuten Spieldauer als erster Ausflug in spacige Sphären. Live änderte sich das Arrangement des Stücks bei jeder Aufführung und zeigte das Improvisationstalent der Band, was David Gilmour augenzwinkert gern als „Rumnudeln“ bezeichnet.

Auch Mason Schlagzeugspiel war in dieser Phase wesentlich wilder und roher als in den Jahren danach. Letztmalig wurde „Interstellar Overdrive” 1970 in Montreux mit einer Länge von 15:34 Minuten von Pink Floyd gespielt! Man darf gespannt sein, was die Gitarristen Gary Kemp und Lee Harris aus Barretts Space-Vorlage machen.