Unsere Themenseiten

:

Parole der Roten Bullen nach Aufstieg: Ab durch die Dritte!

Ralf Rangnick [KT_CREDIT] FOTO: Friso Gentsch

VonJohnHennigNun ist das ambitionierte Fußball-Projekt RB Leipzig seinem Ziel Bundesliga sportlich eine Spielklasse näher gekommen. Die Bedingungen für den ...

VonJohnHennig

Nun ist das ambitionierte Fußball-Projekt RB Leipzig seinem Ziel Bundesliga sportlich eine Spielklasse näher gekommen. Die Bedingungen für den Verein sind längst erstklassig.

Leipzig.Die Aufstiegsfeierlichkeiten der Spieler von RB Leipzig mit den mehr als 2000 Fans nach dem 2:2 nach Verlängerung in Lotte waren ausgelassen und heftig, aber auch kurz. Mittelfeldspieler Dominik Kaiser passte noch schnell das Nummernschild den neuen Realitäten an und überklebte vom „L-RB 4321“ die „4“.
Die Symbolik war deutlich: Leipzig wollte so schnell wie möglich raus aus der vierten Liga. Das neue Motto von RB heißt nun: Ab durch die Dritte. Denn der vom Getränkehersteller Red Bull gesponserte Verein ist eigentlich nur seinem mittelfristigen Ziel Bundesliga einen Schritt näher gekommen. Doch die Aufstiegsspiele gegen die Sportfreunde Lotte haben allen Beteiligten wieder gezeigt, wie schwierig der Weg für Leipzig sportlich ist – trotz des potenten Geldgebers. „Daran sieht man, dass man nicht alles planen kann, sondern einfach machen sollte“, sagte Sportdirektor Ralf Rangnick.
Immer wieder wird Rangnick auf Parallelen zu seiner Zeit bei der TSG Hoffenheim angesprochen. Doch er sieht Leipzig mit noch mehr Potenzial: „In Hoffenheim waren wir ein kleiner Dorfclub mit guten Bedingungen, aber das ist nicht vergleichbar mit Leipzig.“ Die Infrastruktur des mit rund 100 Millionen Euro geförderten Vereins ist längst erstklassig, eine moderne WM-Arena inklusive. Um die Regeln im deutschen Profi-Fußball zu erfüllen – die eine Mehrheitsbeteiligung eines Investors eigentlich untersagen – wurden die Vereinsstatuten trotz der Investitionen von Red Bull bereits geändert. Auch die Fans in Leipzig und Umgebung nehmen den Club an.
Rangnick hat in seinem ersten Jahr in Leipzig zunächst vor allem den Trainerstab verstärkt, um seine Philosophie zu verankern und den Viertliga-Profis „jedes Puzzleteilchen anzubieten“, den Aufstieg zu schaffen. Neben Cheftrainer Alexander Zorniger – bester Absolvent der DFB-Fußball-Lehrer-Ausbildung 2012 – kamen der ehemalige Weltklasse-Stabhochspringer Tim Lobinger als Fitnesstrainer, Sportpsychologe Philipp Laux vom FC Bayern München und die beiden Nachwuchsleiter Frieder Schrof und Thomas Albeck vom VfB Stuttgart.
Leipzig soll das fußballerische Aushängeschild des Red-Bull-Imperiums werden. Insofern dürften nun auch Spieler aus den Ausbildungsvereinen in Brasilien und Ghana als Verstärkung infrage kommen. Zudem hat sich RB Leipzig eine eigene starke Nachwuchsarbeit auf die rot-weißen Fahnen geschrieben, wie nicht nur der Bau eines
35 Millionen Euro teuren Nachwuchs- und Trainingszentrums zeigt. So werden für die neue Saison bereits die talentiertesten Spieler Ostdeutschlands als mögliche Neuzugänge gehandelt, etwa André Luge vom FSV Zwickau oder Fabio Viteritti vom 1. FC Magdeburg. Als Abgang von der Stammformation steht lediglich der wuchtige Angreifer Stefan Kutschke fest, der zum VfL Wolfsburg wechselt, eventuell aber per Ausleihe zurückkommt.