Kunstwerk enthüllt

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Eule flattert vor das Müritzeum

Besucher der Stadt Waren werden sich bei Führungen zukünftig um die Eule von Walther Preik versammeln. Foto: I. Nehls
Besucher der Stadt Waren werden sich bei Führungen zukünftig um die Eule von Walther Preik versammeln. Foto: I. Nehls
Ingmar Nehls

Auf dem Vorplatz des Müritzeums steht jetzt eine Plastik von Walther Preik. Die Eule ist der neue Startpunkt für Stadtführungen.

Das Geheimnis ist gelüftet. Viele Warener sind am Mittwoch zum Müritzeum gekommen, um die Plastik von Walther Preik zu bestaunen. Ist es eine Eule, ein Uhu oder der Kautz vom Kietz, wie es Müritzeums-Chefin Andrea Nagel nennt? Dem großen Bildhauer, der im Mai im Alter von 86 Jahren verstarb, dürfte die zoologische Einordnung egal gewesen sein. „Ich mache es wie mein Vater. Ich sage nichts und lasse das Kunstwerk für sich sprechen. Viel Spaß beim Entdecken und Anschauen”, sagte Ole Preik.

Mehr als 150 Großplastiken hat Walther Preik über die Jahre für den öffentlichen Raum geschaffen. Dass am Mittwoch eine Plastik aus dem Fundus in die Öffentlichkeit wanderte, ist den Spenden der Müritz-Sparkasse, der Stadtwerke Waren, der Wogewa Waren und der Raiffeisenbank Mecklenburgische Seenplatte zu verdanken.

Einprägsames Symbol für Naturdenkmäler und Schutzgebiete

Eine Eule vor dem Müritzeum, das passt gut. Denn der weise Vogel ist seit 1950 ein einprägsames Symbol für Naturdenkmäler und Schutzgebiete. Erfunden wurde die Naturschutzeule von Kurt Kretschmann mit Hilfe eines Eberswalder Grafikers. Die Waldohreule setzte sich nach der Wende bundesweit als Naturschutzsymbol gegen den „westdeutschen Adler“ durch. Kretschmann, Pazifist, Naturschützer und Trägers des Europäischen Umweltpreises wirkte auch in der Müritzregion ganz wesentlich. 1954 gründete er zusammen mit Carl Bartels die weltweit erste Lehrstätte für Naturschutz in Müritzhof. Dieses abgelegene Gehöft hatte damals kein Telefon, Wasser und Strom. Nach Einschätzung des international profilierten und mehrfach ausgezeichneten Biologen Michael Succow hatte ein wesentlicher Teil des in der damaligen DDR im Naturschutz Erreichten auf dem Müritzhof seine Wurzeln.

Walther Preik hatte vor allem einen Faible für Fabeln. Tierfiguren mit menschlichen Charakterzügen prägen das Werk des Bildhauers. Walther Preik wusste, dass seine Arbeiten dadurch zeitlos sind. Sein Werk kannte viele Ausdrucksformen, darunter auch Gedenk- und Mahnmale. Walther Preik arbeitete mit verschiedenen Materialien wie Naturstein, Gips, Bronze, aber auch mit Holz und Kunststoff. 2012 erhielt er für sein Lebenswerk den Richard-Wossidlo-Kulturpreis der Stadt Waren. Den erhielt er übrigens auch schon 1978, als er erstmals vergeben wurde. Die Plakette, die jeder Preisträger erhält, hat Walther Preik geschaffen.