AUS ANGST VOR SCHLACHTUNG

Kuh schwimmt kilometerweit durch die Müritz

Auf dem Weg zur Schlachtung ist eine Kuh ausgebüxt und ans andere Ufer der Müritz geschwommen. Die Geschichte hat sogar ein Happy End.
Susan Ebel Susan Ebel
Kuh Hanna war von den Strapazen sichtlich erschöpft.
Kuh Hanna war von den Strapazen sichtlich erschöpft. Susan Ebel
Die Feuerwehr war mit vereinten Kräften im Uferbereich der Müritz zugange, um das Tier zu retten.
Die Feuerwehr war mit vereinten Kräften im Uferbereich der Müritz zugange, um das Tier zu retten. Susan Ebel
Für die Kameraden bot der Kuh-Rettungseinsatz allerhand Herausforderungen.
Für die Kameraden bot der Kuh-Rettungseinsatz allerhand Herausforderungen. Susan Ebel
Die Feuerwehrleute gaben ihr bestes, um das entkräftete Tier auf sicheren Boden zu holen.
Die Feuerwehrleute gaben ihr bestes, um das entkräftete Tier auf sicheren Boden zu holen. Susan Ebel
Mit vereinten Kräften und...
Mit vereinten Kräften und... Susan Ebel
...einem Radlader gelang schließlich die Bergung des Tieres.
...einem Radlader gelang schließlich die Bergung des Tieres. Susan Ebel
Vipperow.

Vor Rechlin hat sich am Montagabend ein regelrechtes Drama abgespielt. Als Roberto Schulz am Morgen seine Kuh Hanna auf einen Anhänger treiben wollte, passierte das Unglaubliche. Hanna brach aus und rannte von Vipperow aus in Richtung Müritz. Umgehend nahm Schulz, zusammen mit weiteren Helfern die Verfolgung auf – doch vergeblich. Rund acht Stunden blieb Hanna verschwunden. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste: Hanna schwamm mehr oder weniger seelenruhig durch die Müritz. Von Vipperow bis nach Rechlin – eine Distanz von über einem Kilometer.

+++ Update: Die Kuh ist inzwischen wieder wohlauf, hier geht's zum Artikel. +++

Spaziergänger hörten Hanna kläglich muhen

Erst als am Nachmittag Spaziergänger auf die Kuh am anderen Ufer aufmerksam wurden, rollte Hilfe an. Gegen 15 Uhr wurden dann die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Rechlin alarmiert. „Als wir vor Ort eintrafen, steckte die Kuh fast bis zum Hals im Schlamm. Sie konnte sich von alleine weder bewegen noch selbst befreien”, sagte Rechlins Wehrführer Marcel Schüler. Weitere Hilfe musste angefordert werden.

Sichtlich geschwächt von den Strapazen der letzten Stunden gelang es Hanna zum Glück noch, den Kopf über Wasser zu halten. Der Körper der Kuh wirkte ausgekühlt, die Kräfte schwanden. Eiligst organisieren die Kameraden dicke Seile und einen Radlader. Jetzt kam auch Roberto Schulz zum Einsatzort und kümmerte sich um seine Kuh Hanna.

Hanna muss erstmal nicht zum Schlachter

Nach rund einer Stunden gelang es den Kameraden, die Kuh aus der Müritz zu ziehen. Völlig fertig blieb das Tier minutenlang im schlammigen Untergrund am Ufer der Müritz liegen. Noch ist nicht klar ob die Kuh diesen Tag überleben wird. „Wir haben ihr erstmal Zeit gegeben, damit sie sich ein bisschen erholen kann”, sagte Schulz. Mit vereinten Kräften gelang es den vielen Helfern gegen 18:15 Uhr, die Kuh sicher auf den Anhänger zu leiten.

Seit Montagabend, 19 Uhr, steht Hanna nun wieder in ihrem Stall in Vipperow. Jetzt darf sie sich stärken und wird aufgepäppelt. „Nach diesem Tag darf Hanna vorerst bei uns bleiben. Was wir in ein paar Wochen mit ihr machen entscheiden wir später”, sagt Schulz. „Ich bedanke mich bei allen Helfern und vor allem bei der Freiwilligen Feuerwehr in Rechlin. Die Frauen und Männer haben heute alles gegeben”, ergänzt er. Nach rund vier Stunden war der Einsatz der Feuerwehr beendet.

Mehr lesen: Schwimmende Kuh „Hanna“ tritt letzte Reise an.

Mehr lesen: So lebt Schwimm-Kuh "Hanna" von der Müritz jetzt in Hessen.

Übrigens: Kühe können entgegen der weit verbreiteten Irrmeinung tatsächlich weite Strecke schwimmen, wenn auch nur ungern. Und nicht nur Kühe: Jüngst haben wir über ein Wildschwein berichtet, dass in der Müritz geschwommen war.

Video Wildschwein schwimmt durch die Müritz

Erst vor wenigen Wochen hatte die Müritz schon einmal tierische Schlagzeilen gemacht: Mehrere Menschen beobachteten und filmten ein Widlschwein, dass durch das Gewässer schwamm.

 

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Kommentare (2)

Kann man nicht einen Spenden-Pool zur endgültigen Rettung von Hanna einrichten? Dann könnte man doch die Kuh kaufen und auf einem gemeinnützigen Gnadenhof unterbringen. Ansonsten wird sie ja eh irgendwann geschlachtet!! :-(

Ich finde auch, dass diese Kuh ein friedliches Leben auf einem Gnadenhof verdient hat, nachdem sie so tapfer um ihr Leben gekämpft hat. Weshalb wurde sie dann gerettet, wenn ihr wieder das gleiche Schicksal bevorsteht? RETTET DIE KUH!!!