Löwin Lula (Foto) und Löwe Aramis lassen sich beim Fressen ungern stören.
Löwin Lula (Foto) und Löwe Aramis lassen sich beim Fressen ungern stören. Lutz Storbeck
Heike Hecht bereitet die Fütterungen der Löwen vor. Beide Tiere erhalten ihre Portionen an unterschiedlichen Pl&auml
Heike Hecht bereitet die Fütterungen der Löwen vor. Beide Tiere erhalten ihre Portionen an unterschiedlichen Plätzen. Lutz Storbeck
Fütterung

Das kommt bei den Löwen im Haff-Zoo auf den Speiseteller

Sie gehören zu den Besuchermagneten des Ueckermünder Tierparks: Löwin Lula und Löwe Aramis. Tierpflegerin Heike Hecht kennt die beiden und ihre Leibgerichte bestens.
Ueckermünde

Wenn es um die Großkatzen geht, die im Ueckermünder Tierpark leben, dann ist Tierpflegerin Heike Hecht in ihrem Element. Schließlich kümmert sie sich bereits seit 1989 um solche Tiere. Der Haff-Zoo hat seit seiner Gründung schon Löwen, Pumas und Leoparden beherbergt. Aktuell gehören die Löwin Lula und der Löwe Aramis zu den Tieren, die von Heike Hecht betreut werden. Jeden Tag hat die Tierpflegerin mit den beiden Raubkatzen also ganz direkt zu tun und kennt darum die Gewohnheiten der beiden.

Ganz klar: Das Löwenpaar ist einer der Publikumsmagneten, und manche Besucher drücken sich an den dicken Sicherheitsglasscheiben schon mal ein Stündchen die Nasen platt, um König und Königin der Tiere zu bestaunen.

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Lula ist eindeutig die Chefin

Lula ist die stolze Löwin, die bereits seit 2017 im Tierpark heimisch ist. Sie ist gewissermaßen die Chefin. Das bekommt auch Löwe Aramis ab und an deutlich zu spüren. Er kam im März 2020 aus dem größten polnischen Zoo, der sich in Danzig befindet. Seitdem haben die beiden Tiere eine Wohngemeinschaft. Aber das heißt nicht, dass die beiden gleich ein Herz und eine Seele gewesen sind, sagt Heike Hecht. Wie das so ist im Leben, die Löwen mussten sich erst aneinander gewöhnen. Löwin Lula hat dem Neuzugang gezeigt, wo es langgeht. „Sie ist sehr dominant“, weiß die Tierpflegerin, und ein bisschen hinterhältig sei sie auch. Der zurückhaltende Aramis hat das erfahren, doch mittlerweile vertragen sich die beiden schon besser und kuscheln für kurze Momente auch.

Beim Fressen kennt der Löwe keinen Spaß

Seine Zurückhaltung aber gibt der Löwe auf, wenn es ums Fressen geht. Da kennt er keinen Spaß, darum bekommen die beiden Raubkatzen ihre tägliche Fleischration auch in verschiedenen Käfigen, getrennt durch dicke Gitter.

Was und wie viel fressen die Löwen? „Hauptsächlich Rindfleisch“, sagt die Tierpflegerin. So wie heute, und dass es beiden schmeckt, ist lautstark zu hören, wenn das scharfe Raubtiergebiss die Knocken zerkleinert. Schon ein vorsichtiger Annäherungsversuch beim Fressen wird von Aramis mit drohenden Knurrgeräuschen quittiert. Da möchte man wirklich nicht zwischen den Löwen und sein Futter kommen. Und da gibt es nur Rindfleisch? Nein, ab und an auch Wild. „Aber da meckert Aramis meistens, während Lula zufrieden ist mit diesem Futter.“

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„Ein größeres Gehege wäre schön”

Zu den Fütterungen im Käfig kommen auch die Schaufütterungen, die von den Besuchern gern beobachtet werden. Ergänzt wird der Löwen-Speiseplan durch Kaninchen, Geflügel, mitunter auch Meerschweinchen. Gefüttert wird an jedem Tag – Aramis bekommt drei bis vier Kilo zugeteilt, Lula gibt sich mit zwei bis drei Kilo Fleisch zufrieden. Freitags warten die beiden allerdings vergeblich auf die Fütterung. „Da ist Fastentag“, sagt die Tierpark-Mitarbeiterin. Schließlich sollen die beiden Raubkatzen in Form bleiben.

Apropos Form: Die beiden Großkatzen haben ein ausreichend großes Gehege. Zumindest nach den Standards aus der Zeit, als das Löwengehege gebaut und eingeweiht wurde. Das war 2006, mittlerweile gelten andere Maßstäbe. „Ein größeres Gehege wäre gut“, denkt Heike Hecht laut nach. Wohl wissend, dass dafür Geld, Material und jede Menge Planung und Arbeit nötig sind. Vielleicht, so die Überlegung, gibt es wohlhabende Löwenliebhaber, die den Tieren bei der Erweiterung ihres Auslaufes mit einer großzügigen Spende helfen wollen.

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