INSOLVENTES UNTERNEHMEN

40 Lila-Bäcker-Filialen geschlossen

Bald soll bekannt werden, wie es mit der angeschlagenen Bäckereikette Unser Heimatbäcker Pasewalk weitergeht. Rund 40 Filialen sollen bereits geschlossen sein.
Fred Lucius Fred Lucius
Wie geht es weiter beim Lila Bäcker? Das wüssten die derzeit rund 2500 Beschäftigten der Bäckereikette nur zu gerne. Am kommenden Montag gibt es einen Termin beim Amtsgericht Neubrandenburg.
Wie geht es weiter beim Lila Bäcker? Das wüssten die derzeit rund 2500 Beschäftigten der Bäckereikette nur zu gerne. Am kommenden Montag gibt es einen Termin beim Amtsgericht Neubrandenburg. ZVG
Pasewalk.

Am kommenden Montag kommt am Amtsgericht Neubrandenburg die Gläubigerversammlung der Bäckereikette Unser Heimatbäcker zusammen. Der Termin am Amtsgericht ist nicht öffentlich, wie eine Sprecherin am gestrigen Dienstag sagte. Das Amtsgericht und die Gläubiger wollen dann entscheiden, wie es sechs Wochen nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang April mit dem auch als Lila Bäcker bekannten Unternehmen weitergehen soll.

Wie eine Sprecherin des Unternehmens am Dienstag gegenüber dem Nordkurier sagte, laufen nach wie vor Gespräche mit mehreren möglichen Investoren. Diese stünden noch nicht vor dem Abschluss. Nach derzeitigem Stand solle die Bäckereikette mit rund 2500 Mitarbeitern und mit Standorten in Pasewalk, Neubrandenburg und im brandenburgischen Dahlewitz nach einer Restrukturierung vollumfänglich weitergeführt werden. „Eine Zerschlagung des Unternehmens ist nicht vorgesehen“, sagte die Sprecherin.

Kein Wort über mögliche Investoren

Zu den Investoren könne sie derzeit nichts sagen. Somit bleibt weiterhin unklar, ob der Zuschlag an die Investorengruppe rund um den ursprünglichen Gründer des Unternehmens, Volker Schülke, geht. Er war bis vorzwei Jahren in der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe aktiv. Auch sei ihr der Termin 15. Mai nicht bekannt, an dem es angeblich eine Mitarbeiterversammlung geben soll, bei der über die Zukunft des Lila Bäckers informiert wird.

Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) fordert indes eine schnelle Entscheidung zur Rettung des Unternehmens. „Nach unseren Informationen sehen die Zahlen nicht gut aus. Der Lila Bäcker muss an jemanden verkauft werden, der Ahnung von dem Geschäft hat”, sagt NGG-Landesgeschäftsführer Jörg Dahms. Die derzeitige Geschäftsleitung sei vollkommen überfordert.

40 Filialen geschlossen

Nach seinen Worten ist der NGG nicht bekannt, wie das Insolvenzverfahren weiterlaufen soll. Dem Betriebsrat sei kein Insolvenzplan vorgelegt worden. Der Gewerkschafter kritisierte nach wie vor fehlende Informationen zu dem Verfahren und zur Zukunft aus der Unternehmensführung. Die NGG hatte schon früher kritisiert, dass das Insolvenzverfahren in Eigenregie abläuft. Damit hätten weiterhin Geschäftsführer das Sagen, die seit Anfang 2018 Umsatzverluste zu verantworten haben, so die Gewerkschaft.

Nach Informationen des NDR sind offenbar bereits mehr als 40 Filialen der insolventen Bäckereikette geschlossen worden. Das hätten Recherchen des Radiosenders NDR 1 Radio MV ergeben. Betroffen seien demnach vor allem Verkaufsstellen in Brandenburg und Berlin. Die Läden stünden inzwischen meist leer, Miete müsse laut NDR dennoch gezahlt werden. Die Mitarbeiter seien versetzt worden oder hätten gekündigt.

Hier werde in großem Stil Geld verbrannt, sagte ein Mitarbeiter, der anonym bleiben möchte, dem Sender. Vor Ostern hatte das Unternehmen bestätigt, sich von rund 70 Filial-Standorten in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin/Brandenburg zu trennen.

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