CORONA-KRISE

Abi - mit oder ohne Prüfungen? Das sagen Schulleiter

Am Mittwoch rangen die Bildungsminister der Länder um die Frage, ob den Abiturientinnen und Abiturienten ihre Hochschulreife aufgrund der Jahresleistungen und ohne Prüfungen bestätigt werden sollte. Welche Lösung befürworten die Schulleiterinnen der Gymnasien in Löcknitz und Pasewalk?
Aktuell sind die rund 500 Gymnasiasten des Oskar-Picht-Gymnasiums Pasewalk zur Hausarbeit verpflichtet. Die Zwölftkl&auml
Aktuell sind die rund 500 Gymnasiasten des Oskar-Picht-Gymnasiums Pasewalk zur Hausarbeit verpflichtet. Die Zwölftklässler warteten am Mittwoch mit Spannung auf die Entscheidung, ob es Prüfungen geben wird oder die Jahresleistung für das Abitur zählt. Roland Weihrauch
Pasewalk.

Noch findet man auf einschlägigen Seiten im Internet die Prüfungstermine für das Abitur 2020 in Mecklenburg-Vorpommern. Das Land hatte eine Verschiebung der Prüfungen auf Mitte Mai in den Zeitraum der ursprünglichen Nachschreibetermine angekündigt. Angesichts der Corona-Pandemie sind allerdings solche Meldungen schnell überholt. Am Mittwoch konferieren die Bildungsminister der Länder, wie sie bundesweit in der Sache verfahren wollen. Im Kern geht es um die Frage, ob es Prüfungen geben wird oder ob die Jahresleistungen der Gymnasiasten für das Abiturzeugnis herangezogen werden. Ein schwieriges Thema.

„Wichtig ist eine einheitliche Regelung”

Über den Internetauftritt hält das Oskar-Picht-Gymnasium in Pasewalk Kontakt zu den Gymnasiasten. Zum Thema Abiturprüfungen meldete das Portal gestern: „Es werden flexible Lösungen gefunden werden, wie Schülerinnen und Schüler im laufenden Schuljahr ihre Abschlüsse erlangen können. Es ist der Wunsch der Bildungsministerin, dass sie die Zeit zu Hause nutzen können, um sich auf die Prüfungen vorzubereiten.“

Auf Nachfrage ergänzte Schulleiterin Cornelia Kühne-Hellmessen. „Als Schule sind wir ganz offen, welche Entscheidung getroffen wird. Wichtig ist aus meiner persönlichen Sicht, dass es eine einheitliche Entscheidung sein wird.“ Die Gymnasiasten des Abgangsjahrgangs werden, so mutmaßte sie, das Thema sicher unterschiedlich bewerten. „Es kommt hier auf jeden Einzelnen an, wie er über das Jahr gearbeitet hat. Sicher wird es auch Schüler geben, die sich ausrechnen, mit Prüfungen möglicherweise ihre Punktezahl noch zu verbessern.“ Andere werden dagegen mit ihrem jetzigen Leistungsstand zufrieden sein. „Wichtig wird ihnen aber am Ende sein, dass sie ihre Hochschulreife bestätigt bekommen“, so Cornelia Kühne-Hellmessen.

Schulleiterin vertraut dem Ministerium

Regina Metz, Leiterin der Europaschule Deutsch-Polnisches Gymnasium in Löcknitz, sagte, dass das wirklich eine schwierige Entscheidung ist. „Mein rechtliches Wissen ist nicht groß genug, eine solche Entscheidung zu bewerten und zu sagen, welche Entscheidungen hier überhaupt möglich sind. Aber ich habe volles Vertrauen in das Ministerium und die dort zu treffende Entscheidung. Wir warten hier einfach ab. Am Ende sollte die Entscheidung den Abiturienten die Sicherheit geben, dass sie einen Abschluss haben und über die allgemeine Hochschulreife verfügen werden. Anschließend sind natürlich die Universitäten aufgefordert, diesen Abschluss, unabhängig, ob er auf der Grundlage der Prüfungen oder der gezeigten Jahresleistungen zustande gekommen ist, zu akzeptieren und anzuerkennen.“

Die Schüler, so fügte die Schulleiterin hinzu, würden das Thema sehr differenziert bewerten. Angesichts seines persönlichen Leistungsspiegels werde da jeder Gymnasiast seine persönliche Sicht zu der Frage entwickeln: Prüfung ja oder nein? „Ich könnte mir vorstellen, dass leistungsstarke Schüler und Schülerinnen wenig Verständnis dafür haben, dass es ein Abitur nicht geben wird. Aber nach jetzigem Stand soll dieser Fall ja nicht eintreten“, sagte Regina Metz.

 

 

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