MAISTAG IN RAMIN

Bauern von Mais-Ernte schon jetzt enttäuscht

Landwirte in Vorpommern erwarten zwar nicht ganz so schlechte Ergebnisse wie im Dürrejahr 2018, aber Erträge deutlich unter dem Durchschnitt. Auch der Bioenergie-Park in Krackow hat darunter zu leiden.
Fred Lcuius Fred Lcuius
Immerhin musste der Maistag nicht ausfallen wie noch im Dürrejahr 2018. Trotzdem rechnen die Landwirte in Vorpommern auch
Immerhin musste der Maistag nicht ausfallen wie noch im Dürrejahr 2018. Trotzdem rechnen die Landwirte in Vorpommern auch in diesem Jahr mit Mindererträgen im Vergleich zu einer normalen Ernte. Fred Lucius
Ramin.

Das ist nur ein schwacher Trost für die Landwirte in Vorpommern: Ganz so schlecht wie im vergangenen Jahr dürfte die Maisernte in diesem Jahr nicht ausfallen. Beleg dafür könnte sein, dass die Feldbesichtigung beim diesjährigen Maistag in Ramin nicht wie 2018 ausfiel. Vor einem Jahr war der Mais Anfang September größtenteils vertrocknet, eine Besichtigung der Sorten hatte keinen Sinn. „Für dieses Jahr hatten wir uns bessere Bedingungen gewünscht. Unsere Hoffnung hat sich nur zum Teil erfüllt“, sagte beim 14. Maistag in Ramin Robert Buddrus, Leiter Landwirtschaft des Nawaro Bioenergie-Park Klarsee in Krackow.

Nawaro organisiert den Maistag, Ausrichter ist die Raminer Agrar GmbH. Buddrus zufolge hat der Mais unter der anhaltenden Trockenheit und der Hitze gelitten, das gelte auch für die Nawaro-Lieferanten in Polen. Die Abreife beim Mais sei weit fortgeschritten. Der Biopark benötigt um die 410.000 Tonnen Mais im Jahr, um daraus 20 Megawatt Strom für bis zu 60.000 Haushalte zu erzeugen. Die Reserve des Bioparks beziffert der Leiter Landwirtschaft auf aktuell 100.000 Tonnen, womit man etwa drei Monate auskomme.

Raminer rechnen mit 60 Prozent einer normalen Ernte

„Wir rechnen bei der Ernte insgesamt mit Mindererträgen von etwa 20 Prozent. Deshalb haben wir zusätzliche Mengen gebunden, um einen zusätzlichen Sicherheitspuffer zu haben und Anschluss an die Ernte 2020 zu bekommen“, erklärte Robert Buddrus. Wie genau des Ernteergebnis ausfallen wird, stehe erst im Oktober fest. Dann müsse man entscheiden, ob weitere Mengen zugekauft werden.

Beim Gastgeber, der Raminer Agrar GmbH, ist nach Angaben von Geschäftsführer Harald Nitschke etwa die Hälfte des Maisbestandes abgeerntet. „Wir erwarten einen Ertrag von etwa 60 Prozent einer normalen Ernte“, sagte Harald Nitschke. Die Versorgung der Tiere mit Futter und der Biogasanlage mit Rohstoff könne trotzdem gewährleistet werden. Im Frühjahr habe man 100 Hektar Raps umgebrochen und mit Mais bestellt. Damit werde man „gerade so hinkommen“.

Erstmals in diesem Jahr hat der Raminer Betrieb Mais mit einer speziellen Maschine in Dämmen angebaut, ähnlich wie bei Kartoffeln. Harald Nitschke zufolge erhöht man mit dem Damm die Erwärmung und die Nährstoffkonzentration im Boden. Für den Maisanbau in Dammkultur hatte in Ramin der Pflanzenbau-Experte Jan Juister aus Hude (Niedersachsen) in seinem Vortrag geworben.

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