Kira ist eine Mischung aus Dackel und Schnauzer – ein ganz spezieller Charakter, sagt Tierheimleiterin Sabine Schultz. W
Kira ist eine Mischung aus Dackel und Schnauzer – ein ganz spezieller Charakter, sagt Tierheimleiterin Sabine Schultz. Wer das kleine Fellbündel bei sich aufnimmt, braucht starke Nerven. Lutz Storbeck
Die Schäferhund-Mischlingsdame Emmi, die im Bereich Anklamer Land gefunden wurde, ist sehr gelehrig.
Die Schäferhund-Mischlingsdame Emmi, die im Bereich Anklamer Land gefunden wurde, ist sehr gelehrig. Lutz Storbeck
Tierheimleiterin Sabine Schultz
Tierheimleiterin Sabine Schultz NK-Archiv
Tierschicksale

Hunde leiden unter Ukraine-Krieg und Ende der Corona-Maßnahmen

Im Moment sind alle 17 Plätze im Berndshofer Heim besetzt. Es werden auch kaum Hunde vermittelt. Was das mit den politischen Ereignissen zu tun hat, erklärt Tierheimchefin Sabine Schultz.
Ueckermünde

Das Berndshofer Tierheim ist ausgebucht. 17 Vierbeiner, vom wuscheligen Winzling bis hin zur ausgewachsenen Dogge, leben auf dem Areal, in den Zwingern und Hundezimmern, und damit ist die Grenze erreicht, sagt Tierheimleiterin Sabine Schultz. Das sei nicht erfreulich. „Es vermittelt sich zurzeit ganz schwer“, sagt die Tierheimchefin. Dafür gibt es ganz unterschiedliche Gründe. Zum einen wollen die Leute wieder verreisen. „Das macht sich einfacher und problemloser natürlich ohne Hund“, sagt Sabine Schultz. Nicht jeder Vermieter von Ferienunterkünften duldet Vierbeiner, und manch einer kann den Bello im Urlaub nicht unterbringen. Nach der Corona-bedingten Zwangspause beim Reisen wollen die Leute aber raus – das versteht die Tierheimleiterin sehr gut.

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Preisexplosionen wirken sich aus

Ein anderes Problem sei die Angst wegen des Ukraine-Krieges, auch bei Menschen, die unter normalen Umständen schon mit dem Gedanken spielen würden, einen Vierbeiner bei sich aufzunehmen. „Viele wissen aber einfach nicht, wie sich das noch entwickelt. Da ist dann auch in den Gedanken kein Platz mehr für einen Vierbeiner“, mutmaßt die Berndshoferin. Zumal ein anderes Problem ebenfalls drückt: Die mit dem aktuellen Weltgeschehen verbundenen Preisexplosionen bei beinahe allen Waren und Dienstleistungen. „Da ist manchem das Tierfutter dann einfach doch zu teuer, ganz zu schweigen von den Kosten, die bei einem Tierarztbesuch anfallen können.“

Im Bereich der Autobahnabfahrt werden viele Tiere ausgesetzt

Die beiden Neuzugänge im Berndshofer Tierheim können sich also glücklich schätzen, dass sie trotz der schwierigen Lage noch eine Unterkunft gefunden haben. Emmi heißt eine Schäferhund-Mischlingsdame, die etwa neun, zehn Monate alt ist. Gefunden wurde das Tier im Bereich Amt Anklamer Land, sagt Sabine Schultz, in einem Bereich also, der dadurch bei den Tierschützern auffällt, dass dort sehr viele Hunde ausgesetzt werden, insbesondere im Bereich der Autobahnauf- und -abfahrt bei Jarmen. Die Hundedame ist sehr gelehrig und schlau, sagt die Tierheimchefin. Was zeige, dass Emmi viel vom Schäferhundwesen in sich trägt. Allerdings wird die Hündin nicht so groß wie ein echter Deutscher Schäferhund, sondern wird vermutlich Labradorgröße erreichen.

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Wer Kira aufnimmt, muss Nerven haben

Noch kleiner daher kommt Kira. Dieses niedliche Fellbündelchen ist eine sehr raffinierte Mischung aus Dackel und Schnauzer, sagt die Tierheimchefin. Wer sich für dieses etwa sechs Monate alte Tier interessiert und es zu sich nimmt, der muss Nerven haben und auf manche Überraschung gefasst sein. Denn ihr Wesen, so die Erfahrung von Sabine Schultz, hat die kleine Hundedame vom Dackel. „Und das bedeutet: Sie ist schelmisch, eigensinnig, aber auch nachtragend – eben so, wie es typisch ist für Dackel“, so die Tierheimchefin. Dass Kira ein wenig zur Ruhe kommen kann, sei ihr zu gönnen. „Zuvor ist sie von einem Besitzer zum anderen weitergereicht worden.“ Kein ideales Leben für einen jungen Hund. Kira ist übrigens ausgesprochen wachsam und bellt – zu jeder passenden, aber auch unpassenden Gelegenheit. „Es ist also zu überlegen, ob Kira künftig in einer Neubauwohnung leben soll oder ob sie auf einem großen Grundstück nicht doch besser aufgehoben wäre“, gibt die Tierheimchefin zu bedenken.

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