SCHILDBÜRGERSTREICH

Amt verschließt Gullys, doch wo soll das Wasser hin?

Schilder am Ortseingang zeigen es an: Die Straße in Fahrenwalde weist Schäden auf. Für Bürgermeister Steffen Zimmermann gibt es aber ein noch größeres Problem.
Um weitere Ausspülungen an defekten Stellen des Regenwasserkanals zu verhindern, sind Gullydeckel mit Folie und Asphalt v
Um weitere Ausspülungen an defekten Stellen des Regenwasserkanals zu verhindern, sind Gullydeckel mit Folie und Asphalt verschlossen worden. Fred Lucius
Mehrere Warnbaken  in der Ortsdurchfahrt Fahrenwalde weisen auf abgesackte Regeneinläufe hin.
Mehrere Warnbaken in der Ortsdurchfahrt Fahrenwalde weisen auf abgesackte Regeneinläufe hin. Fred Lucius
Überall in Fahrenwalde stehen Warnschilder: Achtung, Straßenschäden!
Überall in Fahrenwalde stehen Warnschilder: Achtung, Straßenschäden! Fred Lucius
Fahrenwalde.

Abgesackte Regeneinläufe am Straßenrand, Warnbaken davor, Schlaglöcher – die Ortsdurchfahrt Fahrenwalde, Teil der Landesstraße 322, ist in keinem guten Zustand. „Das ist noch unser kleineres Problem. Die komplette Straßenentwässerung ist defekt. Bei viel Regen steht die Straße unter Wasser“, sagt Bürgermeister Steffen Zimmermann. Das Regenwasser laufe dann auf Grundstücke. Eigentümer hätten zum Teil schon selbst eine Regenentwässerung beispielsweise zum Dorfteich auf eigene Kosten gelegt.

Ursache für das Wasser auf der Straße seien auch mit Folie und Asphalt verschlossene Gullydeckel. „Das ist doch ein Schildbürgerstreich. Dass man auf die abgesackten Regeneinläufe mit einer Warnbarke hinweist, ist ja in Ordnung. Aber das kann doch nicht auf Dauer sein“, schimpft Zimmermann.

„Das ist Hinhaltetaktik!”

Nach seinen Angaben habe es bereits eine Begehung mit Mitarbeitern der Straßenmeisterei Pasewalk gegeben. Die Gemeinde habe sich an den Landrat, das Schweriner Verkehrsministerium und das Straßenbauamt gewandt. „Entweder man bekommt gar keine Antwort oder wird vertröstet, dass die Planungen laufen. Für uns ist das eine Hinhaltetaktik“, sagt der Fahrenwalder Bürgermeister. Lob hat er hingegen für den Wasser- und Bodenverband Mittlere Uecker-Randow mit Sitz in Löcknitz. Dieser habe Rohre gespült. Der Abfluss von Wasser aus Vorflutern wie dem Dorfteich funktioniere.

So bald wird sich an dem Zustand nichts ändern

Hoffnung auf eine baldige Änderung des Zustandes kann Andreas Herold, Dezernent und stellvertretender Leiter des Straßenbauamtes Neustrelitz, nicht machen. „Die Situation ist schon kritisch“, räumt er ein. Ein Teil des Regenwasserkanals sei defekt. Damit es an diesen Stellen nicht zu weiteren Ausspülungen komme, seien die Gullydeckel verschlossen worden. Dies sei eine notdürftige Maßnahme, um die Straße befahrbar zu halten. „Eine richtige Lösung kann es erst mit dem grundhaften Ausbau der Straße geben. Das ist in Planung. Dieser Ausbau könnte im Jahr 2023 erfolgen. Aber das können wir nicht versprechen. Es könnte auch später werden“, erklärt Andreas Herold.

Lediglich den Regenwasserkanal zu erneuern, ergebe keinen Sinn. Bis zum Straßenausbau müsse man die Situation so gut wie möglich überstehen. Bei akuten Problemen gelte es aber, sofort zu reagieren. An den Kosten für den Bau der Regenentwässerung müsse sich nach den Worten des Dezernenten auch die Gemeinde beteiligen. Hier sei man mit den Gesprächen noch nicht am Ende, hoffe aber auf eine einvernehmliche Lösung der Kostenbeteiligung, sagt Herold.

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