In Ferdinandshof konnte Jens Krüger vom Storchenpflegehof Papendorf drei Jungstörche beringen. Insgesamt waren es be
In Ferdinandshof konnte Jens Krüger vom Storchenpflegehof Papendorf drei Jungstörche beringen. Insgesamt waren es bei der diesjährigen Aktion in der Region 58. Fred Lucius
Auf dem Nest in Viereck ziehen die Altstörche drei Junge groß.
Auf dem Nest in Viereck ziehen die Altstörche drei Junge groß. Fred Lucius
In Ueckermünde sucht der Altstorch das Weite, als sich die Beringer dem Nest näherten. Die Altstörche kehren ab
In Ueckermünde sucht der Altstorch das Weite, als sich die Beringer dem Nest näherten. Die Altstörche kehren aber immer gleich wieder zurück. Fred Lucius
Mit der Hebebühne der Firma Natur- und Baumservice ging es auch hinauf zum Nest in der Stettiner Straße in Eggesin.
Mit der Hebebühne der Firma Natur- und Baumservice ging es auch hinauf zum Nest in der Stettiner Straße in Eggesin. Fred Lucius
Die Altstörche kehrten nach der Beringung in Ferdinandshof auf das Nest zurück.
Die Altstörche kehrten nach der Beringung in Ferdinandshof auf das Nest zurück. Fred Lucius
Die Jungstörche erhalten gelbe Plasteringe und Aluminiumringe.
Die Jungstörche erhalten gelbe Plasteringe und Aluminiumringe. Fred Lucius
Futtermangel

Naturfreunde beringen weniger Jungstörche als gedacht

Wenn Jens Krüger vom Storchenhof Papendorf zur Beringung von Jungvögeln in der Uecker-Randow-Region ausrückt, fährt er viele Orte an. Doch manchmal kommt er umsonst.
Uecker-Randow

Hans Gotthardt wartet schon auf Jens Krüger vom Storchenpflegehof Papendorf. „Wir vermuten, dass drei Jungstörche im Nest sind, aber genau wissen wir es nicht“, sagt der Ferdinandshofer. Hinter seinem Grundstück steht seit 22 Jahren ein Storchennest, in dem bis auf ein Jahr immer Jungstörche großgezogen wurden. Als Jens Krüger mit Kai Schulz von der Brüssower Firma Natur- und Baumservice, die wiederholt ein Hebebühnen-Fahrzeug für die Beringung zur Verfügung stellt, auf Nesthöhe ist, bestätigt sich die Vermutung von Gotthardt. Drei junge Adebare bekommen hier ihre „Ausweise“ – einen gelben Plastik- und einen Aluminiumring, wobei der gelbe Ring für ein besseres Ablesen angebracht wird.

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Jungstorch aus dem Nest geworfen

Bei der nächsten Station in der Wilhelmsburger Kastanienallee sind es zwei Jungstörche. Hier bietet sich Kai Schulz und Jens Krüger kein schönes Bild. Am Nestrand hängt zwischen Ästen ein verwester Jungstorch. „Das haben wir immer wieder mal. Wenn die Alten nicht ausreichend Futter in der Umgebung finden, werden Junge aus dem Nest geworfen“, sagt der Vorsitzende des Papendorfer Pflegehofes.

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Statt Wiesen Mais, Mais , Mais

Von unten betrachtet Anwohner Roland Mailahn die Aktion. „Das bisschen Wiese am Nest reicht nicht für Futter. Wir haben hier doch nur noch Monokultur – Mais, Mais, Mais. Früher gab es auch Roggen oder Kartoffeln“, sagt der Wilhelmsburger. Sei es so trocken wie im vergangenen Jahr, würden die Störche in den Straßengräben nach Futter suchen. Und daher höre man auch immer wieder davon, dass in einige Orten Anwohner zufüttern, etwa mit Fisch. In Wilhelmsburg sei das aber nicht der Fall.

Nest nach Absturz wieder aufgebaut

Auf einen Vierer-Nachwuchs hatte sich derweil Tobias Witte in Viereck gefreut. Die Störche nisten hier auf einem alten Haus mit Reetdach. „Kurz nachdem ich eingezogen bin, kamen im April auch die Störche“, berichtet der Vierecker. Zuletzt habe er auch immer vier Jungstörche ausmachen können. Doch nur drei werden von Krüger beringt. Ein toter kleiner Storch liegt im Nest. „Das Nest war immer besetzt. Und wir hatten immer Junge“, sagt Nachbarin Elisabeth Böhnisch. Als das Nest Ende 2015 abgestützte, sei es im Frühjahr 2016 gleich wieder aufgebaut worden.

Dank an Unterstützer

20 Stationen haben Krüger und Schulz am Beringungstag angesteuert, sowohl in der nördlichen als auch in der südlichen Uecker-Randow-Region. Nicht überall kamen sie an Storchenhorste heran, wie etwa in Eichhorst, wo ein Maisfeld die Zufahrt für das Fahrzeug verhinderte. Letztlich wurden 58 junge Adebare beringt. In Borken erhielten vier Junge ihren „Ausweis“. Keine Jungstörche gab es in Rollwitz, Blumenthal, Battinsthal, Polzow, Sonnenberg und Pampow. „Ich hatte vermutet, dass wir mehr beringen“, sagt Krüger, der sich für die Unterstützung der Brüssower Firma bedankt. Ohne diese wäre die Aktion nicht möglich.

Wie viele Jungstörche insgesamt in der Region flügge werden, müsse man abwarten. Das stehe erst im Spätsommer fest. Die Beringung lasse aber vermuten und darauf schließen, dass es erneut kein gutes Storchenjahr werde.

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