NS-Bau

:

Bald soll über Verkauf von Prora-Block abstimmt werden

Für den Verkauf von Block 5 des NS-Baus Prora auf der Insel Rügen hat der Sonderausschuss des Kreises Vorpommern-Rügen weitere Weichen gestellt.
Für den Verkauf von Block 5 des NS-Baus Prora auf der Insel Rügen hat der Sonderausschuss des Kreises Vorpommern-Rügen weitere Weichen gestellt.
Stefan Sauer

Lange dauert es nicht mehr, bis der Kreistag über den Verkauf von Block 5 Proras auf der Insel Rügen entscheidet. Weitere Weichen wurden gestellt.

Für den Verkauf von Block 5 des NS-Baus Prora auf der Insel Rügen hat der Sonderausschuss des Kreises Vorpommern-Rügen weitere Weichen gestellt. Demnach soll der Verkauf des für den Bau von Wohnungen gedachten Gebäudeteils von dem Gebäudeteil entkoppelt werden, in dem später ein Bildungszentrum entstehen soll. Am 1. Oktober soll der Kreistag über die Entkopplung abstimmen. Auch über den Verkauf an den Bieter soll dann entschieden werden, wie Landrat Ralf Drescher (CDU) sagte.

Den Namen des Interessenten oder die Höhe des Angebots nannte Drescher nicht. In einem weiteren Beschluss soll nach Empfehlung des Sonderausschusses zudem die Übertragung von Grundstücken auf die Gemeinde Binz geregelt werden.

Entscheidung über Träger des Zentrums noch nicht getroffen

Ursprünglich sollte der für den Wohnungsbau vorgesehene Gebäudeteil des 450 Meter langen Blockes nur zusammen mit dem für das Bildungszentrum gedachten Gebäudeteil verkauft werden. Da die endgültige Entscheidung über den Träger des Zentrums sowie über den Betreiber noch nicht getroffen sei, entkoppele man nun beide Verfahren.

Drescher sieht den Aufbau einer Bildungseinrichtung zur Geschichte Proras auf einem guten Weg. Der Bund hatte bereits 3,4 Millionen Euro dafür zugesagt. Das Land habe signalisiert, sich in gleicher Höhe zu beteiligen und zusätzliche Mittel für die Infrastruktur bereitzustellen. Der Block 5, der einst von den Nationalsozialisten als „Seebad der 20.000” geplanten Anlage ist der letzte der erhaltenen fünf Blöcke, der noch in kommunaler Hand ist.

Während in den anderen Blöcken bereits Hotels und Ferienwohnungen entstanden, wartet der Großteil des Blockes 5 auf eine Sanierung. Dem Kreis fehlte das Geld dafür. Lediglich der Nordteil des Blockes wurde mit Mitteln von Bund, Land und EU saniert. Dort betreibt das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) seit 2011 eine Jugendherberge.