Rekordjahr

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Bei uns sind die Störche noch fleißig!

Mitte Juni kamen drei abgeworfene Jungstörche zu Jens Krüger auf den Storchenhof nach Papendorf. Hier wurden sie wieder aufgepäppelt.
Mitte Juni kamen drei abgeworfene Jungstörche zu Jens Krüger auf den Storchenhof nach Papendorf. Hier wurden sie wieder aufgepäppelt.
Fred Lucius

In einigen Dörfern konnte man Horstkämpfe beobachten, in anderen Orten wiederum wurden Jungstörche abgeworfen. Keine guten Voraussetzungen für eine positive Bilanz. Doch 2014 ist ein Rekordjahr, das letztlich eine wichtige Frage aufwirft.

Das ist mal wieder eine erfreuliche Bilanz: In diesem Jahr sind in der Uecker-Randow-Region deutlich mehr Störche flügge geworden als 2013. Zwischen Penkun und dem Haff zogen die Rotschnäbel 153 Junge groß. Das ist eines der besten Ergebnisse seit Jahren und übertrifft die Zahl des Vorjahres (88) deutlich.

Wie Henry Lemke und Jens Krüger vom Verein Storchenpflegehof Papendorf auflisten, gab es in diesem Jahr 75 Brutpaare, davon 60 mit Jungen. Zuletzt wurde dieses Ergebnis im Jahr 2004 erreicht bzw. überboten. „Wir hatten in diesem Jahr auch Horstkämpfe, nach denen Eier oder Jungvögel abgeworfen wurden. Aber es war längst nicht so extrem wie etwa im Jahr 2012“, erklärt Henry Lemke. Auch das Wetter war positiv für die Aufzucht der Jungen. Nur vereinzelt gab es Unwetter. Im vergangenen Jahr starben nach zwei Tagen Dauerregen und Kälte zahlreiche Jungstörche.

„Entscheidend für ein gutes Storchenjahr ist die Witterung und das Nahrungsangebot. Das kann man nicht getrennt voneinander betrachten. Fehlt die Nahrung, werden Eier und Junge abgeworfen“, sagt Jens Krüger. Dies war in Ferdinandshof, Schönwalde, Groß Luckow oder Mewegen der Fall. Am häufigsten gab es in diesem Jahr erfolgreiche Zweier-Bruten (27). 24 Paare zogen drei Jungstörche groß und sechs Paare hatten vier Junge. Letztere gab es in Belling, Fahrenwalde, Gellin, Lauenhagen, Papendorf und Ueckermünde (Störtebeckerweg). Drei Paare hatten nur einen Jungstorch, 15 blieben in diesem Jahr ohne Nachwuchs.

„Erfreulich ist, dass alle fünf Storchen-Horste in Pasewalk zumindest zeitweilig besetzt waren. Da stellt sich die Frage, ob Pasewalk die storchenreichste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern ist“, sagt Jens Krüger. Während das Nest am Pulverturm nur besucht wurde, zogen die Adebare in der Anklamer Straße, am alten Gaswerk und auf dem Turm Kieck in de Mark jeweils drei Junge groß. Die Rotschnäbel auf dem Mühlentor blieben ohne Nachwuchs.

Laut Liste des Storchenpflegehofes gibt es in der Uecker-Randow-Region gegenwärtig 98 Horste. „Wenn ein Storchennest in der Nähe ist, macht es wenig Sinn, ein weiteres aufzustellen. Da sind Horstkämpfe vorprogrammiert. Oder die angestammten Paare siedeln um“, erklärt Henry Lemke. Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Nest aufzustellen, sollte dies mit den Mitgliedern des Storchenpflegehofes besprechen. Durch den Verein wurden in diesem Jahr 88 Jungstörche beringt – auch das ist Rekord.