Sie haben am Eggesiner Sportplatz alles im Griff (von links): Michael Zwick, Hans-Jürgen Köhler, Wolfgang Hermann, F
Sie haben am Eggesiner Sportplatz alles im Griff (von links): Michael Zwick, Hans-Jürgen Köhler, Wolfgang Hermann, Frank Gutschmidt, Andreas Schallock, Gerd Lange, Holger Wolf, Melanie Franke, Uwe Seeger, Torsten Franke und Frank Schmidt. Eckard Berndt
Sport-Helden

Diese bunte Truppe hilft, wenn Fußball-Fans über die Stränge schlagen

Auf Leute wie sie kann sich der SV Motor Eggesin verlassen. Die Ordner sorgen dafür, dass alles glatt läuft. Doch ihr Job hat auch Schattenseiten.
Eggesin

Spricht der eingefleischte Fußballfan über seinen geliebten Ballsport, dann analysiert er zumeist das vergangene Spiel seiner Lieblingself, welches diese wahlweise gehörig in den Sand gesetzt oder grandios gewonnen hatte. Eine ganz besondere Gruppe von Freiwilligen wird in den meisten dieser Geschichten jedoch außen vor gelassen – dabei wäre ohne sie an Fußballspiele überhaupt nicht zu denken. Die Rede ist von Ordnungskräften, also jene „Gelbwesten“, die bei Wind und Wetter im Einsatz sind, die Zuschauer beim Einlass kontrollieren und hinterher genaustens im Auge behalten.

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Eingeschworene Truppe

Beim SV Motor Eggesin, der stellvertretend für viele Vereine im Landkreis Vorpommern-Greifswald beziehungsweise in Mecklenburg-Vorpommern steht, sind die Ordnungshüter seit Jahren eine eingeschworene Einheit – egal ob bei den Fußball-Frauen, die in der Kreisoberliga auf Torejagd gehen, oder bei Spielen der Landesklasse-Herren. Wenn auf dem Sportplatz an der Stettiner Straße ein Heimspiel auf dem Plan steht, dann kennt jeder von ihnen seinen Aufgabenbereich ganz genau und weiß, was er oder sie zu tun hat.

Mitstreiter gesucht

Da ist zum Beispiel Andreas Schallock, der in Eggesin bereits seit über 15 Jahren die gelbe Ordnerweste überstreift. „Damals bin ich aus eigenem Antrieb zu den Ordnern gekommen, irgendwie hatte ich Lust darauf“, erinnert sich der 57-Jährige. „Heute fühlen wir uns hier wie eine große Familie.“ Gegen Familienzuwachs hätte der Mann für die Sicherheit nichts. „Wir wären froh, wenn sich uns der ein oder andere anschließen würde. Denn ohne Leute wie uns würde nichts funktionieren.“ Schallock, über Jahre hinweg auch im Eggesiner Fußball-Vorstand aktiv, ist sich der Bedeutung der Ordnertätigkeit bewusst, gerade in Pandemie-Zeiten. „Seitdem die Corona-Krise plötzlich zum Thema wurde, müssen wir viele Details beachten – sei es bei den Absperrungen für die Zuschauer oder auch beim Einlass. Gemeinsam haben wir aber auch diese Schwierigkeit gemeistert.“

Meist einsichtig

Schallock und Co. sind zum großen Teil erfahrene und in der hiesigen Fußball-Szene gut bekannte Vereinsordner. Sie lieben ihre Tätigkeit, sind fast alle selbst große Fußballfans, kennen aber auch die Schattenseiten ihrer Aufgabe. „Leider schlägt der sogenannte ‚Fan‘ schon mal über die Stränge“, erzählt der 57-jährige Schallock. „Zumeist geht es da um die Entscheidungen der Schiris.“ Aber auch Böswilligkeiten zwischen den Zuschauern der beiden Mannschaften seien hin und wieder zu beobachten. „Das ist natürlich überhaupt nicht schön“, sagt Andreas Schallock. In den meisten Fällen, so kann der Ordner beruhigen, würden diese Tunichtgute aber Einsicht zeigen, wenn man sie auf ihr Fehlverhalten hinweise.

Traditions-Kick als jährlicher Höhepunkt

Auch bei Schallocks Mitstreiter Torsten Franke, ein Mann, der mit rauem, aber gutmütigen Ton spricht, überwiegt die Lust am Fußball. Vor einigen Jahren ist Franke aus Niedersachsen nach Vorpommern-Greifswald gezogen und sorgt seitdem in Eggesin beim Einlass für die Sicherheit. „Durch einen Bekannten bin ich zu den Ordnern gekommen“, erzählt er und benennt schmunzelnd einige Vorteile dieser Tätigkeit. „Der Kontakt mit Menschen war und ist mir wichtig. Außerdem bin ich so immer an der frischen Luft.“ Ein wiederkehrender Höhepunkt im Fußball-Jahr ist für Torsten Franke der alljährliche Traditions-Kick der Eggesin-Oldies gegen interessante Gegner. „Partien, wie gegen den BFC Dynamo und gegen den 1. FC Magdeburg, waren tolle Erlebnisse“, sagt er. „Auch dafür stellen wir uns Woche für Woche hin.“

Für Franke, Schallock und Co. gab es in dieser Saison noch ein weiteres besonderes Ereignis. „Wir haben neue Shirts bekommen“, erzählen sie. Dank einer Spende kann sich das Ordner-Team in Zukunft in schicken und einheitlichen Outfitsseinen Fans präsentieren – und so vielleicht für ein bisschen mehr Gesprächsstoff sorgen.

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