Unsere Themenseiten

Einigung in Userin

:

Steg-Streit per Vertrag beendet

Der Steg im Useriner See darf bleiben, das Schilf darf gestutzt werden. Darauf haben sich die Useriner mit der Nationalparkverwaltung verständigt. Foto: Archiv/Félice Gritti
Der Steg im Useriner See darf bleiben, das Schilf darf gestutzt werden. Darauf haben sich die Useriner mit der Nationalparkverwaltung verständigt. Foto: Archiv/Félice Gritti

Der Bootsanleger am Useriner See darf bleiben, Schilf darf in Maßen gestutzt und die Wasserqualität soll untersucht werden. In Userin herrscht Feierlaune.

Der Streit um den Useriner See und den dortigen Steg zwischen der Müritz-Nationalpark-Verwaltung und den Userinern ist beigelegt. Am Montagabend unterschrieben beide Seiten in Userin eine Vereinbarung über die Nutzung und Bewirtschaftung der Uferzone des Useriner Sees im Bereich der Ortslagen Userin und Useriner Mühle. Bürgermeister Axel Malonek gab zur Feier des Tages eine Runde Bier aus.

In der Nutzungsvereinbarung zwischen der Gemeinde Userin und dem Nationalparkamt steht unter anderem, dass der Bootsanlege- und Aussichtssteg unterhalb des ehemaligen Kinderferienlagers der zentrale Bootsanlegeplatz ist. Gemeinde und Amt verpflichten sich, dafür zu sorgen, dass keine Boote an anderen Stellen abgestellt werden. Eine Ausnahme bildet der Steg von Gerlinde Santamaria-Diaz. Außerdem wurde vereinbart, dass der Bootsliegeplatz in seiner jetzigen Breite erhalten bleibt. Schilf, das in den Liegeplätzen und an der Bootseinsatzstelle wächst, darf beseitigt werden.

Die beiden Badestellen in Userin und Useriner Mühle dürfen ebenfalls bleiben. Auch hier darf Schilf entfernt werden. Die Gemeinde verpflichtet sich, die Badestellen samt Stegen und Rutsche zu unterhalten, Abfallbehälter aufzustellen und zu entsorgen, herumliegenden Müll zu entfernen und bei Bedarf eine mobile Toilette aufzustellen. Das Nationalparkamt verpflichtet sich, die Badestellen zu kontrollieren und ebenfalls für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen.

Motorboote sind verboten

Grundsätzlich verständigten sich Gemeinde und Amt darauf, dass Erholungs- und Schutzansprüche an den See in einem ausgewogenen Verhältnis stehen sollen. Motorboote bleiben verboten, muskel- und windgetriebene Fahrzeuge erlaubt, wobei nicht mehr als 25 Segler gleichzeitig auf dem See sein dürfen. Die Nordbucht ist für alle Wasserfahrzeuge gesperrt, die Schilf- und Röhrichtzonen mit einem Schutzabstand von 20 Metern ebenfalls, wobei der Abstand beim Angeln vom Boot aus „angemessen und rücksichtsvoll” unterschritten werden darf. Das Tauchen mit Atemgeräten ist im gesamten See verboten. Bauliche Anlagen am Ufer des Sees sind ausgeschlossen, bereits vorhandene dürfen aber bleiben.

Auch um die Wasserqualität geht es in der Vereinbarung. Sobald dem Nationalparkamt die nötigen Haushaltsmittel zur Verfügung stehen, soll untersucht werden, warum die Sichttiefe seit 1985 deutlich zurückgegangen ist. Seit 2006 laufen zwischen Nationalpark und Gemeinde Diskussionen um den Umgang mit dem Useriner See.

Kommentare (1)

Herr Lorenz Caffier (CDU) baute doch sein Ferienhaus auch in den Schilfgürtel des Nepperminer Sees (NK vom 04.09.2018).