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Ostseeurlaub mit Stil seit 220 Jahren

Heiligendamm wird auch die weiße Stadt am Meer genannt. Es ist das älteste deutsche Seebad.  FOTO: Jan Woitas

VonJoachim ManglerIn Heiligendamm wurde das erste deutsche Seebad gegründet. Investitionen sorgen laut Bäderverband auch heute noch für einen Boom an der ...

VonJoachim Mangler

In Heiligendamm wurde das erste deutsche Seebad gegründet. Investitionen sorgen laut Bäderverband auch heute noch für einen Boom an der Ostseeküste.

Bad Doberan/Heiligendamm.220 Jahre nach der Gründung des ersten deutschen Seebads in Heiligendamm präsentieren sich die Bäder- und Kurorte in Mecklenburg-Vorpommern nach Meinung ihres Verbands in bestem Zustand. Mehr als 70 Prozent aller Übernachtungen im Nordosten wurden im vergangenen Jahr in den 61 Kur- und Erholungsorten im Land gezählt.
„Die Gäste planen die heilende Kraft der Ostsee- oder Moorheilbäder sowie der Kurorte in ihre Urlaubspläne und vor allem in ihre Gesundung mit ein“, sagte der Präsident des Landesbäderverbandes und Bürgermeister des Ostseeheilbades Zingst, Andreas Kuhn (CDU).
Ein wesentlicher Grund für den Boom der Bäderorte im Nordosten seien die Investitionen in die Infrastruktur im Umfang von mehreren Hundert Millionen Euro nach der Wiedervereinigung. Dies sei wichtig in der Konkurrenz mit den Bädern in Polen oder Tschechien, sagte Kuhn. Diese hätten sich inzwischen im europäischen Vergleich gut aufgestellt und ihre Nischen gefunden. „Sie locken dabei in erster Linie mit niedrigeren Preisen“, sagte Kuhn. Deutschland könne aber neben den etablierten Anwendungen vor allem bei den Angeboten im Umfeld der Kur- und Gesundheitseinrichtungen punkten. Ein Dauerthema der Branche bleibe der Service und die Bezahlung der Fachkräfte, sagte Kuhn. Die Berufe seien sehr feiertags- und wochenend-intensiv. Der ein oder andere Arbeitgeber müsse sich Gedanken machen, wie er das Preis-Leistungs-Verhältnis so gestaltet, dass am Ende vernünftige Löhne herauskommen. „Der Versuch, mit Dumpinglöhnen etwas hinzubekommen, geht schief.“
Händeringend würden Fachkräfte auch in den Pflegeheimen gesucht. „Dann muss man halt händeringend etwas tun – und zwar im Geldbeutel der Arbeitnehmer.“ Mit einer Festwoche begehen Bad Doberan und Heiligendamm von Sonntag an den 220. Geburtstag. Einer der
Höhepunkte wird die 220 Meter lange Jubiläums-Kaffeetafel am 16. Juni auf der Kurhauswiese in der „Weißen Stadt am Meer“ sein.
In der Festwoche wird auch ein Rückblick auf die Bäderkultur in Deutschland geboten. Deren Blüte lag laut Kuhn in der Kaiserzeit und der Weimarer Republik, als die Kaiserbäder auf Usedom im Blickpunkt der Wohlsituierten lagen. „Heute sind wir ja für alle Menschen da“, betonte der Bäderpräsident. Allerdings war die Bäderkultur in der DDR kaum vorhanden und musste komplett wieder aufgebaut werden.