Idee hat bundesweit Fans
Aktion "Klasse! Wir singen": Die Penkuner sind groß dabei

Die Schüler der Klasse 5/2 proben nicht nur den Gesang, sondern auch die  Bewegungschoreografie. Man sieht, dass alle mit Spaß bei der Sache sind.
Die Schüler der Klasse 5/2 proben nicht nur den Gesang, sondern auch die Bewegungschoreografie. Man sieht, dass alle mit Spaß bei der Sache sind.
Rainer Marten

Penkuns Schüler der 5. bis 7. Klasse proben für den großen Auftritt. Am 26. Februar machen sie in Neubrandenburg bei der Aktion „Klasse! Wir singen“ mit. Und das nun bereits zum vierten Mal.

Fast jede neue Unterrichtsstunde beginnt seit einiger Zeit in den Klassen 5 bis 7 der Regionalen Schule Penkun mit einem Lied. „Dat du min Leevsten bist“, „Kein schöner Land“ oder „Der Mond ist aufgegangen“ sind dann hinter den Türen der Klassenzimmer zu hören. Die Schüler bereiten sich so auf ihren großen Auftritt vor. Am 25. und 26. Februar findet in der Neubrandenburger Konzertkirche die Aktion „Klasse! Wir singen“ statt.

„Unsere Schule macht dort seit 2016 mit“, berichtet Andrea Krüger, die an der Schule unter anderem Musik unterrichtet. Sie griff vor vier Jahren einen Gedanken auf, der in Braunschweig seinen Ursprung hat. Der Domkantor Gerd-Peter Münden entwickelte 2007 die Idee, Schulklassen singend in einem großen Auftritt miteinander zu vereinen. Der Grund: In Familien, Schulen, in Freundeskreisen wird immer weniger gesungen. Das alte Liedgut geht mehr und mehr verloren; Kinder kennen die Texte einst sehr bekannter Lieder nicht mehr. Das Singen soll in der Gesellschaft wieder stärker verankert werden. Bildungsferne Familien sollen so zur kulturellen Teilhabe ermuntert und bildungsaffine Familien zurück zum gemeinsamen Singen geführt werden. Migrantenkinder und deren Familien sollen so in die Gesellschaft integriert und beim Spracherwerb unterstützt werden.

Tausende machen mit

Ursprünglich war das Musikfest der Schulklassen für Braunschweigs kleine Verhältnisse gedacht. Zum ersten Fest rechneten die Veranstalter mit 2000 bis 4000 Teilnehmer. Nur ein Jahr später, 2007, meldeten sich rund 28 000 Teilnehmer an. Der niedersächsische Kultusminister bat daraufhin Gerd-Peter Münden, das Projekt landesweit anzubieten. Weitere Bundesländer erkannten das Potenzial, meldeten Interesse an, sodass seit 2011 die Aktion jährlich wechselnd in anderen Bundesländern stattfindet.

In der Uecker-Randow-Region ist die Aktion „Klasse! Wir singen“ noch immer nicht wirklich angekommen, bedauert Andrea Krüger. Deshalb entschloss sie sich, jetzt auch öffentlich Werbung dafür zu machen.

Viele Unterstützer

Die Organisatoren geben jährlich zehn Titel vor, die in den Schulen geübt werden – in Penkun vor dem Fest immer zu Beginn einer Unterrichtsstunde. Zu den Liedern geben die Veranstalter eine Bewegungschoreografie heraus. Die Penkuner Kinder, so sagte Andrea Krüger, können nur an dem Projekt teilnehmen, weil sie viele Unterstützer haben. Das sind in erster Linie die Eltern der Fünft- bis Siebtklässler sowie Sponsoren.