Die Zahl der Feldhasen hat in den vergangenen Jahren stark abgenommen. Wo die Landwirtschaft ihnen Platz lässt, erholen s
Die Zahl der Feldhasen hat in den vergangenen Jahren stark abgenommen. Wo die Landwirtschaft ihnen Platz lässt, erholen sich wie in Klepelshagen die Bestände. Jens Büttner
Artenschutz

Was (Oster-)Hasen wirklich brauchen

Als Schokolade sehen Hasen immer glücklich und zufrieden aus. Doch den Feldhasen geht es nicht wirklich gut. Darauf weist die Deutsche Wildtier Stiftung hin und spricht sich für Schutzmaßnahmen aus.
Klepelshagen

Es ist Osterzeit. Damit steht die Frage im Raum: Wie geht es eigentlich dem Osterhasen? Die Zahl der Feldhasen in Deutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch abgenommen. Auch wenn sich jüngsten Zählungen des Deutschen Jagdverbands zufolge manche regionale Populationen zu erholen scheinen: Die Zeiten, als die Langohren ein allabendlicher Anblick auf Wiesen und Äckern waren, sind längst vorbei. Darauf weist die Deutsche Wildtier Stiftung mit Sitz in Hamburg hin.Feldhasen leiden laut Stiftung wie viele andere Wildtiere an der Intensivierung der Landwirtschaft. „Die Felder wurden immer größer, die Maschinen immer schneller und breiter. Gleichzeitig nahm die Vielfalt im Ackerbau ab, Hecken, Brachflächen und Feldholzinseln verschwanden. Doch gerade Brachflächen sind für Feldhasen überlebenswichtige Orte. Hier finden sie Versteckmöglichkeiten und ihre bevorzugten Kräuter“, sagt der Wildbiologe Klaus Hackländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Wildtier Stiftung.

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„Agrarpolitik muss auf Artenschutz Rücksicht nehmen!”

Auf den stiftungseigenen Flächen in Klepelshagen bei Strasburg stehe den Feldhasen durch den ökologischen Ackerbau ohne Pestizideinsatz ganzjährig eine hohe Nahrungsvielfalt zur Verfügung. Ungenutzte Saumstrukturen neben bewirtschafteten Flächen würden ihnen tagsüber eine gute Deckung bieten. „Osterhasen brauchen Brachen und Blühflächen. Als Wildtier Stiftung fordern wir daher eine Agrarpolitik, die auf den Artenschutz Rücksicht nimmt und das Anlegen und Pflegen artenreicher Brachflächen fördert“, sagt Hackländer.

In Klepelshagen überdurchschnittlich viele Feldhasen

In Klepelshagen zeigt sich nach seinen Worten die positive Wirkung einer wildtierfreundlichen Landwirtschaft auf das vielerorts vertriebene Säugetier. Jedes Jahr im Frühling und Herbst würden die Mitarbeiter der Stiftung in den Abendstunden mit Nachtsichtgeräten durch Wiesen und Felder ziehen und die Feldhasen rund um das Stiftungsgut Klepelshagen zählen. „Feldhasen sind bei uns mit 17 Tieren auf 100 Hektar überdurchschnittlich häufig zu beobachten – das hat das aktuelle Monitoring gezeigt“, berichtet Hackländer. Das als Hasenland bekannte Gebiet biete Meister Lampe ausreichend Ruhe, Deckung und Nahrung, sodass die Junghasen, die rund um Ostern auf die Welt kommen, höhere Überlebenschancen haben.

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Schutzmaßnahmen für den Feldhasen sollten in die Agrarförderungsprogramme aller Bundesländer integriert werden, fordert die Stiftung. „Feldhasen sind ein typischer Teil unserer Kulturlandschaft“, sagt Hackländer. Seine Ansprüche seien gut erforscht, jetzt gelte es, die entsprechenden Maßnahmen in Gang zu bringen. So helfe man am Ende vielen Wildtieren. Denn was dem Feldhasen nutze, sei auch für Feldvögel, Feldhamster, und Insekten von Vorteil. „Ostern wäre auch andernorts gesichert, wenn die Politik dem Beispiel Klepelshagen folgt.“

Wie die Feldhasenzählung in Klepelshagen in diesem Jahr vonstatten ging, können Interessierte am Samstag, 16. April, um 17.35 Uhr im ZDF in der Sendung „plan b“ sehen.

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