PRÄVENTIONSBERATUNG IN PASEWALK

Alte Masche Enkeltrick, aber viele fallen drauf rein

Vor allem Senioren fallen auf den Enkeltrick und andere Betrugsmaschen herein. Präventionsberater Axel Falkenberg kennt viele Beispiele.
Fred Lucius Fred Lucius
Der Präventionsberater Axel Falkenberg sprach mit Pasewalker Senioren über den Enkeltrick und andere Betrugsmaschen.
Der Präventionsberater Axel Falkenberg sprach mit Pasewalker Senioren über den Enkeltrick und andere Betrugsmaschen. Fred Lucius
Strasburg.

Die Masche ist perfide: Ein angeblicher Polizist ruft bei einer Seniorin an und warnt, dass bei ihr ein Einbruch geplant ist. Man habe bei einem vermeintlichen Täter einen Zettel mit ihrem Namen gefunden, gibt der Schein-Polizist zu verstehen. Diesen wolle man jetzt überführen. Dann will er wissen, welche Wertgegenstände und wie viel Bargeld die Frau zu Hause hat. Letztlich bietet der Polizist an, die Sachen abzuholen und sicherzustellen.

„So etwas passiert immer wieder. Die Anrufe von falschen Polizisten kommen meist aus der Türkei. Die Leute sprechen akzentfrei Deutsch, sie haben meist lange in Deutschland gelebt“, sagt Präventionsberater Axel Falkenberg, der einer Einladung in die Pasewalker Tagespflege Skrzypczak gefolgt ist, um über den Enkeltrick und andere Betrugsmaschen aufzuklären. „Bei unserer Zeitungsschau sprechen wir mit den Senioren immer wieder über die Meldungen zu solchen Betrügereien. Es gibt bei uns aber auch Tagesgäste, die schon angerufen wurden. Deshalb haben wir zu dieser Informationsveranstaltung eingeladen“, begründet Sylvia Braun, Leiterin der Tagespflege, die Einladung.

Anfänge aus den 90er Jahren

Polizeihauptkommissar Axel Falkenberg zufolge stammen die Anfänge des Enkeltricks aus den 1990er Jahren aus dem Raum Hamburg. Die Täter würden meist aus Call Centern in Polen anrufen und in der Regel vorgeben, Geld für einen Immobilien- oder Autokauf oder nach einem Unfall zu benötigen. „Niemand braucht in solchen Fällen sofort Bargeld“, meint Falkenberg. Betrüger würden sich auch als falsche Staatsanwälte, Notare oder Überbringer von Lottogewinnen ausgeben.

Falkenberg: „Jeder zehnte Trick-Anruf ist erfolgreich“

Aber nicht nur am Telefon werde versucht, zumeist Senioren zu überlisten. Trickbetrüger seien an der Haustür und auf der Straße auch als falsche Spendensammler und Handwerker unterwegs oder würden vorgeben, wegen Übelkeit Wasser zu benötigen. Per Post werde mit Überweisungsschein etwa für Behinderte geworben. Betrugsmaschen würden immer wieder aktualisiert.

Im ersten Halbjahr gab es im Bereich der Polizeiinspektion Anklam Falkenberg zufolge 74 Anzeigen wegen eines versuchten oder erfolgreichen Enkeltricks, 24 wegen eines Gewinnversprechen und zehn wegen eines falschen Polizisten. „Wir gehen davon aus, dass jeder zehnte Anruf beim Enkeltrick erfolgreich ist, offiziell ist es jeder 25.“, meint der Polizist. Die Täter würden so jedes Jahr hunderttausende Euro erbeuten. „Geben sie kein Geld oder Wertsachen an Fremde“, riet Falkenberg den Senioren unter anderem. Wünschenswert wäre es zudem, wenn Bankangestellte bei einem Betrugsverdacht Überweisungen nicht sofort ausführen.

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