Im Moment machen sich Landwirte in der Region noch nicht allzu viele Sorgen wegen der Trockenheit. Der Raps steht in voller Blüte.
Im Moment machen sich Landwirte in der Region noch nicht allzu viele Sorgen wegen der Trockenheit. Der Raps steht in voller Blüte. Mathias Scherfling
Emanuel Reim ist Vorsitzender des Bauernverbandes Uecker-Randow.
Emanuel Reim ist Vorsitzender des Bauernverbandes Uecker-Randow. Mathias Scherfling
Jacob von Hirschheydt ist Landwirt in Krackow.
Jacob von Hirschheydt ist Landwirt in Krackow. Mathias Scherfling
Trockenheit

Vorpommerns Bauern haben keine Angst vor Dürre im Frühjahr

Es hat schon wieder länger nicht geregnet. Das müsste doch den Bauern Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Tut es aber nicht. Die Landwirte blicken sogar schon optimistisch in Richtung Ernte.
Uecker-Randow

Für Landwirte werden jedes Jahr die Karten neu gemischt. Und der Start in dieses Jahr verlief – was die bislang ausgebrachten Feldfrüchte betrifft – bislang ganz gut. „Wir haben genügend Niederschläge im Herbst und Winter gehabt, von denen wir im Augenblick noch zehren können“, sagt Jacob von Hirschheydt. Der Landwirt aus Krackow sagt jedoch, dass auf den leichten Böden das Wasser langsam zur Neige gehe. Es sei aber nicht so, dass dieser Zustand total ungewöhnlich wäre. „Dennoch sind wir durchaus noch optimistisch. Nur falls es bis zur Ernte überhaupt nicht mehr regnet, dann wird es etwas schwierig. Aber wir sind ja Berufsoptimisten.“

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„Optimistisch, dass wir einen oberen Wert erreichen”

Der Raps stehe in schöner Blüte. Natürlich würde sich dieser auch mal über einen „Schluck“ Wasser freuen. Aber er sei gut über den Winter gekommen. Dann sei es lange Zeit sehr kalt gewesen, sodass der Stickstoff nur wenig zur Wirkung gekommen sei. „Im Augenblick zeichnen sich noch keine Dramen ab. Es ist auch ein passabler Schotenansatz zu beobachten“, so der Landwirt. Der Raps gleiche ja vieles durch die Tausendkornmasse – das Gewicht von 1.000 Körnern – hinterher aus. „Da gibt es Schwankungen von 3,5 bis 8 Gramm. Wir sind ganz optimistisch, dass wir einen oberen Wert erreichen.“

Das Getreide stehe auf den besseren Böden ganz ordentlich. „Diese Böden können das Wasser gut halten. Bei eventuell fallendem Regen ist zwar die Spitze der Erträge weg, aber die ernten wir hier in der Region sowieso selten“, weiß Jacob von Hirschheydt.

Wichtiger wäre Regen im Juni, Juli und August

„Was jetzt staubt, sind die Flächen mit Mais und Zuckerrüben. Da ist dann wichtig, dass in den die ertragsentscheidenden Monaten Juni, Juli und August Wasser kommt“, fügt Emanuel Reim hinzu. Falls die Rüben sehr früh in den Boden gebracht worden seien, hätten sie es schwerer. „Es war sehr kalt, und Rüben brauchen am Anfang ein bisschen Wärme und Wasser, um quellen zu können. Aber sie haben mit der Trockenheit jetzt noch kein Problem“, erläutert der Vorstandsvorsitzende des Bauernverbandes Uecker-Randow. Beim Mais gelte das Gleiche. Dieser würde jetzt keimen. „Für so eine kleine Pflanze reicht schon ein bisschen Morgentau. Das ist nicht so wie beim Getreide, das akut Wasser aus dem Boden zieht.“ Wenn auf schlechteren Böden beispielsweise die Versorgung mit Schichtenwasser abgerissen sei und von oben keine Niederschläge mehr kämen, dann sei das Wachstum zu Ende.

Generell meinen die beiden Landwirte, dass mit irgendeinem Einschnitt bei den Erträgen grundsätzlich zu rechnen sei. „Ob das jetzt ein harter Frost im Winter oder Trockenheit im April, Mai oder Juni ist. Dass wir das Optimum erreichen, passiert nicht so häufig. Bei mir ist es bisher einmal in den vergangenen zehn Jahren vorgekommen“, sagt Reim.

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