VERMUTLICH JUNGTIER AUS MV

Im Stadtgebiet von Lübeck streift ein Wolf umher

Der Wolf macht auch vor den Grenzen einer Großstadt nicht mehr halt. Im Lübecker Stadtforst streift ein junger Wolf umher, der auffälliges Interesse an Spaziergängern mit Hunden hat. Er sei aber nicht aggressiv, versucht ein Experte zu beruhigen.
dpa
Ein Wolf nähert sich in Lübeck immer wieder Spaziergängern mit Hunden (Symbolbild).
Ein Wolf nähert sich in Lübeck immer wieder Spaziergängern mit Hunden (Symbolbild). Christophe Gateau
Lübeck.

Im Lübecker Stadtgebiet ist in den vergangenen Wochen mehrfach ein Wolf gesichtet worden. Das Tier sei nicht aggressiv, habe sich aber in mehreren Fällen Spaziergängern mit Hunden genähert, sagte Martin Schmidt vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume.

«Die zuständigen Naturschutzbehörden haben dieses Verhalten als auffällig eingestuft und prüfen jetzt, ob der Wolf eventuell vergrämt werden muss», sagte Schmidt. Nach seinen Angaben gibt es weitere Meldungen aus Lübeck zu möglichen Wolfssichtungen, die zur Zeit geprüft werden. «Es gibt dazu nur mehr oder weniger deutliche Fotos oder Videos. Bei denen kann nur ein Fachmann feststellen, ob sie tatsächlich einen Wolf zeigen», sagte Schmidt.

Erst kürzlich war ein Wolf am Stadtrand von Schwerin gesichtet worden. Ein anderer wurde nahe der Stadtgrenze von Rostock überfahren.

Bis zu 50 vermeintliche Wolfs-Meldungen pro Woche

Auch bei zwei gerissenen Wildtieren, die am 10. April und 7. Mai in Lübeck gefunden worden waren, steht der Nachweis zum Verursacher noch aus. «Wir bekommen pro Woche zwischen 30 und 50 Meldungen zu angeblichen Wolfssichtungen aus dem ganzen Land. Die alle zu überprüfen, dauert seine Zeit», sagte Schmidt.

Im Oktober 2017 wurden in Lübeck erstmals ein Schaf und zwei Rehe gefunden, die nachweislich von einem Wolf getötet worden waren. Für Schleswig-Holsteins Wolfsbeauftragten Jens Matzen sind Wölfe im Lübecker Stadtgebiet nichts Ungewöhnliches. «Vermutlich handelt es sich um Jungtiere aus Mecklenburg-Vorpommern, die ihr Rudel verlassen haben und jetzt auf der Suche nach einem neuen Revier durch die Gegend streifen», sagte Matzen.

 
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