UMSTRITTENE BAUPLÄNE

Auch Angler wehren sich gegen Mega-Solarpark in Krugsdorf

Die Rostocker Firma East Energy will auf dem Kiessee in Krugsdorf einen schwimmenden Solarpark bauen. Der Landesanglerverband will das verhindern. Auch der Kreis äußert sich.
Den Kiessee in Krugsdorf nutzen viele Bürger aus der Region, um sich zu erholen. Auf dem Campingplatz findet man Urlauber
Den Kiessee in Krugsdorf nutzen viele Bürger aus der Region, um sich zu erholen. Auf dem Campingplatz findet man Urlauber aus ganz Deutschland. Das könnte sich ändern, sollten die Pläne der Solarkraftfirma aufgehen. NK-Montage/Fotos: F. Lucius, Roland Weihrauch
So sieht eine schwimmende Photovoltaik-Anlage im Baggersee Maiwald (Baden-Württemberg) aus. Exakt  2.034 Solarmodule auf 7.700 Quadratmeter (ca. ein Fußballfeld). East Energy plant in Krugsdorf mit rund der zehnfachen Größe.
So sieht eine schwimmende Photovoltaik-Anlage im Baggersee Maiwald (Baden-Württemberg) aus. Exakt 2.034 Solarmodule auf 7.700 Quadratmeter (ca. ein Fußballfeld). East Energy plant in Krugsdorf mit rund der zehnfachen Größe. Benedikt Spether (Archiv)
Krugsdorf ·

Der von der Rostocker Firma East Energy geplante Solarpark auf dem Kiessee in Krugsdorf hätte zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Aussicht auf Genehmigung. Dies sagte Kreissprecher Achim Froitzheim auf Nordkurier-Anfrage. „Durch den Bürgermeister der Gemeinde Krugsdorf ist der Kreis bereits in Kenntnis über ein solches Vorhaben gesetzt worden. Ein Bauantrag liegt der unteren Bauaufsichtsbehörde des Landkreises nicht vor“, erklärte Froitzheim.

Da nach seinen Worten Photovoltaik-Freiflächenanlagen im Außenbereich nicht bauplanungsrechtlich privilegiert sind, besteht zunächst ein Planerfordernis. Ein entsprechender Bebauungsplan könne nur durch die Gemeinde aufgestellt werden. Ob die Gemeinde dies in Erwägung ziehe, sei dem Landkreis bisher nicht bekannt. Die Gemeinde will sich Mitte Oktober positionieren. Im Landkreis würden bisher keine Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf Gewässern existieren, so der Kreissprecher.

Auch Landesanglerverband kritisiert Vorhaben

East Energy-Projektleiter Michael Dahlmann hatte hingegen gesagt, dass das Unternehmen keinen Bebauungsplan für den schwimmenden Solarpark benötige. Dafür sei lediglich eine wasserrechtliche Genehmigung notwendig. Mit der Gemeinde wolle man einen Konsens zu dem Vorhaben herstellen.

Kritik an dem Solarpark auf dem Kiessee kommt indes auch vom Landesanglerverband (LAV). „Für uns ist das unbegreiflich. Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, um das zu verhindern“, erklärte Geschäftsführer Axel Pipping. Der Landesanglerverband habe für den gesamten Kiessee das Fischereirecht gepachtet, aber nicht die Fläche. Das eingeräumte Fischereirecht stehe im Widerspruch zu einer Bebauung.

„Das beißt sich. Den Anglern gehen gravierende Möglichkeiten verloren. Auch aus biologischer Sicht ist das nicht gut. Es entstehen tote Zonen“, sagte Pipping. Der LAV unterstützt die Petition gegen den Solarpark.

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