Nicht nur bei Benefizkonzerten, wie hier in der Nikolaikirche Pasewalk, sind die Kirchen wichtige Anlaufpunkte im kulturellen
Nicht nur bei Benefizkonzerten, wie hier in der Nikolaikirche Pasewalk, sind die Kirchen wichtige Anlaufpunkte im kulturellen Leben der Region. Doch immer mehr Pfarrstellen sind vakant, weil der Nachwuchs fehlt. Andy Buenning
Während in vielen Kirchen die Weihnachtssterne leuchten, sieht es mit dem Ersatz für ausscheidende Pastoren in einig
Während in vielen Kirchen die Weihnachtssterne leuchten, sieht es mit dem Ersatz für ausscheidende Pastoren in einigen Orten düster aus. Peter Gercke
Personalmangel

Scheidende Pastoren hinterlassen große Lücke

Vom zunehmenden Mangel an Fachkräften ist auch die Pommersche Evangelische Kirche betroffen. Trotzdem will die Kirche in der Fläche präsent bleiben.
Vorpommern

Die Ferdinandshofer haben ihre langjährigen Pastor Wollenberg verabschiedet, im nächsten Jahr wird Pastor Schild aus Leopoldshagen in den Ruhestand gehen. In den Kirchengemeinden der Propstei Pasewalk mit ihren 30 Pfarrämtern bestehen derzeit vier Vakanzen.

„Der Mangel an Pastorinnen und Pastoren ist eine bedeutende Herausforderung nicht nur in der Propstei Pasewalk, sondern für den ganzen Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis (PEK)“, bestätigte der Pressesprecher des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises (PEK), Sebastian Kühl.

Neubesetzung kostet viel Zeit und Mühe

Seit Jahren befasst sich der PEK mit verschiedenen Möglichkeiten, um mit dieser sich verschärfenden Situation umzugehen. Bereits mehrfach haben sich der Kirchenkreisrat und die Synode mit dieser Thematik beschäftigt und werden es auch weiterhin tun, versichert Kühl. Bis zur Neubesetzung der vakanten Stellen übernehmen üblicherweise Kolleginnen oder Kollegen oder ein Vertretungspastor den Dienst. „So hat in Ducherow Pastor Gunther Schulze die Vakanzverwaltung übernommen, in Ferdinandshof Pastor Dr. Johannes Grashof, in Strasburg Pastorin Dorothea Büscheck und in Hohenselchow Pastor Jens Warnke.“

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Aber Neubesetzungen gelingen oft nicht von heute auf morgen, kostet Zeit und Mühe. Denn: Pastorinnen und Pastoren sind Seelsorger, Gemeindeleiter, oft Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Dienstvorgesetzte, sie unterrichten Kinder und Jugendliche und sind gleichzeitig Ansprechpartner für Kommunen und vieles mehr. Da muss vor Ort „die Chemie stimmen“. Den sinkenden Pastorenzahlen liegt vor allem die Tatsache zugrunde, dass seit einigen Jahren deutlich mehr Pastorinnen und Pastoren in den Ruhestand gehen, als sich junge Menschen für diesen Beruf entscheiden. „Das als Fachkräftemangel bekannte Phänomen trifft auch die evangelische Kirche“, gibt Kühl zu bedenken.

Zusammenhalt der Gemeinden stärken

Damit der Kirchenkreis und die Ortsgemeinden in der Fläche präsent bleiben werden, will die PEK aktiv in die Entwicklung eingreifen. Beispielsweise können Funktionspfarrstellen auch mit Fachkräften aus anderen Bereichen besetzt werden. So wurde die Ökumenepfarrstelle des PEK in eine Mitarbeitendenstelle umgewandelt. Des Weiteren wurde im PEK die Pfarramtsassistenz eingerichtet. Diese Stellen in der Kirchengemeindeverwaltung nehmen der jeweiligen Pastorin oder dem Pastor die pfarramtliche Verwaltung ab und schaffen so Freiräume für die eigentliche pfarramtliche Tätigkeit.

Zudem werden derzeit neue Modelle der Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinden entwickelt, um den Zusammenhalt zu stärken und Synergieeffekte zu schaffen, die nicht nur im Bereich pastoraler Tätigkeit wirksam werden sollen. Im PEK gibt es eigens geschaffene Vertretungspfarrstellen, die ebenfalls dazu beitragen, den Rückgang der Pastorenzahl abzufedern.

Hilfe von Prädikanten

Für die Propstei Pasewalk ist das Pastor Johannes Staak, der im Dezember seinen Dienst begonnen hat. Die Ausbildung von Prädikantinnen und Prädikanten ist zudem eine wichtige Hilfe im Umgang mit sinkenden Pastorenzahlen. Prädikantinnen und Prädikanten sind ehrenamtliche Laienprediger, die nach einer ausführlichen theologischen Weiterbildung selbstständig Predigten verfassen, in Gottesdiensten verkünden und Gottesdienste leiten und gestalten.

„Trotz dieser genannten und künftiger Maßnahmen hat aber die verminderte Zahl an Pastorinnen und Pastoren Einfluss auf das Gemeindeleben und die Arbeit vor Ort“, der PEK-Pressesprecher ein. Es werde sich manches ändern. „Das Gemeindeleben war schon immer und ist auch heute sehr stark vom ehrenamtlichen Engagement geprägt und lebt auch vom Teamwork der hauptamtlichen Mitarbeitenden“, erklärt Sebastian Kühl. Ehrenamtliches Wirken ist und bleibt eine bedeutende Säule kirchlicher Arbeit im PEK.

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