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400 Kilometer auf der Flucht – Polizisten stoppen Autodieb in Pasewalk

Nachdem ein Autodieb in Niedersachsen einen 80.000 Euro teuren Mercedes gestohlen hatte und fast 400 Kilometer später in Pasewalk geortet worden war, lief alles aus dem Ruder.
Diesen Wagen hatte ein Autodieb in Niedersachsen gestohlen und war damit quer durch MV zur polnischen Grenze unterwegs.
Diesen Wagen hatte ein Autodieb in Niedersachsen gestohlen und war damit quer durch MV zur polnischen Grenze unterwegs. Christopher Niemann
 Den gestohlenen Mercedes stellten die Beamten sicher, doch der Beschuldigte ist weiter auf der Flucht.
Den gestohlenen Mercedes stellten die Beamten sicher, doch der Beschuldigte ist weiter auf der Flucht. Christopher Niemann
Pasewalk ·

Ein in Niedersachsen gestohlener Mercedes im Wert von 80.000 Euro ist am Freitag in Pasewalk aufgetaucht – mit einem polnischen Nummernschild. Bei seiner Flucht beschädigte der Verdächtige das Luxusauto – und konnte entwischen.

Was war passiert? Wie die Polizei mitteilte, hatten Unbekannte in der Nacht zum Freitag in Rosengarten (Niedersachsen) den schwarzen Mercedes GLE 400 4Matic entwendet. Nachdem dessen Besitzer den Diebstahl bemerkt hatte, schaltete er die Polizei ein. Über ein im Wagen eingebautes Ortungssystem konnte der Mercedes den Angaben zufolge gegen 8 Uhr in der Mirower Gegend lokalisiert werden. Die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern habe die Fahndung aufgenommen, die B 198 teilweise gesperrt und Kontrollstellen eingerichtet. Doch das Funksignal habe sich letztlich verloren, so die Polizei.

Mit über 100 km/h über rote Ampeln gerast

Gegen 8.30 Uhr stellte eine Streifenwagenbesatzung das Luxusauto in Pasewalk fest. Es war inzwischen mit einem polnischen Kennzeichen versehen, hieß es. Der Mercedes sei mit mehr als 100 km/h und über rote Ampeln durch die Stadt gerast. Da kam auch die Polizei nicht hinterher.

Doch der rasende Autodieb stoppte sich zunächst selbst: Er sei in einer Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn abgekommen und gegen ein geparktes Fahrzeug gestoßen, das durch die Wucht des Aufpralls auf ein weiteres Fahrzeug geschoben worden sei, teilte die Polizei mit. An beiden Pkw entstand den Angaben zufolge ein Gesamtschaden von etwa 8.000 Euro.

Polizei mit Hubschraubern und Suchhunden im Einsatz

Doch die Irrfahrt ging offenbar weiter: Der mutmaßliche Dieb floh mit dem Mercedes vom Unfallort. Später entdeckten Polizisten eigenen Angaben zufolge das Fahrzeug verlassen im Pasewalker Ortsteil Steinbrink. Die Beamten hätten den Flüchtigen mit einem Großaufgebot gesucht, auch Polizeihubschrauber und Fährtensuchhunde seien eingesetzt worden. Doch der Mann war wie vom Erdboden verschluckt. Kriminaltechniker sicherten Spuren.

Wenn die Polizei ihre Maßnahmen abgeschlossen hat, kann der Halter aus Niedersachsen seinen Luxuswagen wieder in Empfang nehmen, hieß es. Allerdings sei der Mercedes stark beschädigt. Die Polizei schätzte den Schaden auf rund 8.000 Euro.

Zwischen Pasewalk und Rosengarten in Niedersachsen, wo der Mercedes gestohlen wurde, liegen fast 400 Kilometer.

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Kommentare (3)

Schon in Pasewalk.Hat die Polizei überhaupt ein Interesse den Autodieb zu stellen?Ich habe da so meine Zweifel.

Naja, das würde ich mal angesichts des Aufwands, der hier gerade von der Polizei betrieben wurde, nun nicht gerade in Zweifel ziehen. Bei der Preislage des Wagens ist ein GPS-Sender schon eine ganz sinnvolle Sache. Macht nur keinen Sinn, wenn auch die Diebe wissen, wo sich das Teil in der Regel befindet bzw. wie es abgeschaltet wird.

Was aber vielleicht etwas mehr helfen würde, wären Grenzkontrollen nach Polen, so wie früher.

Es ist gar nicht nötig, irgendwelche GPS-Technik im Auto zu deaktivieren.
In einschlägigen Shops findet man leicht für unter 20€ GPS-Störender. Einfach in die Anzünder-Steckdose und im Umkreis von 10 m ist nichts mehr mit GPS. Verkauf und Besitz scheint legal, Betrieb aber nicht.
Bloß was nutzt es, wenn man als Autodieb selbst ein Navi braucht, um seinen Weg zu finden...