CORONA-PANDEMIE

Agenturchef: Viele Anträge auf Kurzarbeit

Die Corona-Krise bedroht Unternehmen, Handwerker, Händler, Selbstständige, Gewerbetreibende. Damit stehen viele Arbeitsplätze auf dem Spiel. Um das zu vermeiden, können Arbeitgeber Kurzarbeit anmelden. Die Arbeitsagentur erwartet eine rege Nachfrage.
Agentur-Geschäftsführer Andreas Wegner. Foto: Archiv
Agentur-Geschäftsführer Andreas Wegner erwartet eine hohe Nachfrage nach Kurzarbeitergeld. Nk-Archiv
Die Arbeitsagentur Greifswald erwartet eine hohe Nachfrage nach Kurzarbeitergeld. Die Beratungs- und Bearbeitungsteams wurden
Die Beratungs- und Bearbeitungsteams der Arbeitsagentur wurden bereits verstärkt. Nk-Archiv
Vorpommern.

Die Arbeitsagentur Greifswald rechnet in den kommenden Tagen und Wochen mit einem hohen Aufkommen an Anträgen zu Kurzarbeitergeld. „Das wird eine Herausforderung. Wir gehen aber davon aus, dass wir diese bewältigen“, sagt Agentur-Geschäftsführer Andreas Wegner. Da man sich in dem dreistufigen Verfahren zum Kurzarbeitergeld jetzt noch hauptsächlich intensiv auf der Ebene der Beratung bewege, könne noch nicht gesagt werden, für wie viele Firmen und Arbeitnehmer Kurzarbeit gelten wird. Dies sei frühestens Ende des Monats möglich. Wegner zufolge geht aktuell täglich eine Vielzahl von Anträgen auf Kurzarbeitergeld in den Arbeitsagenturen ein. Darüber hinaus würden Mitarbeiter des Arbeitgeber-Service Unternehmen über die Arbeitgeber-Hotline 0800 4555520 zu dem Thema beraten. „Wir haben das Team, welches die Anträge auf Kurzarbeitergeld bearbeitet, bereits deutlich verstärkt“, meint der Agentur-Chef.

Bewilligung und Auszahlung soll schnellstmöglich erfolgen

Die Arbeitsagentur prüfe zunächst die eingehenden Anträge auf Vollständigkeit und pflege sie in die Fachverfahren ein, damit die Bewilligung und Auszahlung dann schnellstmöglich erfolgen kann. „Ich kann nur jedem Arbeitgeber raten, die Möglichkeit von Kurzarbeit zu nutzen und Mitarbeiter nicht zu entlassen“, sagt Andreas Wegner. Das sei nicht nur im Interesse und wichtig für die Beschäftigten, die damit ihren Arbeitsplatz behalten. Mit dem Kurzarbeitergeld können die Unternehmen ihre Fachkräfte in dieser schwierigen Situation halten, die sie nach der Krise dringend benötigen. Wegner weist darauf hin, dass Unternehmen Kurzarbeit für März bis zum 31. März bei der Arbeitsagentur schriftlich oder elektronisch anzeigen müssen.

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Die Unterlagen sind online unter www.arbeitsagentur.de/unternehmen abrufbar. In MV werden Wegner zufolge Anträge zu Kurzarbeitergeld in einem so genannten operativen Service bearbeitet. Dieser sichere, dass die Leistung der Agentur auch gewährt werden kann, wenn Mitarbeiter einer Dienststelle von dem Virus betroffen sind. „Wir gehen von einem überschaubaren Zeitraum aus und empfehlen daher, Kurzarbeitergeld für sechs Monate zu beantragen“, meint Wegner. Maximal möglich seien zwölf Monate. Als betriebliche Voraussetzung für diese Leistung gelte, dass mindestens ein Arbeitnehmer in der Firma angestellt ist. Für Solo-Selbstständige oder Ein-Mann-Betriebe komme Kurzarbeitergeld nicht in Frage. Ihnen solle über Programme zur Liquiditätsverbesserung geholfen werden.

Anspruch auf Kurzarbeitergeld bestehe, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als zehn Prozent haben. Betriebe müssen grundsätzlich Überstunden und Zeitguthaben sowie Resturlaub aus dem Vorjahr abgegolten haben. 

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