MAUERFALL

Ausstellung zeigt Stimmung zur Wendezeit

Die friedliche Revolution in der DDR und der Mauerfall bewegen in diesen Tagen auch die Menschen in Pasewalk. Eine Fotoausstellung weckt ihre Erinnerungen.
Bei Hannelore Fahr und Ingrid Diesch weckte die Ausstellung Erinnerungen. Foto: Ulrike Müller
Bei Hannelore Fahr und Ingrid Diesch weckte die Ausstellung Erinnerungen. Ulrike Müller
Manfred Wolf hatte zur Fotoausstellung in der Nikolaikirche Pasewalk extra eine Lupe mitgebracht und erkannte auf den Fotos vi
Manfred Wolf hatte zur Fotoausstellung in der Nikolaikirche Pasewalk extra eine Lupe mitgebracht und erkannte auf den Fotos viele Mitstreiter von damals. Er war gleich nach dem Mauerfall in Berlin. Ulrike Müller
Pasewalk.

Mit den Fotos ist alles wieder ganz nah: Die Demonstrationen, das Singen in der Kirche, das Aufbegehren der Menschen. Anke Holstein vom Pasewalker Stadtmuseum hat die Fotoschau in der Nikolaikirche organisiert. Gezeigt werden Bilder von Christoph Gentz.

Die lebendigen Schwarz-Weiß-Bilder hielten Stimmungen fest und ließen Platz für all die Geschichten herum. Viele Besucher gingen ganz nah heran, um Gesichter zu erkennen. Jörg Zimmermann war damals Küster und mit der Kirche verbunden: „Die Kirche war ja immer schon im Sozialismus in der Opposition. Damals im Herbst 1989 gab sie den Raum für das Aufbegehren der Menschen“, sagt er. Er erinnert sich an die vielen Menschen, die in die Kirche drängten. Menschen, die man vorher dort nie gesehen hatte. Am 1. November gab es das Friedensgebet in Pasewalk. Jörg Zimmermann war beim Chor, als die Mauer fiel. Dann verbrachte er den Abend vor dem Fernseher und versuchte zu fassen, was er sah.

Auch junge Leute interessieren sich für Ausstellung

Manfred Wolf hingegen hatte beruflich in Berlin zu tun und lief am 11. November mit Tausenden über den Kurfürstendamm. „Wahnsinn“, beschreibt er sein Gefühl. Vorher hatte er mit demonstriert und seine Stimme erhoben für die Freiheit. „Die Menschen, die den Mut fanden, auf die Straße zu gehen, kann man nur bewundern. Und man muss ihnen heute danken“, sagt Hannelore Fahr. Die Pasewalkerin war mit ihrer Schwester zur Ausstellung erschienen. Beide sind nach eigenen Worten angekommen in der Einheit Deutschlands. „Obwohl nicht alles so lief, wie es sein könnte“, meint Ingrid Diesch nachdenklich. Viele, die versucht hätten, hier zu bleiben, seien gescheitert. Birgit und Karl-Heinz Schröder haben das Auf und Ab nach der Wende in ihrem Lehrerberuf hautnah gespürt. „Das waren harte Zeiten“, erklärt Birgit Schröder. Auch junge Leute besuchten die Ausstellung und fragten, wie es damals war. So gab es angeregte Gespräche zwischen den Besuchern.

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