Vor dem Amtsgericht Pasewalk kamen sechs Anklagepunkte gegen den 37-Jährigen zur Sprache, das Gericht befand ihn in allen
Vor dem Amtsgericht Pasewalk kamen sechs Anklagepunkte gegen den 37-Jährigen zur Sprache, das Gericht befand ihn in allen für schuldig. Stefan Sauer
Verurteilung

Nach Verfolgungsjagd – Raser muss für mehrere Jahre hinter Gitter

Ein 37 Jahre alter Mann aus Polen ist am Dienstag vom Amtsgericht Pasewalk für schuldig befunden worden. Der Angeklagte hatte sich mit der Polizei eine wilde Jagd geliefert.
dpa
Pasewalk

Wegen Autodiebstahls und einer gefährlichen Verfolgungsjagd mit der Polizei hat das Amtsgericht Pasewalk einen Mann aus Polen zu zwei Jahren und acht Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Richter Gerald Fleckenstein sprach den 37-Jährigen am Dienstag in sechs Anklagepunkten schuldig. Dazu gehören Diebstahl in einem schweren Fall, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Angriff auf Vollzugsbeamte und Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Zeitweise von fünf Polizeiwagen verfolgt

Der Mann aus Polen hatte zuvor gestanden, im Januar in Berlin-Mitte einen Geländewagen gestohlen zu haben und dann rund 100 Kilometer über die Autobahn 11 in Richtung Stettin (Szczecin) nach Polen gerast zu sein. Dabei war der Verurteilte bei Dunkelheit und Regen zeitweise von fünf Polizeiautos verfolgt worden, wobei es mehrfach zu Abdrängversuchen und Zusammenstößen kam.

Lesen Sie auch: Polizei jagt bei Schwedt Autodieb mit Hubschrauber

„Sie haben mit allen Mittel und zu jedem Preis versucht, den Wagen nach Polen zu bringen“, sagte der Richter. Das Ganze sei „sehr waghalsig und hochgefährlich gewesen.“ Als Motiv wertete das Gericht die Aussage des Mannes, dass er sich zu seiner Arbeit etwas hatte dazuverdienen wollen. Wie ein Zeuge schilderte, war der Wagen bereits im Norden von Berlin aufgefallen und verfolgt worden. Von Warnitz (Uckermark) an sollte der Wagen mehrfach gestoppt werden, was der 37-Jährige mit Zick-Zack-Fahren und riskanten Überholmanövern immer wieder verhinderte.

Strafmaß noch höher als von der Anklage gefordert

Erst kurz vor der Grenze zu Polen bei Penkun in Mecklenburg-Vorpommern schleuderte der gestohlene Wagen an die Mittelleitplanke, durch einen Wildschutzzaun und in einen Graben. Der Fahrer rannte weg, wurde aber von Beamten gefasst und trotz Gegenwehr festgenommen. Im Wagen wurden polnische Kennzeichen und Aufbruchwerkzeug gefunden.

Außerdem interessant:Bundespolizei jagt Autodieb auf der A11 über 50 Kilometer

Mit dem Urteil ging das Gericht vier Monate über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Der Verurteilte bleibt wegen Fluchtgefahr in Haft. Der Verteidiger hatte eineinhalb Jahre Haftstrafe verlangt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

zur Homepage