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Sechster Reisetag

▶ Emotionaler Gottesdienst am See von Jesus Christus

Tiberias / Lesedauer: 3 min

Der sechste Tag der Reise nach Israel von knapp 100 jungen Leuten aus der Region Neubrandenburg führte wieder an reizvolle Punkte des Landes. Es gibt einen Wermutstropfen.
Veröffentlicht:04.11.2022, 20:30

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Ein Sonnenaufgang am See Genezareth und ein Bad im noch kühlen Gewässer, das so viele heilige Momente erlebte – kann es einen besseren Auftakt für den sechsten Tag der Kultur- und Bildungsreise des Neubrandenburger Dreikönigsvereins mit Jugendlichen geben? Kaum. Auch Pastorin Christina Jonassen ließ es sich zusammen mit Betreuerin Nina Timm nicht nehmen, ein Bad in früher Morgenstunde zu nehmen.

Die Auffrischung am Morgen konnte die Pastorin von St. Johannis auch gut gebrauchen. Schließlich hielt sie nach der Zeremonie zum Auftakt der Reise auf den Hirtenfeldern am Donnerstag einen weiteren Gottesdienst an einem besonderen Ort, am Nordufer des See Genezaeth.

Wie Jesus mit fünf Broten 5000 Menschen ernährte

Dort soll Jesus einige seiner wichtigsten Momente gehabt haben. Nicht nur, weil er angeblich über den See gelaufen sei. Hier soll er auch mit fünf Broten 5000 Gläubige gespeist haben, die ihm gefolgt waren. Schließlich soll er an einem Hang am See auch seine berühmte Bergpredigt gehalten haben.

Das Thema der Brotvermehrung griff Pastorin Jonassen auch in ihrem Gottesdienst auf. Das Teilen sei wichtig, gerade auch in dieser Zeit. Mit wenigen Fladenbroten und Weintrauben, die gereicht wurden, wurde symbolisiert, dass auch diese spärlichen Lebensmittel 95 Jugendliche und Erwachsene sättigen können.

Die „Gottesdienst-Kombo” spielt wieder auf

Erneut verliehen junge Leute der Musikschule mit ihrer „Gottesdienst-Kombo” der Zeremonie eine besondere Note: Jakob, Gustav, Erasmus, Tim und Eliah spielten verschiedene Titel wie „Wohl denen, die noch träumen” sowie „Wenn das Brot, das wir teilen”.

Faszinierend neben den vielen mit uralten Geschichten verbundenen Ruinen und Gebäuden sind für mich die Menschen so vieler verschiedener Länder, die das Heilige Land besuchen. Man muss nur fragen, „Where do you come from?” (Aus welchen Land kommst Du?), schon findet man ins Gespräch, wobei meine miesen Englischkenntnisse oft wenig hilfreich sind. Aber mit den farbenprächtig gekleideten Leuten, von denen mir ein Mann mit seiner Nationalflagge an der Jacke auffiel, verstand ich mich auf Anhieb. Sie kamen aus Ghana. Ein Foto? Natürlich, kein Problem!

Mehr dazu:Nordkurier-Volontärin berichtet aus Israel

Israel ist ein teures Reiseland

Was allerdings insbesondere den jungen Leuten mit begrenztem Taschengeld schwer fällt, sind die exorbitant hohen Preise für Nahrungsmittel und andere Dienstleistungen. Ein Salat mit Falafel (vegetarisch) samt Getränk kostet 40 Schekel (11,40 Euro). Ein Döner mit Getränk 55 Schekel (15,50 Euro). Ein Toilettengang 3 Schekel. Wer ein Bier in einem Restaurant bestellt, ist mit 34 Schekel (9,70 Euro) und mehr dabei.

Auch unsere Reiseführerin Naomi stöhnte, als sie die Parkplatzgebühr für den Bus vor der Brotvermehrungskirche bezahlte: 100 Schekel. Vor der Pandemie seien es noch 50 Schekel gewesen, davor durfte der Bus kostenlos parken. Betrieben wird die Kirche vom Benediktinerorden. Aber auch die Franziskaner, die die Kirche der Seligpreisungen unter sich haben, hätten die Parkplatzpreise deutlich angehoben.

Helen bereut die Reise auf keinen Fall

Trotz dieses Wermutstropfens sind die Jugendlichen mit Spaß bei der Sache. Sie habe es nicht bereut, mitzufahren, sagt beispielsweise Helene aus Schwerin. Auch wenn der Tag lang ist und oft viele Kilometer zu Fuß zurückgelegt werden müssen, empfinde sie das Programm nicht als zu anstrengend. Da stimmt ihr Richard aus Neustrelitz zu. Er ist mit 13 Jahren quasi das Nesthäkchen der Gruppe und in Israel mit einem älteren Bruder Oskar unterwegs. Was ihm besonders gefallen habe, könne er gar nicht sagen: „Alles!”