Niederlage für NPD-Verteidiger Andrejewski

:

Anklamer wegen Hitlergruß zu hoher Geldstrafe verurteilt

Vor dem Amtsgericht in Pasewalk wurde ein Anklamer zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er bei dieser NPD-Demo im April 2016 den Hitlergruß gezeigt hat.
Archivbild / Christopher Niemann

In Pasewalk wurde ein Anklamer zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er während einer NPD-Demo den Hitlergruß gezeigt haben soll. Eine Niederlage auch für seinen Verteidiger Michael Andrejewski, der bis 2016 für die NPD im Landtag saß.

Ein Anklamer ist am Dienstag vom Pasewalker Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er bei einer NPD-Demonstration im April 2016 in Anklam den Hitlergruß gezeigt haben soll. Sein Verteidiger war Michael Andrejewski, ehemaliger Abgeordneter für die NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern.

Ein Polizist gab vor Gericht als Zeuge an, zusammen mit seinen Kollegen während der NPD-Demonstration eine Personengruppe genauer beobachtet zu haben. Diese hätte besonders aggressive Parolen („Merkel muss sterben”) skandiert. In der Gruppe habe sich auch der angeklagte Anklamer befunden.

Gruß an den Nachbarn?

Auf den Vorwurf, er habe den Hitlergruß gezeigt, reagierte der Angeklagte mit Unverständnis. Laut ihm sei dies nur ein Gruß an seinen Nachbarn gewesen, bei dem er außerdem eine Zeitung in der Hand gehabt habe.

Richter Gerald Fleckenstein folgte dieser Darstellung jedoch nicht. Da der Angeklagte nur über ein geringes Einkommen verfügt, verurteilte der Richter ihn zu einer Geldstrafe von 600 Euro (30 Tagessätze á 20 Euro), auch die Verfahrenskosten muss der Mann tragen.

Michael Andrejewski und sein Mandant haben noch die Möglichkeit, gegen das Urteil Berufung einzulegen.

Während der Demo sorgte noch ein weiterer Teilnehmer für Aufsehen: Mit einem Galgen in der Hand war er durch Anklam spaziert.

Weiterführende Links