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Beim Winterdienst müssen die Anwohner jetzt selbst ran

Heinz Kramm wohnt in der Strasburger Birkensiedlung. Nun muss er dort den Winterdienst auf Gehweg und der halben Straße erledigen. Montage: NK, Foto: Fred Lucius
Heinz Kramm wohnt in der Strasburger Birkensiedlung. Nun muss er dort den Winterdienst auf Gehweg und der halben Straße erledigen. Montage: NK, Foto: Fred Lucius

Das wird bei einigen Strasburgern wohl keinen Jubel auslösen: Ab dem kommenden Jahr sind sie für den Winterdienst selbst verantwortlich. Weil es eine neue Straßenreinigungssatzung gibt, wird in einigen Straßen und Wegen nicht mehr geräumt.

Die „frohe Botschaft“ hat Heinz Kramm noch gar nicht vernommen. Er säubert gerade Gehweg und Rabatte vor seinem Haus in der Birkensiedlung. Ab dem kommenden Jahr ist er wie alle anderen Anwohner der Birkensiedlung auch für den kompletten Winterdienst auf dem Gehweg und der halben Fahrbahn zuständig. Im letzten Winter ist das städtische Räumfahrzeug hier noch durchgefahren. „Was soll man machen. Ändern kann man doch nichts“, resigniert der 69-Jährige. Erst einmal will er das Schneeschippen selbst übernehmen. Und er will sehen, wie sich die Nachbarn entscheiden, ob diese den Winterdienst womöglich einem Unternehmen übertragen.

„Eine Sauerei ist das“, schimpft hingegen eine Frau aus dem 2. Siedlungsweg. Auch hier räumt die Stadt nicht mehr. Vor allem Rentner könnten den Winterdienst nicht alleine bewältigen, wettert die Strasburgerin. Mit der beschlossenen Straßenreinigungssatzung fallen einige Straßen und Wege aus der Zuständigkeit der Stadt, verantwortlich sind die Grundstückeigentümer. Dies betrifft auch Straßen in den Ortsteilen. „Es handelt sich dabei um Stichstraßen wie den Amsel- oder Kastanienweg oder Anliegerstraßen wie die Birkensiedlung“, erläutert Bauamtsleiterin Anke Heinrichs. Laut Gesetz könne die Stadt die Reinigungspflicht auf Anlieger übertragen. Die alte Satzung, so Anke Heinrichs, stammt aus dem Jahr 2005, die zugrunde gelegte Kostenkalkulation aus dem Jahr 2007. Seitdem hätten sich Lohn-, aber auch Spritkosten erhöht.

Unternehmen für Winterdienst anheuern

Gestiegen sei für die Stadt auch der Räumaufwand auf den Haupt- und Nebenstraßen. „So schieben wir jetzt beispielsweise den Geh- und Radweg bis zum Imbiss am Stadtsee. Den gab es früher noch nicht“, verdeutlicht Anke Heinrichs. Die Straßen, die aus dem Winterdienst herausfallen, würden auch nicht mehr von der Stadt berechnet. In einigen Ortsteilen wie Schneidershof oder Marienfelde werde die Stadt aber weiter beräumen, weil sie das Fahrzeug ohnehin dort hinfährt. „Es wäre ja Unsinn, am Ortseingangsschild aufzuhören“, meint die Bauamtsleiterin.

Wer selber den Winterdienst nicht erledigen kann, kann dies einem Dritten, beispielsweise einem Unternehmen, übertragen. Die Straßenreinigungssatzung mit den Reinigungsklassen und Zuständigkeiten wird im nächsten Stadtanzeiger veröffentlicht, so Anke Heinrichs.