CORONAVIRUS

MV-Polizei wirft Mutter mit drei Kindern raus

Wie streng Polizisten in MV sein können und müssen, und wie Ministerien am Ende doch Menschlichkeit beweisen, zeigt eine aktuelle und dramatische Geschichte.
Die Polizei in MV kontrolliert, ob sich noch Urlauber und Touristen im Land aufhalten.
Die Polizei in MV kontrolliert, ob sich noch Urlauber und Touristen im Land aufhalten. Susan Ebel
Schwerin.

Seit Tagen dürfen Hotels in Mecklenburg-Vorpommern keine Gäste mehr aufnehmen, bereits angereiste Urlauber mussten abreisen. Seit Samstag sind Restaurants und Bars komplett dicht. Der Grund für all das: das Coronavirus.

Doch die Behörden in Deutschlands beliebtem Urlaubsbundesland sind noch strenger: Alle Menschen, die ihren Erstwohnsitz nicht in MV haben, müssen das Land unverzüglich verlassen. Es fahren sogar Polizeiwagen durch die Straßen und fordern Touristen per Lautsprecher auf, dies zu tun.

Mehr lesen: Polizei stellt erste Strafanzeigen gegen Touristen in MV.

Polizei droht mit Gefängnis

Diese Aufforderung richtete sich nach einem Bericht der Bild auch an die dreifache Mutter Dominika G. (43). „Am Samstagabend kam bei uns das Ordnungsamt vorbei und sagte, dass wir das Haus sofort verlassen müssen. Das heißt für uns aber, weil wir in Frankreich wohnen, dass wir als deutsche Staatsbürger mehr oder weniger gezwungen sind, das Land zu verlassen“, sagt die Weberin zu Bild. „Nach heftiger Diskussion haben sie mir bis Sonntagmorgen Zeit gegeben. Sie sagten, dass sie sonst wiederkämen und die Polizei mich ins Gefängnis bringt.”

Ihre Söhne Leopold (10), Edouard (8) und Tochter Louise (12) hörten alles mit an. Als die Beamten weg waren, fragten die Kids laut Bild, warum ihre Mama ins Gefängnis solle. Dominika G.: „Sie waren völlig verängstigt.”

Mehr lesen: Corona-Kontrollen - Polizei stößt auf Reichsbürger und soziale Netzwerke.

Seit einer Woche an der Müritz zu Gast

Seit einer Woche ist die kleine Familie in ihrem Haus an der Müritz. Ihr Ehemann, ein Franzose, der in der Immobilienverwaltung tätig ist, blieb in Paris. „In Paris sind alle Schulen geschlossen, wir haben eine Wohnung mitten in der Stadt. Hier auf dem Land ist es viel angenehmer, da können die Kinder auch im Garten spielen”, sagte die Mutter gegenüber der Bild.

Die 43-Jährige ist enttäuscht: „Es ist ein schreckliches Gefühl. Ein Gefühl der Enttäuschung, der Wut, ein Gefühl von Unverständnis. Ja, es gibt diese Verordnung, ich habe diese Verordnung auch gelesen, und ja, wir passen in dieses Raster nicht rein. Aber ich bin trotzdem eine deutsche Staatsbürgerin, die jetzt aufgefordert wird, ihr Heimatland zu verlassen.”

Innenministerium in Schwerin stellt Sondergenehmigung aus

Noch in der Nacht zu Sonntag packte die Frau nach dem Bericht der Bild ein paar Sachen zusammen, am Morgen fuhr sie mit den Kindern in Richtung Hamburg. Auf halber Strecke entschied sich Dominika G. zu kämpfen. „Ich lasse mich nicht wegjagen und werde es in Mecklenburg-Vorpommern drauf ankommen lassen”, sagt sie. Das muss sie aber gar nicht mehr: Das Innenministerium stellte ihr laut Bild-Bericht kurzerhand eine Sondergenehmigung aus.

Seit Freitag kontrolliert die Polizei Autos mit auswärtigen Kennzeichen an Zufahrtsstraßen und im Binnenland von Mecklenburg-Vorpommern.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Schwerin

Kommende Events in Schwerin (Anzeige)

zur Homepage

Kommentare (10)

Was macht es für einen Sinn, Herr Caffier, wenn Menschen aus anderen Bundesländern nicht nach MV fahren dürfen , aber Menschen aus MV fahren nach z. B.
Brandenburg? Das ist völliger Unsinn ! Sinn würde es machen keine Menschen nach MV reinzulassen und keiner dürfte das Land verlassen!

Der Kommentar passt überhaupt nicht zum Artikel.
Sorry.

Ich kenne ausserdem niemanden der nach Brandenburg fährt. Wen meinen Sie denn konkret?
Personen die in BB arbeiten? Dann ist doch alles gut.

Der Kommentar passt sehr wohl zum Artikel, aber zum Glück entscheiden Sie das nicht.
Ich weiß auch nicht wo sie wohnen, ist mir auch Wurscht. Ich wohne jedenfalls im Land Brandenburg unweit der Grenze zu MV und sehe wenn hier die Autos mit Kennzeichen aus MV durchfahren, und Omma und Oppa mit UEM Kennzeichen fahren garantiert nicht inBrandenburg zur Arbeit . Somit macht es keinen Sinn Menschen aus anderen Bundesländern nicht nach MV zu lassen, während MVler ungehindert überall hin fahren . Und hören Sie auf hier zu jedem Kommentar ihren unqualifizierten Mist zum besten zu geben und denn noch anonym, wie die meisten Schlauberger hier.

Ist Hihrke nicht anonym?
Entscheiden Sie, wer kommentieren darf?
Sind Ihre Kommentare qualifizierter Mist?
Bitten Sie doch Ihre Landesregierung, die Einreise nach Brandenburg zu beschränken, dass wäre zumindest mal was konstruktives.

Nein H. Ihrke ist nicht anonym, aber NBAR ist anonym.
Manche können hier wohl nicht anders nur gegen anderepöbeln selbst keine Meinung haben aber andere als dumm hinstellen, bleiben sie mal schön anonym sonst........

Völlig am Thema vornei. Zum Glück ist morgen Montag.

Passt immer noch nicht: BB und MV sind nicht MV und Frankreich.
Besorgen Sie sich mal nen Atlas.

Dass Omas und Opas rumfahren zum Einkaufen ist normal. Und wohin doch auch. Irgendwer hat hier doch auch gefragt ob er nicht 9km nach MV fahren dürfe statt 30km im eigenen Bundesland. Also wie hätten sie es gerne?

... allem Verständnis für die gegenwärtige Lage und den angeordneten Maßnahmen die ja irgendwo Sinn machen, haben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes gerade für solche Fälle auch eine beratende Aufgabe z.b wo sich die Frau hätte hinwenden können um eine entsprechende Genehmigung zu bekommen. Und der Fall zeigt, dass es immer auch Ausnahmen von der Regel gibt. Sowas nennt man Ermessen.

...und schon schlägt wieder die Stunde für Verfolger und Denunzianten aller Art.
Die sonst so heiß ersehnten Touristen werden sich sicher gut merken wie sie gerade in M-V behandelt wurden.

So etwas ist einfach nur zum ...otzen!
Ich fordere sofortigen Intelligenztest für Ordnungsamtsmitarbeiter und politisches Kaltstellen unfähiger Minister!