PERSONALPROBLEME

Beratungsstelle fährt Angebot stark zurück

In die Beratungsstelle kamen Schwangere, Eltern mit Erziehungsproblemen, Menschen in Lebenskrisen, Paare mit Schwierigkeiten – doch das Angebot der gemeinnützigen Evangelischen Beratungsdienste Nordost GmbH gibt es nicht mehr. In Strasburg macht eine ehemalige Mitarbeitern ehrenamtlich weiter.
Fred Lucius Fred Lucius
Die Krabbelgruppe, die bislang in den Räumen der gemeinnützigen Evangelischen Beratungsdienste Nordost GmbH zusammenkam, soll es weiterhin geben.
Die Krabbelgruppe, die bislang in den Räumen der gemeinnützigen Evangelischen Beratungsdienste Nordost GmbH zusammenkam, soll es weiterhin geben. Fred Lucius/Archiv
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Strasburg.

Für viele Menschen war das in den vergangenen 15 Jahren eine wichtige Hilfe: Das Angebot der gemeinnützigen Evangelischen Beratungsdienste Nordost GmbH für Menschen in allen Altersgruppen in Lebenskrisen, Problemen in der Beziehung und bei der Erziehung sowie für Schwangere. Doch die Beratung und therapeutische Hilfe in Pasewalk und Strasburg durch die gemeinnützige Gesellschaft ist zum Jahresende 2018 eingestellt worden, wie Diplom-Sozialpädagogin Gudrun Riedel aus Strasburg mitteilt.

Um die 400 Personen seien in beiden Städten betreut worden. Hintergrund für das Aus ist nach den Worten von Gudrun Riedel ihr Wechsel in den Ruhestand mit dem Jahresende. Die Gesellschaft fortzuführen, sei erfolglos geblieben. Um zumindest einen kleinen Teil des Angebots aufrecht zu erhalten, bietet die 64-Jährige nun als Rentnerin eine ehrenamtliche Beratung in Strasburg an – zwei halbe Tage in der Woche. Dazu zählen die Einzel- und Paarberatung, die Mutter- und Kind-Beratung sowie die Superversion (Klärung von Konflikten im Beruf, Problemen innerhalb eines Teams). „Zum einen möchte ich begonnene Beratungen fortführen und gut beenden. Zum anderen ist es mir wichtig, dass ein gewisses Angebot in der Stadt Strasburg erhalten bleibt”, sagt Gudrun Riedel.

Strasburg sei ein sozialer Brennpunkt

Die Uckermarkstadt ist aus ihrer Sicht ein sozialer Brennpunkt, was auch das kreisliche Jugendamt bestätigt habe. Die „Bindungsfähigkeit” der Paare sei heute nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Das schlage sich auf die Kinder nieder. In Strasburg gebe es zahlreiche Familien, die in einer schwierigen Lage stecken, manchmal schon über mehrere Generationen. Zur Paar-Beratung seien nach Strasburg aber auch Personen von außerhalb, etwa aus Neubrandenburg, gekommen.

Fortgeführt werden soll auch die die Krabbelgruppe. Eltern mit ihren Kleinkindern bis zum ersten Lebensjahr treffen sich dazu das erste Mal wieder am Montag, 14. Januar, um 9 Uhr im Alten Gemeindehaus.

Gudrun Riedel hofft, dass das einstige Beratungsangebot der gemeinnützigen Nordost GmbH künftig durch das Kreisdiakonische Werk Greifswald fortgeführt wird. Dieser Verein bemühe sich um Zuschläge für Beratungsleistungen etwa in der Erziehungs- und Schwangerenberatung. „Ich hoffe, dass es bis Mitte des Jahres eine Lösung gibt”, sagt die Strasburgerin.

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