Jonas Mißling macht nicht nur als DJ Musik, er organisiert an diesem Wochenende auch das Techno-Open-Air am Boocker Kalk
Jonas Mißling macht nicht nur als DJ Musik, er organisiert an diesem Wochenende auch das Techno-Open-Air am Boocker Kalkloch. Sechs DJ werden bis zum frühen Sonntag Musik spielen. Fred Lucius
Einen seiner letzten Auftritte hatte Jonas Mißling im Speicher in Gramzow, auch im Glashaus Prenzlau hat er aufgelegt.
Einen seiner letzten Auftritte hatte Jonas Mißling im Speicher in Gramzow, auch im Glashaus Prenzlau hat er aufgelegt. ZVG
Das idyllische Kalkloch in Boock ist am Sonnabend Veranstaltungsort für eine Techno-Party.
Das idyllische Kalkloch in Boock ist am Sonnabend Veranstaltungsort für eine Techno-Party. Fred Lucius
Für das Rave am Kalki wurden Fan-Artikel wie Becher und Beutel angefertigt.
Für das Rave am Kalki wurden Fan-Artikel wie Becher und Beutel angefertigt. Fred Lucius
Das ist doch mal eine Location zum Auflegen: mitten in der vorpommerschen Natur!
Das ist doch mal eine Location zum Auflegen: mitten in der vorpommerschen Natur! Fred Lucius
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Techno-Fan plant Rave an der polnischen Grenze

Eine Techno-Sause auf dem Dorf in Vorpommern? Warum nicht! Jonas Mißling organisiert am Wochenende eine Rave-Party in seinem Heimatort Boock – am Kalkloch.
Boock

Zum Kalkloch in Boock führt ein etwa 800 Meter langer Feld- und Waldweg. An dem etwas abgelegenen Ort wird es am Sonnabend lauter zugehen, wenn Fans von Techno-Musik anreisen. „Rave am Kalki“, kurz RaK, nennt sich die Veranstaltung, die der Boocker Jonas Mißling organisiert. „Das Kalki hat sich als Veranstaltungsort herumgesprochen. Mitten in der Natur, das hat was“, sagt der 24-Jährige, der selbst als DJ JoMi Musik auflegt. Mittlerweile zum sechsten Mal findet das Techno-Open-Air in Boock statt.

Angefangen habe man einst mit etwa 20 Besuchern, eher als kleine Party unter Freunden. Zuletzt im Jahr 2019 seien es um die 350 Gäste gewesen. Das habe schon professionellen Charakter gehabt, berichtet der Boocker, der mit Musik groß geworden ist und der von seinem Vater Gunnar musikalisch „infiziert“ wurde. Der Boocker Bürgermeister hat einst zu DDR-Zeiten als „Schallplattenunterhalter“ und später als DJ für Musik und Stimmung auf Festen und bei Feiern gesorgt.

Es gibt extra RaK-Beutel, -Trinkbecher und -Armbänder

Bei dem nun für Sonnabend offiziell angemeldeten RaK hat nun Sohn Jonas den Hut auf. „Ich spiele an dem Abend ja auch. Aber als Veranstalter ist das schon eine große Nummer. Da fließt eine Menge Arbeit, Zeit und auch Geld hinein“, erzählt der 24-Jährige. So schön der Veranstaltungsort am Kalkloch auch sei, logistisch sei dies schon eine Herausforderung. Strom gebe es hier nicht, der werde über mobile Aggregate kommen. Toiletten müssten aufgestellt, die Getränke- und Essenversorgung gesichert und für Parkplätze gesorgt werden. Letztere stelle eine Landwirtin zur Verfügung. Damit alles in „ordentlichen Bahnen“ läuft, sei auch ein Sicherheitsteam beauftragt worden. Zudem stehe Olaf Marquardt mit seinem Fahrservice für Beförderungen zur Verfügung.

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Je größer so eine Veranstaltung werde, um so mehr würden auch die Kosten steigen, erklärt der Boocker, der als Verwaltungsfachangestellter im Amt Löcknitz-Penkun beruflich tätig ist. Hilfe bei der Organisation und Durchführung erfahre er von seiner Familie und Freunden. Auch Sponsoren wie die Mecklenburgische Versicherung Sven Scheele, die Raminer Agrar GmbH, die Elektromaschinen eG Löcknitz und die Gemeinde würden die Veranstaltung unterstützen. Eigens für das Rave am Kalki seien Fan-Artikel wie Beutel, Trinkbecher und Armbänder beschafft worden.

Sechs DJs legen am Sonnabend auf

Jonas Mißling zufolge werden an dem Abend und in der Nacht neben ihm fünf weitere Techno-DJs auflegen. Bekanntester Künstler (Headliner) sei dabei Carlo Ruetz aus Rostock. „Im Schnitt 1,5 bis zwei Stunden spielt jeder DJ“, kündigt der Boocker an und verschweigt nicht, dass es am Kalkloch laut zugehen werde. Bis 6 Uhr am Sonntag sei die Veranstaltung beantragt und genehmigt worden. Als Veranstalter weist Jonas Mißling darauf hin, dass Zelten am Boocker Kalkloch nicht erlaubt sei. „Wir hoffen natürlich, dass es ein schöner Abend wird und wir viele Besucher zu diesem Open-Air begrüßen können“, sagt der 24-Jährige, der davon träumt, einmal in angesagten Berliner Techno-Klubs auflegen zu können. An den ersten Eigenproduktionen arbeite er.

Karten für das RaK in Boock gibt es an der Abendkasse und hier.

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