Chemischer Kampfstoff
Aufregung um Sarin an Schule in Pasewalk

Feuerwehrleute in Chemischutzanzügen gingen daraufhin in die Pasewalker Schule.
Feuerwehrleute in Chemischutzanzügen gingen daraufhin in die Pasewalker Schule.
Christopher Niemann

Ein Lehrer hat in einer Schule in Pasewalk fünf Reagenzgläser mit der Aufschrift „Sarin” gefunden. Polizei, Feuerwehr und Munitionsbergungsdienst rückten an. In Schutzanzügen ging's dann ins Gebäude.

Aufregung in Pasewalk: Am dortigen Gymnasium hat ein Lehrer beim Aufräumen fünf Reagenzgläser gefunden, die mit „Sarin” beschriftet waren. Seit DDR-Zeiten sollen sie dort laut Auskunft der Polizei gelegen haben. Es sei aber praktisch auszuschließen, dass der tödliche Kampfstoff in der Schule gelagert wurde. Vielmehr dürfte es sich um einen Indikator gehandelt haben.

Dennoch hatte der Lehrer gegen 17.50 Uhr natürlich die Polizei informiert, auch der Rettungsdienst sowie die Feuerwehr rückten an. Eine Gefahr für Personen habe aber zu keiner Zeit bestanden. Um die Reagenzgläser dennoch sicher zu entsorgen, wurde der Munitionsbergungsdienst aus Schwerin angefordert. Auch die Bürgermeisterin von Pasewalk, Sandra Nachtweih, war während des gesamten Einsatzes vor Ort.

Feuerwehr mit Chemischutzanzügen

Der Bergungsdienst traf kurz vor 23 Uhr in Pasewalk ein. Feuerwehrleute in Chemischutzanzügen gingen daraufhin ins Gebäude. Mit Messgeräten überprüften sie die Räume, verstauten schließlich die Reagenzgläschen mit der Flüssigkeit in einer Transportbox und brachte diese in den Spezialänhänger des Munitionsbergungsdienstes. Gegen 0 Uhr war der Einsatz vor Ort beendet.

Erst Ende Februar war die Feuerwehr in Neubrandenburg zu einer Schule ausgerückt, weil dort ein Milzbrand-Erreger entdeckt worden war.

Dieser Artikel wurde am Samstag, 16. März, aktualisiert.

Kommentare (3)

Wofür braucht man im Unterricht einen Indikator wenn man keine Substanz zum prüfen hat? Was ich mir vorstellen kann, dass es sich um Gasspürröhrchen ('Dräger-Röhrchen') für Sarin handelt. Die waren bei der chemischen Abwehr der DDR weit verbreitet. Eventuell hat ja ein Lehrer die mal als Anschaungsobjekt mit in die Schule gebracht. Die sehen aber nicht wie ein normales Reagenzglas aus. Die Dinger hatte ja mal die USA als 'Giftgasfund' im Irak-Krieg in die Presse gesetzt, weil da groß 'Sarin' drauf stand. Jeder der Gasspürröhrchen kennt (das nicht nur beim Militär; die werden auch im zivilen Bereich gern genutzt z.B. für Kohlenmonoxyd, Schwefelwasserstoff,Grubengase,...) hat sich damals darüber kaputt gelacht...

wie die Dräger Rörchen überhaupt schon zu DDR Zeiten? Und wenn nein, welche Lehrkraft von heute, hat denn schon Erfahrung mit sowas wie Sarin sammeln können? Und selbst wenn, wenn morjen auf Arbeit bei mir im Labor ein Glas mit der Aufschrift "Sarin" auftaucht und niemand mir ne erklären könnte was drin ist, würd ich aber dreimal bei der Feuerwehr anrufen und drum bitten das der Scheiss hier nicht mehr rumhängt :).

Ja, die gab es. Habe die selbst genutzt: Bei der Post (ca. 1983) zum Feststellen von Kanalgasen in Kabelschächten. Natürlich hießen die nicht 'Dräger' war aber ansonsten genau das selbe. Inzwischen sind die eher vom Aussterben bedroht, da elektronische Geräte an vielen Stellen die Aufgabe übernommen haben. Und natürlich ruft man bei sowas die Feuerwehr. Verwirrt war ich (und bin ich immer noch) von Wort 'Reagenzglas'.