Sie haben zusammen in Litauen die Nato verteidigt. Jetzt wurden Soldaten aus Viereck in Pasewalk für ihre Leistung ausgez
Sie haben zusammen in Litauen die Nato verteidigt. Jetzt wurden Soldaten aus Viereck in Pasewalk für ihre Leistung ausgezeichnet. Susanne Böhm
Ein Panzer stand im Eingangsbereich des Rückkehrer-Appells.
Ein Panzer stand im Eingangsbereich des Rückkehrer-Appells. Susanne Böhm
Bundeswehr-Deko: Diese Gewehr-Pyramide war am Rande des Rückkehrer-Appells zu sehen.
Bundeswehr-Deko: Diese Gewehr-Pyramide war am Rande des Rückkehrer-Appells zu sehen. Susanne Böhm
Die Litauen-Rückkehrer aus Viereck bekamen das Fahnenband – die höchste Auszeichnung für die Leistung ein
Die Litauen-Rückkehrer aus Viereck bekamen das Fahnenband – die höchste Auszeichnung für die Leistung einer Truppe. Susanne Böhm
Krieg in der Ukraine

▶ Bataillon in Viereck schickt wieder Soldaten nach Litauen

250 Männer und Frauen vom Bundeswehrstandort in Vorpommern sind gesund von der Nato-Ostflanke zurück gekehrt. Schon bereiten sich die nächsten auf den gefährlichen Einsatz im Baltikum vor.
Viereck

Mit dem Fahnenband, der höchsten Auszeichnung, die Deutschland für die Leistung einer Truppe zu vergeben hat, wurden jetzt 250 Soldaten vom Bundeswehrstandort Viereck nach ihrem Einsatz in Litauen zurück in der Heimat begrüßt. Die Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren waren die ersten aus Vorpommern, die seit Beginn des Ukraine-Kriegs sechs Monate lang an der Grenze zu Weißrussland die Nato-Ostflanke verteidigten.

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„Litauen wird uns nicht loslassen. Nach dem Einsatz, ist vor dem Einsatz“, sagte Oberstleutnant Daniel Andrä bei dem feierlichen Appell an der ehemaligen Kürassierkaserne in Pasewalk. Andrä war in Litauen Kommandeur der insgesamt rund 1800-köpfigen Nato-Truppe. Schon im kommenden Februar werden wieder rund 250 Soldaten vom Panzergrenadierbataillon 411 aus Viereck im Baltikum eingesetzt, kündigte er an.

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Alle gesund zurück

Auch wenn „schneidender Wind“ entgehen wehe, „wir standen und stehen unseren Mann und unsere Frau, auch wenn die Rahmenbedingungen alles andere als komfortabel sind“. Wer zu Zeiten des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine in Litauen an der Grenze zu Kaliningrad stationiert ist, erlebe „eine historische Herausforderung in unsicheren Zeiten. Wenn Russland nicht in der Ukraine gestoppt wird, sind wir die Nächsten“. Er sei froh, dass vom ersten Einsatz „alle gesund nach Hause zurückkehren konnten“.

Der Krieg in unmittelbarer Nachbarschaft hat natürlich Auswirkungen auf die Arbeit des seit 2017 in Litauen stationierten Nato-Bataillons, sagte Christian Nawrat, General der Panzergrenadierbrigade 41 Vorpommern aus Neubrandenburg, zu der der Stützpunkt bei Viereck gehört. Bislang seien die Auswirkungen nicht praktischer Natur, man sei sich aber der Gefahr bewusst. „Wir wissen nur begrenzt, wie das System um Putin herum tickt, zu welchen Entscheidungen Russland fähig ist.“ Angst sei „kein guter Ratgeber“. Ziel sei, „Russland gegenüber deutlich zu machen, dass wir jeden Quadratzentimeter vom Nato-Territorium verteidigen werden. Auftragserfüllung steht an erster Stelle“. Der Auftrag laute, „für die Verteidigung der Nato bereit zu stehen. Das ist genauso, als wenn wir Deutschland verteidigen“.

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Angriff, Verteidigung und Rückzug werden geübt

Der multinationale Kampfverband „Enhanced Forward Presence“ sichert im Baltikum die Ostflanke. Die Arbeitsaufgaben seien vielfältig. Zum Beispiel müsse die Arbeitssprache Englisch perfektioniert werden, erklärte Nawrat. Knapp 2000 Soldaten würden die Zusammenarbeit trainieren. Gefechtsbereitschaft werde hergestellt, dazu gehörten Angriff, Verteidigung, gegebenenfalls auch Rückzug. Neben dem Umgang mit dem Schützenpanzer Marder werde auch die Bedienung von Handfeuerwaffen, Drohnen, Artilleriegeschossen, Spähfahrzeugen und mehr trainiert. Bei allem sei es außerordentlich wichtig, „alle wieder heil zurück zu bringen“.

Neben den Viereckern und weiteren Verbänden der Panzergrenadierbrigade 411 erhielt auch das Fernmeldebataillon 610 aus Prenzlau das Fahnenband.

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