Probleme in der Landwirtschaft
Bauern kämpfen mit Spätfolgen des Dürrejahres

Geschäftsführer Horst Wendt (rechts), hier mit seinem Mitarbeiter Jörg Wall, rechnet in diesem Jahr mit keinen guten Erträgen. Raps wurde und wird umgebrochen, und auch das Getreide hat sich schlecht entwickelt.
Geschäftsführer Horst Wendt (rechts), hier mit seinem Mitarbeiter Jörg Wall, rechnet in diesem Jahr mit keinen guten Erträgen. Raps wurde und wird umgebrochen, und auch das Getreide hat sich schlecht entwickelt.
Fred Lucius

So etwas hat Landwirt Horst Wendt auch noch nicht erlebt: In diesem Jahr wird in seinem Betrieb kein Raps geerntet, obwohl die Feldfrucht 2018 angebaut wurde.

Auf den Feldern der Krackower Marktfrucht GmbH wird es in diesem Jahr keine Rapsfelder geben. „Im Herbst haben wir schon einen Teil umgebrochen, jetzt im Frühjahr folgt die andere Hälfte. Auf die Flächen kommt Mais“, sagt Geschäftsführer Horst Wendt. Eine solche Situation habe er als Landwirt noch nicht erlebt. Nach der Herbstbestellung sei wegen der Trockenheit ein Großteil des Rapses nicht aufgelaufen oder aufgelaufene Pflanzen seien vertrocknet. Bei dem verbliebenen Bestand rechne er mit schlechten Erträgen von nicht einmal 20 Dezitonnen je Hektar. Der zu erwartende Erlös decke damit nicht mehr die Kosten. Den Mehraufwand für den Umbruch und die Neubestellung beziffert Wendt auf rund 200 Euro je Hektar.

Neben der Trockenheit gibt es noch ein anderes Problem

Neben der Trockenheit würden die Landwirte auch unter dem Verbot leiden, gebeiztes Rapssaatgut einzusetzen. Die Beizung habe jedoch nur die Schädlinge bekämpft und keine anderen Insekten wie Bienen. Nun müssten die Bauern die Bestände drei Mal spritzen, wobei ihnen dann vorgehalten werde, ständig mit Pflanzenschutzmitteln zu arbeiten. Auch bei den Rüben dürfe gebeiztes Saatgut nicht mehr verwendet werden. Und bestimmte chemische Mittel zur Unkrautvernichtung dürften im nächsten Jahr auch nicht mehr eingesetzt werden. Ohne unkrautfreie Bestände sei ein ordentlicher Rübenanbau jedoch nicht möglich. „Nur gesunde und unkrautfreie Pflanzen sind auch leistungsfähig und bringen Erträge“, erklärt Horst Wendt.

Die Nachwirkungen der Trockenheit von 2018 seien auch beim Getreide zu spüren. Die Bestände seien dünn und schlecht entwickelt, sodass keine Spitzenerträge zu realisieren seien. „Wenn im Frühjahr noch eine längere Trockenheit hinzukommt, wird es knapp. Wir bräuchten noch ungefähr 100 Liter Wasser pro Quadratmeter im Frühjahr“, sagt der Landwirt.

Die Krackower Marktfrucht GmbH, die rund 1000 Hektar bewirtschaftet, hat im Jahr 2018 Dürrehilfe beantragt und abschlagsweise auch ausbezahlt bekommen. „Das ist wie mit einem Eimer Wasser, den man ins Feuer kippt. Das hilft nur kurzfristig.” Viel mehr wäre den Landwirten geholfen, wenn Betriebe aus guten Jahren für die Zukunft Rücklagen bilden dürften. Damit tue sich die Politik allerdings schwer.