URLAUB IN MV

Ansturm auf Campingplätze jenseits von Rügen und Usedom

Wegen der Corona-Krise sind die Ostsee-Inseln offenbar derart überfüllt, dass es immer mehr genervte Insel-Bewohner auf die Campingplätze im Hinterland zieht.
Jochem Wernecke betreibt den Campingplatz Star Camp in Cosa zwischen Strasburg und Friedland.
Jochem Wernecke betreibt den Campingplatz Star Camp in Cosa zwischen Strasburg und Friedland. Fred Lucius
Aus Coswig bei Dresden sind die diese jungen Leute auf den Campingplatz Star Camp gekommen. Die Idylle hier gefällt ihnen
Aus Coswig bei Dresden sind die diese jungen Leute auf den Campingplatz Star Camp gekommen. Die Idylle hier gefällt ihnen. Fred Lucius
Krugsdorf.

Vom Nieselregen lässt sich Jochem Wernecke die gute Laune nicht vermiesen. „Klar, Camper haben die Sonne lieber. Wenn wir ein Wetter wie die letzten Jahre haben würden, könnte sich Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr vor Urlaubern kaum retten“, sagt der Betreiber des Campingplatzes Star Camp in Cosa, gelegen zwischen Strasburg und Friedland an der Talsperre Brohm.

Seit mit dem 25. Mai Campingurlaub im Nordosten wieder zugelassen ist, verzeichnet Wernecke 50 Prozent mehr Übernachtungen als sonst. Die Nachfrage von Campern werde hier im Hinterland auch in den nächsten Jahren nicht so groß sein wie an der Ostsee. Dennoch habe er täglich im Schnitt 30 Anfragen von Urlaubern, im Schnitt fünf würden dann auch buchen. „Ich hatte den Eindruck, dass viele nur auf dieses Startsignal gewartet haben. Bei vielen fällt der Auslandsurlaub weg. Die kommen jetzt zu uns und zu anderen Plätzen. Auf der anderen Seite haben wir in diesem Jahr weniger Urlauber aus Holland, Dänemark oder Norwegen“, sagt Wernecke, der auch Vorsitzender des Tourismusvereins Brohmer & Helpter Berge ist.

Wollen sie dem Massentourismus entgegen?

Im Schnitt eine Woche würden die Camper auf dem Platz in Cosa verbringen. Tages- und auch Radtouristen zähle er weniger, womöglich auch wegen des Wetters. Aufgefallen sei ihm, so Wernecke, dass vermehrt Urlauber aus dem Ostseeraum wie etwa Rostock oder der Insel Usedom kommen. Diese wollten womöglich dem Massentourismus in ihren Regionen entgehen. Bis zu 60 Stellplätze für Zelte, Wohnmobile und Wohnanhänger gebe es, dazu zwei Ferienwohnungen und Plätze für Dauercamper. „Größer soll es auch nicht werden. Die Gäste schätzen die Ruhe und den familiären Charakter“, erklärt der Betreiber. Der erhaltene Zuschuss als Corona-Hilfe habe geholfen, die laufenden Kosten für etwa drei Monate zu decken. Die Preise für Camper habe er nicht erhöht. Trotz der jetzt guten Auslastung – die Verluste zuvor würden damit nicht aufgefangen.

Komlett ausgebucht im Juli

Das sieht auf dem Campingplatz Krugsdorf ähnlich aus. „Im Juli sind wir komplett ausgebucht. Anfragen gibt es auch schon für August. Da ist aber noch etwas frei“, sagt Mandy Müller, die den Platz mit ihrem Mann Daniel betreibt. Wer mehrere Tage am Kiessee verbringen wolle, sollte rechtzeitig buchen. Die jetzige Entwicklung sei erfreulich, der Ausfall in der Zeit der Schließung aber nicht aufzuholen, sagt Mandy Müller. Schließlich konnten auch Feiern, Klassenfahrten oder Veranstaltungen wie das Strandfest nicht stattfinden.

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Kommentare (2)

Usedom ist hoffnungslos überfüllt. Wer hier Urlaub macht, kann auch gleich in den Großstädten bleiben. Und dafür auch noch viel Geld bezahlen?

Wenn ich dem Massentourismus entgehen möchte, dann sicherlich nicht auf überfüllten Campingplätzen auf Usedom. Dicht an dicht stehen Wohnwagen und Zelte in Reih und Glied und vor Gemeinschaft Anlagen bilden zu bestimmten Zeiten Schlangen wie in den besten DDR- Zeiten.
Das soll die Flucht vor Massentourismus sein?