VOLLE AUFTRAGSBÜCHER

Bei den Handwerkern gibt es keinen Corona-Stillstand

Die Corona-Pandemie trifft nahezu jeden Lebensbereich. Wie sind Handwerker bislang durch die Krise gekommen? Und wie schätzen sie die Aussichten für die kommenden Monate ein? Zwei Maler- und ein Metallbaumeister jedenfalls sind zuversichtlich.
Eckhard Duchow (links) und Ricardo Pagel vom Malerbetrieb Wilfried Strohschein sind mit der Renovierung einer Wohnung in der P
Eckhard Duchow (links) und Ricardo Pagel vom Malerbetrieb Wilfried Strohschein sind mit der Renovierung einer Wohnung in der Pasewalker Lessingstraße beschäftigt. In Zweier-Teams arbeiten die Mitarbeiter hauptsächlich in freien Wohnungen. Fred Lucius
Nach und nach tritt Mirko Strohschein mit einer eigenen Firma in die Fußstapfen seines Vaters Wilfried.
Nach und nach tritt Mirko Strohschein mit einer eigenen Firma in die Fußstapfen seines Vaters Wilfried. Fred Lucius
Pasewalk.

Die Renovierung der Wohnung in der Pasewalker Lessingstraße geht dem Ende entgegen.„Etwa eineinhalb bis zwei Wochen brauchen wir für eine Wohnung, mit Trocknung“, sagt der Pasewalker Malermeister Wilfried Strohschein. Während seine Mitarbeiter in der Lessingstraße werkeln, sind die seines Sohnes Mirko in der benachbarten Pestalozzistraße tätig. Seit Jahresbeginn tritt der 41-jährige Malermeister mit einer eigenen Firma in die Fußstapfen des Vaters (66), in dessen Betrieb er zuvor gearbeitet hat. „Die Corona-Krise hatte bislang wenig Auswirkungen auf unsere Aufträge“, sagt Wilfried Strohschein. Im Schnitt seien jetzt kleine Zweier-Teams mit den Malerarbeiten beschäftigt, meist in leer gezogenen Wohnungen. Eine weitere Variante sei, dass Mieter für die Zeit ihrer Abwesenheit die Schlüssel an die Mitarbeiter übergeben.

Noch Überhänge aus dem Vorjahr

Mit den Auftraggebern, meist Wohnungsvermieter, würden die Arbeiten jetzt überwiegend per Telefon und nicht wie sonst vor Ort besprochen. „Wo kleinere Reparaturen anstehen und etwa Familien mit Kindern zu Hause sind, müssen wir Arbeiten auch schon einmal absagen und verschieben“, erklärt der 66-Jährige, der im November wegen der bevorstehenden Betriebsaufgabe sein Amt als Obermeister der Maler- und Lackierer-Innung Uecker-Randow abgegeben hat.

Trotz Corona sind die beiden Malermeister auch für 2021 zuversichtlich. „Wir haben noch einen Überhang von 2020 abzuarbeiten. Es gibt aber auch schon neue Aufträge. Für die nächsten vier, fünf Wochen ist uns nicht bange“, sagt Mirko Strohschein.

Fachkräfte fehlen, um die Aufträge abzuarbeiten

Etwa bis zur Jahreshälfte 2021 mit seinem Metallbetrieb in Strasburg ist René Krönert ausgelastet, der als Inhaber auch die Firma Gebäudeservice Zabel in Strasburg leitet. „Wir sind als Metallbauer auch im Aufzuggeschäft tätig. Da ist von Corona gar nichts zu merken“, sagt Krönert. Während vor zehn Jahren im Metallbereich Auftragsknappheit bei ausreichend Personal herrschte, sei es jetzt anders herum. „Heute fehlen die Fachkräfte, um die Aufträge abzuarbeiten“, erklärt der Metallbaumeister.

Im Bereich Gebäudeservice habe die Firma seit Jahren viele Daueraufträge, die kontinuierlich Arbeit sichern. Auch hier könne er positiv in die Zukunft blicken. Durch die Corona-Pandemie seien im Reinigungsbereich eher Aufträge hinzugekommen als weggefallen, etwa durch notwendige und vorgeschriebene Desinfektionen in bestimmten Objekten. „Wenn bei einem privaten Auftraggeber eine Fensterreinigung innen nicht möglich ist, lassen wir die weg und putzen nur außen“, erklärt René Krönert.

JETZT NEU: CORONA-UPDATE PER MAIL

Der tägliche Überblick über die Fallzahlen, aktuellen Regelungen und neuen Entwicklungen rund um das Corona-Virus in Mecklenburg, Vorpommern und der Uckermark.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Pasewalk

zur Homepage