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Astro-Alex warnt: Mit "Florence" ist ein Albtraum im Anmarsch

So groß, dass selbst von der ISS aus ein Super-Weitwinkel-Objektiv notwendig war: Hurrikan „Florence”.
So groß, dass selbst von der ISS aus ein Super-Weitwinkel-Objektiv notwendig war: Hurrikan „Florence”.

Hurrikan „Florence” steuert auf die USA zu. Alexander Gerst gelangen von der ISS aus beeindruckende Fotos von dem Sturm. Er warnt die Amerikaner mit deutlichen Worten.

Der Südosten der USA bereitet sich auf einen besonders starken Hurrikan vor. Am Mittwochmorgen (Ortszeit) bewegte sich „Florence” mit etwa 27 Kilometern pro Stunde weiter auf die Küste der Bundesstaaten North und South Carolina zu. Der Wirbelsturm der Kategorie 4 soll voraussichtlich am frühen Freitagmorgen auf Land treffen, wie das nationale Hurrikanzentrum NHC mitteilte. Experten verzeichneten Windgeschwindigkeiten von bis zu 210 Kilometern pro Stunde.

Astronaut Alexander Gerst, der zur Zeit auf der ISS ist, postete mehrere Fotos des Hurrikan auf Facebook. Diese seien aufgrund seiner Größe nur mit einem Super-Weitwinkel-Objektiv gelungen, schreibt er und weiter: „Bereitet euch an der Ostküste vor, da kommt ein ernsthafter Albtraum auf euch zu.”

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US-Präsident Donald Trump hat die Menschen an der Südostküste der USA aufgerufen, sich vor dem Hurrikan „Florence” in Sicherheit zu bringen. Der Sturm komme schnell näher und werde bald auf die Küste treffen, sagte Trump in einem Video, das er am Mittwoch auf Twitter veröffentlichte.

In einem anderen Tweet gab Trump den US-Behörden und sich Bestnoten für den Umgang mit mehreren Hurrikans, die im vergangenen Jahr die USA heimgesucht hatten – in Texas und Florida. Auch in Puerto Rico habe man einen „großartigen Job” gemacht. Zugleich kritisierte er den Bürgermeister der dortigen Hauptstadt San Juan als „völlig inkompetent”. Wirbelsturm „Maria” hatte Puerto Rico im vergangenen September weitgehend zerstört. Trumps Regierung war für mangelhafte Hilfe nach dem Hurrikan scharf kritisiert worden.

Lebensbedrohliche Sturmfluten

Das Hurrikanzentrum warnte vor lebensbedrohlichen Sturmfluten, starkem Regen und extremen Winden in North und South Carolina, sowie in Virginia. Die Experten sprachen von „katastrophalen Springfluten” und deutlich erhöhten Pegelständen von Flüssen. Der Wirbelsturm bringe extremen Wellengang und starke Strömungen, hieß es. Auch Hunderte Kilometer entfernt seien die Auswirkungen des Sturms zu spüren.

Nahezu 1,5 Millionen Menschen waren aufgerufen, die Küstenregion zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Viele folgten offenbar dem Aufruf, denn die Behörden registrierten viel mehr Verkehr als üblich. Dies berichtete etwa Brenda Bethune, die Bürgermeisterin des Urlaubsortes Myrtle Beach in South Carolina. Die Polizei kehrte in dem Bundesstaat laut dem Sender CNN die Fahrtrichtung auf einigen Straßen um, damit die Menschen leichter fliehen können.

„Florence” sei einer der stärksten Wirbelstürme an der US-Ostküste der vergangenen Jahrzehnte, sagten Meteorologen. Binnen weniger Stunden war er von der Kategorie 2 auf 4 hochgestuft worden und könnte sogar noch nah an die höchste Stufe – Kategorie 5 der Saffir-Simpson-Skala – herankommen, berichtete CNN. Das würde Windgeschwindigkeiten von mehr als 250 Kilometern pro Stunde bedeuten.

Notstand ausgerufen

Trotz der Warnungen wollten mehrere Menschen ihre Häuser Fernsehberichten zufolge nicht verlassen und richteten sich auf den Hurrikan ein. Der Sender zeigte Bilder von Menschen, die sich unter anderem mit Wasser, Seilen und Batterien eindeckten. Das NHC warnte davor, den Sturm zu unterschätzen. NHC-Experte Richard Henning sagte CNN: „Es gibt nichts, was den Sturm aufhalten könnte, noch stärker zu werden.”

Die drei besonders gefährdeten Bundesstaaten South Carolina, North Carolina und Virginia hatten vorsichtshalber bereits am Sonntag den Notstand ausgerufen, um sich für den Sturm zu wappnen. Am Dienstag tat dies die Bürgermeisterin von Washington D.C., Muriel Bower, auch für die US-Hauptstadt. Diese grenzt nördlich an Virginia.

Der Katastrophenschutzbehörde FEMA zufolge werde der Hurrikan über Land zwar schnell an Kraft verlieren, starken Regen aber auch in Gebiete bringen, die nicht an der Küste liegen. Sie warnte vor länger anhaltenden Ausfällen von Strom und Telefon, blockierten Straßen, sowie Ausfällen der Wasser- und Abwasserversorgung.

Hurrikan-Saison im Nordatlantik:
Von Mai bis Ende November ziehen regelmäßig tropische Wirbelstürme durch die Region – oft mit verheerenden Folgen:

„Maria” sucht Mitte September 2017 die Karibik heim, die Insel Puerto Rico ist besonders betroffen. Es gibt Überschwemmungen und Erdrutsche, landesweit fällt der Strom aus. Dadurch sterben unmittelbar 64 Menschen, infolge der Katastrophe verlieren einer Studie zufolge jedoch insgesamt knapp 3000 Menschen ihr Leben.

„Irma” schlägt Anfang September 2017 eine Schneise der Verwüstung durch den Südosten der USA und die Karibik. Inseln wie Barbuda stehen unter Wasser. Dutzende Menschen bei der Katastrophe, Millionen sind ohne Strom. Mehr als 100.000 Menschen harren in Notunterkünften aus.

„Harvey” erreicht im August 2017 die Ostküste des US-Staates Texas und setzt weite Landstriche unter Wasser, darunter die viertgrößte US-Metropole Houston. Dutzende kommen ums Leben. Schadensbilanz: 125 Milliarden US-Dollar – übertroffen nur von Hurrikan „Katrina” (2005).

„Matthew” trifft im Herbst 2016 auf die USA, 34 Menschen kommen ums
Leben – die meisten in North Carolina. Drei Millionen verlassen ihre Häuser. In der Karibik sterben 585 Menschen – vor allem auf Haiti.

„Sandy” wirbelt im Oktober 2012 die US-Ostküste entlang. Der Sturm, der zunächst in der Karibik wütet, hinterlässt vor allem in den Staaten New York und New Jersey ein Bild der Verwüstung. Es gibt rund 150 Tote. In New York City stehen ganze Stadtteile unter Wasser.

„Katrina” wütet im August 2005 entlang der Golfküste, mehr als 1800 Menschen kommen ums Leben. Besonders betroffen ist New Orleans. Der Sturm führte zur bislang teuersten Hurrikan-Katastrophe in den USA – mit 160 Milliarden Dollar unter Berücksichtigung der Inflation.