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„Mutter aller Probleme”

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Philipp Amthor verteidigt Seehofers Migrationsaussagen

Selbstverständlich habe Bundesinnenminister Horst Seehofer Recht, wenn er feststelle, dass viele Menschen ihre Sorgen um soziale Sicherheit oder um die Funktionsfähigkeit unseres Staates mit der Migrationsfrage verbinden, so Philipp Amthor.
Selbstverständlich habe Bundesinnenminister Horst Seehofer Recht, wenn er feststelle, dass viele Menschen ihre Sorgen um soziale Sicherheit oder um die Funktionsfähigkeit unseres Staates mit der Migrationsfrage verbinden, so Philipp Amthor.
Bernd Wüstneck

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat für seine Aussagen zur Migration harsche Kritik geerntet. Der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor aus MV springt ihm nun bei.

Der aus Mecklenburg-Vorpommern stammende CDU-Innenpolitiker Philipp Amthor sieht hinter der Kritik an den jüngsten Aussagen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) „scheinheilige und peinliche Empörungsrhetorik”. „Die Wortmeldungen belegen eindrucksvoll, wie weit sich manche linke Funktionäre aus der Lebensrealität normaler Menschen entfernt haben”, sagte der Bundestagsabgeordnete der „Passauer Neuen Presse” (Freitag).

Selbstverständlich habe Seehofer Recht, wenn er feststelle, dass viele Menschen ihre Sorgen um soziale Sicherheit oder um die Funktionsfähigkeit unseres Staates mit der Migrationsfrage verbinden. „Unsere Antwort darauf muss die bessere Steuerung und Begrenzung der Migration sein. Wer das verleugnet, braucht sich keine Hoffnung machen, enttäuschte Wähler zurückzugewinnen.”

Angesprochen auf die schlechten Umfragewerte der Union hatte der Innenminister der „Rheinischen Post” gesagt: „Wir haben erstmals eine Partei rechts der Union, die sich mittelfristig etablieren könnte, ein gespaltenes Land und einen mangelnden Rückhalt der Volksparteien in der Gesellschaft.” Dies habe zwar „nicht nur” mit der Migrationspolitik zu tun.

„Aber die Migrationsfrage ist die Mutter aller politischen Probleme in diesem Land. Das sage ich seit drei Jahren.” Vertreter der SPD und der Opposition kritisierten Seehofer dafür teils scharf. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) meinte im RTL/ntv-Sommerinterview: „Ich sag' das anders.” Sie fügte an: „Ich sage, die Migrationsfrage stellt uns vor Herausforderungen. Und dabei gibt es auch Probleme.” Es gebe aber auch Erfolge.

Kommentare (1)

Bislang hielt ich Amthor für einen zwar skurrilen und publicitygeilen (allein die Sommer-Homestories im NK!), aber doch wertebewußten Menschen. Spätestens mit seiner letzten Aussage hat er sich aber als Karrierist, Radfahrer (nach unten treten, nach oben buckeln) und Populist entpuppt. Die wirklich wichtigen Themen wie Rentensicherung (inklusive Generationengerechtigkeit), lebenslange Bildung von Kita über Schule bis zu Erwachsenenbildung, Modernisierung unserer Wirtschaft, nachhaltige Antworten auf Klimawandel und Extremwetterlagen, Frieden (!), soziale Gerechtigkeit und kein weiteres Aufklaffen der Schere zwischen Arm und Reich hat Amthor bisher noch nicht mal angesprochen, geschweige denn sich damit auseinandergesetzt. Für wie dumm halten Seehofer und Amthor eigentlich die Bevölkerung, wenn sie eine komplexe Welt auf genau einen Faktor reduzieren wollen? Wie armselig muss man sein, wenn man erst Probleme verursacht (durch Rüstungsexporte in die Brennpunkte der Welt, durch den Export von subventionierten Lebensmitteln nach Afrika und die Schwächung der dortigen Landwirtschaft) und dann auf Schwächsten einprügelt, die den Problemen entfliehen wollen? Amthor ist ein geistiger Brandstifter und nicht besser als die Höckes dieser Welt.