Spektakel der Vorpommerschen Landesbühne

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Feuer und Flamme an Anklams Peene

Ein heißer Tanz an der Peene – das Fritz-Reuter-Ensemble ist in seinem Element.
Ein heißer Tanz an der Peene – das Fritz-Reuter-Ensemble ist in seinem Element.
Matthias Diekhoff

Mit dem Spektakel „Die Peene brennt“ verabschiedet sich die Vorpommersche Landesbühne traditionell aus der Open-Air-Saison. In der aktuellen Episode „Die Russen kommen“ wird im Anklamer Stadthafen wieder viel getanzt, gekungelt und geschossen.

„Die Peene ist wie eine Frau: Abgrundtief schmutzig, aber kurvenreich.“ Das sagt nicht irgendwer, das sagt Zar Peter I. Zumindest sagt er das in der aktuellen Inszenierung von „Die Peene brennt“ im Anklamer Stadthafen. Der Autor und Regisseur, Wolfgang Bordel, hat nämlich wieder mal tief in der Geschichte der „großen und bedeutenden Stadt Anklam“ gegraben und diesmal herausgefunden, dass der große Zar Peter zwar seinerzeit inkognito den Schiffbau erlernt hat, allerdings nicht in Holland, sondern in Anklam, der Hauptstadt der Freien Republik Peeneland.

Das bleibt den Schweden nördlich der Peene und den Brandenburgern im Süden natürlich nicht verborgen. Sie wollen den Zaren in ihre Gewalt bringen – genauso wie die extra angereiste Jekatharina, die Strenge. Das plus ein bisschen Ränkespiel der Anklamer, etwas Liebestollerei, ganz viel Wodka und Tauf-Kümmel sowie die Erfindung der LED als Jungfrauentest und schon wäre der Inhalt der aktuellen Episode „Die Russen kommen“ des traditionellen Spätsommer-Open-Air-Spektakels fast erzählt. Das beruht übrigens auf echten Fakten, denn viele Jahre war die Peene tatsächlich die Grenze zwischen Schweden und Brandenburg.

Für den Theaterdonner ist auch wieder gesorgt

Aber die Geschichte ist ja nicht alles. Es kommt auch immer darauf an, wie man sie erzählt. Das tun wie gewohnt viele Anklamer für noch mehr Anklamer. Nur zwei der insgesamt 47 Darsteller sind Profis, alle anderen sind Laien. So wie die Mitglieder des Anklamer Carneval Clubs, die die verfeindeten Truppenteile stellen und das Fritz-Reuter-Ensemble, das mit seinen temperamentvollen Tänzen schon bei den Proben für Applaus der Zaungäste sorgte.

Und weil die Peene ja auch nicht von alleine brennt, gibt es natürlich wieder jede Menge Theaterdonner. Für jede der insgesamt acht Vorstellungen werden 27 Kanonenschüsse und ebenso viele Einschläge versprochen. „Damit wissen sie dann auch in Ducherow, dass es wieder so weit ist“, verspricht Wolfgang Bordel in Richtung der südlich von Anklam gelegenen Gemeinde.

Premiere ist am 5. September um 19.30 Uhr im Anklamer Stadthafen. Weitere Aufführungen gibt es bis zum 13. September täglich um 19.30 Uhr (außer am 7. September).