Turbulenzen um Wohnungsbaufirma
Strasburger Gleichstellungsbeauftragte gibt Amt auf

Seit 2009 ist Andrea Müller Gleichstellungsbeauftragte in der Stadt Strasburg. Weil es in Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit beim Wohnungsunternehmen GWG persönliche Angriffe gab, tritt sie von diesem Ehrenamt zurück.
Seit 2009 ist Andrea Müller Gleichstellungsbeauftragte in der Stadt Strasburg. Weil es in Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit beim Wohnungsunternehmen GWG persönliche Angriffe gab, tritt sie von diesem Ehrenamt zurück.

Die Turbulenzen um die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Strasburg (GWG) nehmen keine Ende. Haben diese nun – ausgerechnet am Abend vor dem Frauentag – zum Rücktritt der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Strasburg geführt?

Die Stadt Strasburg hat keine Gleichstellungsbeauftragte mehr. „Aufgrund von persönlichen Angriffen und massiven Anschuldigungen gegen meine Person und öffentliche Diffamierungen gegen meine Familie lege ich mit sofortiger Wirkung mein Amt als Gleichstellungsbeauftragte dieser Stadt nieder“, teilte Andrea Müller am Donnerstagabend in der Stadtvertretertagung mit.

Sie ist seit Ende 2015 bei der GWG beschäftigt. Als Sozialarbeiterin kümmert sie sich unter anderem um die Belange älterer Mieter, damit diese möglichst lange in ihrer Wohnung bleiben können. Für sie sei es aufgrund der persönlichen Angriffe moralisch nicht mehr tragbar, die Aufgaben einer Gleichstellungsbeauftragten zu übernehmen. „Die Stadt Strasburg bricht sozial auseinander, das Miteinander von Vertretern der Stadt, der Verwaltung, der Vereine sowie der Bevölkerung in unserer Stadt ist kaum noch zu spüren“, erklärte Andrea Müller. Ihre Arbeit in der GWG könne man nicht losgelöst vom Ehrenamt betrachten. Wie solle sie als Gleichstellungsbeauftragte tätig sein, wenn es ständig Gerüchte um ihre Person in Zusammenhang mit der GWG gebe?, fragt sie. Sie dankt öffentlich allen Menschen, die sie in den letzten zehn Jahren bestärkt, begleitet, unterstützt und motiviert haben und mit ihr gemeinsam an Strasburg glaubten. Nichts anderes sei ihr Bestreben gewesen.

Nach Nordkurier-Informationen wurde neben dem fristlos entlassenen Geschäftsführer auch eine Mitarbeiterin der GWG gekündigt. Deren Stelle soll nicht neu besetzt werden. Eine Entlassung von Andrea Müller wird derzeit geprüft. Dem Vernehmen nach klagt Geschäftsführer Lutz Zimmermann mit einem Anwalt gegen seine Entlassung.

Die Prüfung der Geschäftsvorgänge bei der GWG durch die Kommunalaufsicht des Kreises zieht sich unterdessen hin. Bürgermeisterin Heike Hammermeister-Friese (CDU) hatte gehofft, bis zur Stadtvertretersitzung am Donnerstag einen Bericht vorliegen zu haben. Doch an diesem Tag habe die kreisliche Behörde noch geprüft. „Der Bericht könnte also erst in ein paar Wochen vorliegen. Eine Prognose ist schwierig“, sagte sie.