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Klimabilanz

Blumen zum Valentinstag – und dann ein schlechtes Gewissen?

Berlin / Lesedauer: 2 min

Umweltexperten weisen darauf hin, dass derzeit kaum heimische Schnittblumen verfügbar seien. Und die Klimabilanz importierter Ware sei oft verheerend.
Veröffentlicht:11.02.2024, 15:33

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Der Valentinstag steht vor der Tür. Für viele Menschen der perfekte Anlass, ihren Liebsten Blumen zu schenken. Nicht nur bei Blumenhändlern stapeln sich die Rosen. Auch in Supermärkten werden Schnittblumen passend zum Anlass angeboten. Doch es ist erst Februar - und noch viel zu kalt für den Anbau hierzulande. Woher kommen die Schnittblumen? Und muss man(n) ein schlechtes Gewissen haben, wenn er sie kauft?

Wie klimaschädlich sind Schnittblumen?

Denn Schnittblumen im Winter - das sei nicht nachhaltig, sagt Corinna Hölzel, Pestizid-Expertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Der Valentinstag kommt immer ein halbes Jahr zu früh.“ Noch sei es zu kalt für den regionalen Anbau. Die Schnittblumen werden demnach oft per Flugzeug zulasten von Klima, Gewässern, Böden und Luft aus Afrika importiert.

Rund 330 Millionen Rosen kommen jährlich aus Kenia, Sambia und Äthiopien nach Deutschland, wie der BUND mitteilt. Insgesamt importiere Deutschland jährlich 1,3 Milliarden Stück. Auch aus Südamerika werden Schnittblumen importiert, wie Hölzel sagt. Die Blumen werden in Transportflugzeugen nach Europa gebracht und dann mit Lkws zu den Händlern. 

Auch in Europa werden Schnittblumen - etwa Tulpen - in Gewächshäusern angebaut. Hierbei stelle sich die Frage, wie die Gewächshäuser beheizt werden, gibt Hölzel zu bedenken. 

Welche Rolle spielen Pestizide?

Und: „Es ist wirklich erschreckend, wenn man bedenkt, was in den Rosen steckt“, sagt Hölzel. Bei der Produktion in afrikanischen Ländern würden demnach teilweise Pestizide eingesetzt, die in der EU längst verboten sind. Rückstände seien etwa in Rosen zu finden.

Gerade importierte Blumen können mit Substanzen belastet sei, die der menschlichen Gesundheit schaden, wie Hölzel sagt. Vor allem für die Arbeiterinnen und Arbeiter auf den Plantagen bedeute die Verwendung gesundheitliche Risiken.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Grundsätzlich solle man vor allem regional und saisonal Blumen kaufen, empfiehlt Wolfdietrich Peiker von der Klimaschutz-Organisation Atmosfair. „Es ist besser, im Winter Blumen zu verschenken, die zu dieser Zeit ohne zusätzlichen Energiebedarf in Mitteleuropa blühen, wie beispielsweise Christrosen oder Lenzrosen.“ Auch Frühblüher wie Krokusse oder Hyazinthen sowie Zweige von Kirsche oder Forsythie könnten eine Alternative sein.

Wenn es unbedingt Schnittblumen aus Übersee sein sollen, könne das Fairtrade-Siegel auf Blumen hinweisen, die nach sozialen und ökologischen Standards gezüchtet wurden. Bio-Siegel könnten zeigen, ob Blumen aus kontrollierter biologischer Landwirtschaft kommen. Auch auf das Slowflower-Siegel könne man beim Kauf achten, sagt Hölzel. Die Slowflower-Bewegung setze konsequent auf Regionalität und Nachhaltigkeit beim Anbau. Doch all das ist meistens teurer als der Strauß aus dem Supermarkt.