Barbara Caveng (links) und Lana Svirezheva stellten die Installation vor. Die zeltähnliche Konstruktion greift die Themen Frauen und Krieg auf.
Barbara Caveng (links) und Lana Svirezheva stellten die Installation vor. Die zeltähnliche Konstruktion greift die Themen Frauen und Krieg auf. Susanne Böhm
Malerin Lana Svirezheva (rechts) zeigte Besuchern bei der Eröffnung die Installation. Die Arbeit ist bis zum 1. Mai in Pa
Malerin Lana Svirezheva (rechts) zeigte Besuchern bei der Eröffnung die Installation. Die Arbeit ist bis zum 1. Mai in Pasewalk zu sehen. Susanne Böhm
Bei ihrer Aktion am Frauentag brachte Barbara Caveng das Edda ins Spiel. Das Pferd trug eine symbolische Vorreiterin durch Pas
Bei ihrer Aktion am Frauentag brachte Barbara Caveng das Edda ins Spiel. Das Pferd trug eine symbolische Vorreiterin durch Pasewalk, die auch in die neue Installation eingeflossen ist. Lana Svirezheva
Kunst auf dem Land

▶ Auf Aktion mit Frauen und Pferd folgt Installation mit Frauen und Zelt

Erst zog Barbara Caveng mit einer Stute und auf Vorhängen gedruckten Frauennamen durch Pasewalk, jetzt hat sie aus Planen und diesen Vorhängen etwas gebaut. Was noch kommt, weiß sie selbst nicht.
Pasewalk

Künstlerin barbara caveng, die ihren Klarnamen kleingeschrieben als Künstlernamen verwendet, hat noch eine Schippe drauf gelegt. Nachdem sie Anfang März durch eine Aktion mit Pferd, Gardinen und Kartoffeln von sich reden gemacht hatte, präsentierte sie in dieser Woche der Öffentlichkeit eine Installation.

In dem ehemaligen Schuh- und Frisörladen in der Großen Kirchenstraße 25 in Pasewalk ist seit Mittwoch eine Art Zelt zu sehen, das die 58-Jährige zusammen mit ihrer Kollegin Lana Svirezheva aus Plastikplanen und Vorhängen gebaut hat. Das Material stammt teilweise aus der Pferde-Performance vom 8. März, bei der eine mit Frauennamen bedruckte Stoffbahn durch Pasewalk gezogen worden war. Im Zelt können sich die Besucher auf Vorhänge mit Frauennamen setzen. Über Kopfhörer hören sie Erklärungen, warum gerade diese Namen gedruckt wurden.

Video – Eröffnung für die Kunstinstallation in Pasewalk:

[Video]

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Arbeit nimmt Bezug auf den Krieg in der Ukraine

Die Arbeit nimmt Bezug auf die Rolle der Frauen in der Gesellschaft und auf den Krieg in der Ukraine. „Kriege sind stark verbunden mit Männern. Es wäre interessant zu sehen, wie die Welt aussehen würde, wenn sie weniger patriarchalisch strukturiert wäre, mehr Spielraum für Frauen hätte“, erklärte die in Berlin lebende Künstlerin, die ein halbes Jahr lang in Pasewalk wohnt und wirkt. Vermutlich ginge es dann weniger um „Waffen und physische Kräfte, sondern um die Kraft der Gedanken, die keine Grenzen haben“. Die Frage, in welchem Verhältnis Kunst und Krieg stehen, habe sowohl zur Entstehung der Show mit dem Pferd als auch zu der audiovisuellen Installation beigetragen. „Die Zerstörung der Ukraine rückt alle anderen Kriege ins Bewusstsein und die Überlegung, was Krieg für unsere Handlungen bedeutet und ob unsere Handlungen wirkungslos bleiben. Darum haben wir entschieden, die Arbeit umzusetzen.“

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Versuch, mit geringsten Mitteln Schutz herzustellen

Die „fragile Architektur des Zelts ohne Wände mit Plastikfolie, die an Kriegsfarben erinnert“ symbolisiere „den Versuch, mit geringsten Mitteln Schutz herzustellen“. Zwischen den „dünnen Vorhängen, mit Namen bedruckt“, höre man Gründe, warum bestimmte Frauen erwähnt wurden. Die Begründungen stammen von jenen 250 Frauen, die Anfang März einem Aufruf der Künstlerin folgend die Namen vorgeschlagen hatten. „Die Begründungen geben Hoffnung in diesen Zeiten und bringen den Glauben an die Menschen zurück, auf jeden Fall den an Frauen.“

Laden ist Raum für freies Denken und kritisches Handeln

Der Laden namens Nur Kunst, in dem die Installation bis zum 1. Mai zu erleben ist, ist freitags von 16 bis 19 Uhr, sonnabends von 14 bis 17.30 Uhr und sonntags von 11 bis 17.30 Uhr geöffnet. Die Installation trägt den Titel Die Vorreiterin, welche auch schon am Frauentag eine Rolle gespielt hatte.

Der Pasewalk-Aufenthalt der in Zürich geborenen ehemaligen Schauspielerin wird finanziert aus Mitteln von Bund, Land und Landkreis. „Die Frage, was hier weiter passieren wird, kann ich selbstverständlich nicht beantworten.“ Ihr Laden sei „Raum für Begegnung und Dialog, für freies Denken und kritisches Handeln“.

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