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Politisch korrekte Sprache

Indianer-Debatte – Das sagt DDR-Häuptling Gojko Mitic

Leipzig / Lesedauer: 2 min

Gojko Mitic macht sich Gedanken um das Wort Indianer. Darf man das noch sagen? „Wir können sie auch anders nennen”, sagt der Schauspieler.
Veröffentlicht:20.05.2021, 12:14

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Dutzende Male stand Gojko Mitic mit Federschmuck und Tomahawk vor der Kamera. Der Held vieler DEFA-Filme und „DDR-Chef-Indianer” hat seinen eigenen Blick darauf, wie man heute mit dem Klischee vom amerikanischen Ureinwohner umgehen sollte. Mitic äußerte sich dazu vor wenigen Tagen in der MDR-Sendung Riverboat.

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Ist das diskriminierend?

Dass das Wort „Indianer” in einigen Kreisen in die Kritik geraten ist, kann der 80-Jährige nicht recht nachvollziehen. Der Begriff wird von einigen Stämmen der amerikanischen Ureinwohner als problematisch betrachtet, weil er nicht aus der eigenen Kultur entstanden ist. Geprägt wurde er von Europäern, die Amerika nach der Entdeckung durch Columbus für sich beanspruchten und die einheimische Bevölkerung teils aggressiv unterdrückt hatten.

Nicht nur das Wort selbst steht inzwischen in der Kritik. Auch beliebte Kostümierungen – etwa zur Karnevalszeit – sind in einigen politischen Kreisen in Verruf geraten.

Indianer-Romantik in Europa

Mitic mahnte in der MDR-Sendung, vor zu viel Aufregung in der Debatte. „Ich verstehe ehrlich nicht, wie man Indianer als Schimpfwort verstehen kann. Schon Karl May hat uns die Indianer näher gebracht. Er hat einen Apachen zu seinem Blutsbruder gemacht. Diese Menschen sind uns sympathisch. Gehen wir zurück in die Geschichte. Da hat man einen Kontinent entdeckt und dachte, man sei in Indien. Deshalb hat man die Menschen dort Indianer genannt. Aber es war Amerika”, resümierte Mitic.

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Der beliebte Schauspieler äußerte aber auch einen anderen Gedanken: „Wir können Sie vielleicht auch anders nennen: die wahren Amerikaner. Sie leben seit tausenden von Jahren dort.” Mitic spielte als Sportstudent in den 60er-Jahren erste kleiner Rollen bei den westdeutschen Verfilmungen der Karl-May-Romane. 1966 erhielt er dann die Hauptrolle in dem DEFA-Klassiker „Die Söhne der großen Bärin” und spielte fortan regelmäßig historische und fiktive Indianerrollen.