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Haustiere

Das sind Deutschlands beliebteste Hunde

Berlin / Lesedauer: 3 min

Die Deutschen mögen Mischlinge. Tierschützer begrüßen das, denn mit Rassehunden wird oft Schindluder getrieben.
Veröffentlicht:26.01.2021, 12:34

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Ob groß oder klein, der Mischling bleibt der Liebling der Deutschen und sichert sich mit großem Vorsprung wieder den ersten Platz. Die Statistik der beliebtesten Hunderassen für das Jahr 2020 weicht nur in kleinen Details von der Liste des Vorjahres ab.

Auch in diesem Jahr hat die Tierschutzorganisation TASSO, die Europas größtes kostenloses Haustierregister betreibt, auf Basis der Neuregistrierungen des Vorjahres die beliebtesten Hunderassen der Deutschen ermittelt. Unverändert sind die ersten acht Plätze der Top-10-Liste.

Ganz oben stehen mit weitem Abstand die Mischlinge mit mehr als 111.000 Neuregistrierungen im Jahr 2020. Erst dann folgen die Rassehunde, bei denen der Labrador Retriever mit mehr als 22.000 Neuregistrierungen den zweiten Platz belegt. Platz drei geht wieder an den Deutschen Schäferhund mit rund 13.700 Neuanmeldungen.

Neu im Jahr 2020 ist ein Tausch bei den Plätzen neun und zehn: Der Yorkshire Terrier musste dem Havaneser Platz machen und rutschte ans Ende der Rangliste. Im Mittelfeld liegen die Französische Bulldogge (13.657), der Chihuahua (12.236), der Australian Shepherd (7.751) , der (Golden Retriever 7.097) und der Jack Russell Terrier (6.268).

Vielfalt ist Trumpf

Aus Tierschutzsicht begrüßt TASSO eine breite Vielfalt der Rassen und wünscht sich, dass nicht einzelne Rassen zu Trendhunden werden. Denn das fördert zum einen den illegalen Welpenhandel und führt zum anderen oft dazu, dass bestimmte Rassen unter der intensiven Zucht leiden könnten.

TASSO-Leiter Philip McCreight erklärt: „Steigt die Nachfrage nach einzelnen Rassen plötzlich massiv an, können seriöse Züchter die Nachfrage kaum befriedigen. Das öffnet Verbrechern Tür und Tor. Sie verkaufen zu junge und oft kranke Welpen von unseriösen Vermehrern, die häufig im Ausland tätig sind.“ Die Tiere werden unter erbärmlichen Umständen gehalten, nicht medizinisch versorgt und sind häufig schlecht sozialisiert. Nicht selten werden sie krank, kaum dass sie in Deutschland bei ihrer neuen Familie angekommen sind.

Daher rät TASSO Menschen, die sich entschieden haben, einen Hund aufzunehmen, sich im ersten Schritt im Tierschutz nach einem neuen Gefährten umzusehen. Für den Fall, dass es unbedingt ein Rassewelpe sein soll, gibt TASSO im Rahmen seines Projektes „Wühltischwelpen – Nein danke!“ Tipps für den Welpenkauf.

Kurze Köpfe sind ein Problem

Besonders bei Tieren, die zuchtbedingt unter gesundheitlichen Einschränkungen leiden, wäre es wünschenswert, dass der Trend zu entsprechenden Rassen nicht weiter fortgeführt wird. Eines der großen Probleme ist die Brachycephalie, also die Kurzköpfigkeit, die auch die Rassen Französische Bulldogge und Chihuahua betrifft, die in der Top-10-Liste zu finden sind. Wegen der Form ihres Schädels können die Tiere unter verschiedenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiden.

Besonders gravierend ist hier die Behinderung der Atmung, da die Tiere durch die Verengung der oberen Atemwege besonders unter Anstrengung oder bei hohen Temperaturen nicht ausreichend Luft bekommen. Zwar züchten einige Züchter die Tiere, beispielsweise den Mops, mittlerweile wieder so, dass er freier atmen kann und seine Schnauze zurückerhält, doch leider ist dies noch lange nicht die Mehrheit, beobachtet Philip McCreight die Entwicklung mit Sorge.