Frank Radant ist seit 1980 Fahrlehrer. Seit einigen Jahren bringt er seinen Kunden auch bei, wie sie Kraftstoff sparen kö
Frank Radant ist seit 1980 Fahrlehrer. Seit einigen Jahren bringt er seinen Kunden auch bei, wie sie Kraftstoff sparen können. Susanne Böhm
Benzin und Diesel

▶ Beim Fahren sparen – Ein Fahrlehrer erklärt, wie das geht

Benzin und Diesel sind teuer, auch wenn die Preise gerade etwas sinken. Ein erfahrener Fahrlehrer verrät ein paar Tricks, wie man weniger Kraftstoff verbraucht.
Penkun

In den Fahrschulen im Landkreis Vorpommern-Greifswald hat eine Frage zentrale Bedeutung erlangt: Wie fahre ich spritsparend?

Was vor Jahren kaum jemanden interessiert hat, ist jetzt fester Bestandteil des Unterrichts, schon in den Theoriestunden. Auch in den Prüfungen wird es abgefragt, sagt Frank Radant, der eine Fahrschule in Penkun mit Außenstelle in Pasewalk betreibt. „Ökonomisch-umweltschonende Fahrweise nennt sich das. Es spielt auch beim Motorrad- und Lkw-Führerschein eine Rolle. Die Dekra ist da richtig hinterher.“

Das Sparen beginnt beim Autokauf

Vor allem Fahrschülerinnen seien sehr interessiert. „Frauen setzen das schnell und vernünftig um. Männer wollen auch einfach mal schneller als 70 fahren, aber die Preise an den Tankstellen lassen die meisten ruhig werden.“

Auch wenn die Kosten für Benzin und Diesel derzeit wieder sinken, bleibe der Preisdruck allgemein bestehen. Frank Radant weiß, wie sich beim Fahren sparen lässt. Zwölf Punkte zählt der 62-Jährige auf.

Es beginnt beim Autokauf. „Das Verhältnis Leistung/Nutzen muss stimmen. Viele wollen viele PS, obwohl sie die gar nicht brauchen. Diese Leute müssen langfristig umdenken.“

Weiter geht es mit vorausschauender Fahrweise: „Nie Vollgas geben, immer im unteren Drehzahlbereich fahren. So wenig wie möglich bremsen. Lieber Gas weg und ausrollen lassen.“

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Platte Reifen verbrauchen mehr Sprit

Öfter mal den Motor ausschalten macht sich ebenfalls bemerkbar. „Das lohnt sich bei einer Standzeit ab 20 Sekunden. Ansonsten verbraucht der Anlasser mehr.“

Unterschätzt wird der Reifendruck. „Platte reifen verbrauchen mehr Sprit. Das sollte man regelmäßig kontrollieren, ungefähr alle vier Wochen. Die Zahlen stehen im Tankdeckel.“

Cooles Aussehen kann teuer werden. „Manche Leute wollen breite Reifen und breite Felgen. Die verschleudern sehr viel Kraftstoff, weil der Rollwiderstand größer ist.“

So wenig Last wie möglich. „Einige fahren wochenlang den Bierkasten im Kofferraum spazieren aus Bequemlichkeit.“

Nichts anbauen, das nicht unbedingt nötig ist. „Es gibt Leute, die fahren mit leeren Skihaltern, Dachgepäckträgern oder Fahrradständern. Durch den Fahrwiderstand verbrauchen sie mehr Sprit“, sagt Radant.

Zu Fuß gehen ist am günstigsten. Es klingt banal, wird aber oft vergessen: „So wenige Fahrten wie möglich, darauf weisen wir immer wieder hin.“

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Warum nächtliche Fahrten billiger sind

Sogar Pflege und Wartung machen sich bezahlt. „Die Service-Intervalle sollte man einhalten. Der Ölfilter ist das Hauptproblem. Wenn der Filter zu ist, holt sich der Motor mehr Kraftstoff“, weiß der Fahrlehrer.

Wer langsam fährt, spart Sprit. „Die Richtgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen ist 130. Schneller sollte man auch nicht fahren. Das ist gefährlich, verbraucht mehr Kraftstoff und setzt mehr Abgase frei.“

Elektrische Geräte sind heimliche Benzinfresser. „Verbraucher wie die Sitzheizung werden mit Strom betrieben, der wird vom Motor erzeugt, verbraucht also Kraftstoff.“

Was kaum jemand ahnt: Nachts ist es billiger. „Kalte Luft enthält mehr Sauerstoff und bietet weniger Widerstand. Wer es einrichten kann, sollte in der Nacht fahren.“

Wer diese Tipps konsequent beherzigt, kann eine Menge sparen, verspricht Frank Radant. Er ist seit 1980 Fahrlehrer. Nach der politischen Wende hat er sich selbstständig gemacht. Hohe Kraftstoffpreise ärgern ihn zwar persönlich, bereiten ihm beruflich aber wenig Sorgen. „Die geben wir an die Kunden weiter. Fahrschule ist teurer geworden, das sage ich ganz ehrlich.“ Der Nachfrage tut das keinen Abbruch. „Im Prinzip sind wir ausgebucht.“

Preise sinken derzeit wieder

Die Rekordjagd der Spritpreise ist vorerst beendet. Superbenzin der Sorte E10 verbilligte sich die zweite Woche in Folge und Diesel sogar die dritte, wie der ADAC am Mittwoch mitteilte. Demnach kostete E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Dienstags 1,634 Euro pro Liter. Das sind 3,7 Cent weniger als vor einer Woche. Diesel gab um 1,4 Cent auf 1,537 Euro nach.

Noch Mitte des Monats hatten die Spritpreise Höchststände erklommen. Diesel hatte am 11. November sein Allzeithoch von 1,572 erreicht, E10 war am 14. November mit 1,701 Euro so teuer wie zuletzt 2012. Zum Allzeithoch von 1,709 fehlten damals 0,8 Cent. Im Monatsmittel war der November für beide Sorten der teuerste Monat überhaupt mit Durchschnittswerten von 1,68 Euro bei E10 und 1,56 Euro bei Diesel.

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