LIQUIDATION

Betreiber gibt Ferienanlage Plöwen auf

Generationen von Schülern haben in der Jugendbegegnungsstätte Am Kutzow-See in Plöwen Ferien verbracht. Die Gesellschaft, die die Einrichtung betreibt, ist nun in Liquidation. Ferien-Sommercamps soll es in diesem Jahr dort trotzdem geben.
In den Sommermonaten stehen in der Plöwener Jugendbegegnungsstätte 200 Betten zur Verfügung. Die Unterbringung
In den Sommermonaten stehen in der Plöwener Jugendbegegnungsstätte 200 Betten zur Verfügung. Die Unterbringung erfolgt in Bungalows, Finnhütten (unbeheizbar) oder in einem massiven Gebäude mit Mehrbettzimmern mit Waschbecken. Duschen und WCs stehen gemeinschaftlich zur Verfügung. Nordkurier-Archiv
Was aus der Anlage in Plöwen wird, ist noch offen.
Was aus der Anlage in Plöwen wird, ist noch offen. Nordkurier-Archiv
Die Jugendbegegnungsstätte Plöwen bietet Workshops und Feriencamps an.
Die Jugendbegegnungsstätte Plöwen bietet Workshops und Feriencamps an. ZVG
Plöwen.

Im Handelsregister des Amtsgerichts Neubrandenburg ist gemeinnützige Jugendbegegnungsstätte Am Kutzow-See Plöwen GmbH unter der Nummer HRB 7799 geführt. Noch. Ende des Jahres könnte die Firma gelöscht sein. Denn die Gesellschafter der Firma, der Awo-Kreisverband Uecker-Randow sowie der Verein Am Kutzow-See, haben die Liquidation (Auflösung) der gemeinnützigen GmbH beschlossen. „Dieser Beschluss wurde am 27. November getroffen“, sagt Vereinsvorsitzender Gerd Giese. Zum Liquidator wurde der Neubrandenburger Rechtsanwalt Jean Zollatz berufen. Geschäftsführer Helmut Grams, der auch Geschäftsführer des Awo-Kreisverbandes Uecker-Randow ist, trat zum 31. Dezember von seinem Posten bei der Jugendbegegnungsstätte Am Kutzow-See Plöwen gGmbH zurück. Eigentümer der Immobilie ist der Landkreis Vorpommern-Greifswald, der einen Pachtvertrag mit dem Verein zur Bewirtschaftung geschlossen hatte. Seit 2012 ist die GmbH dafür zuständig.

„Die Zahl der Übernachtungen reicht einfach nicht aus”

Helmut Grams zufolge schreibt das Unternehmen mit der Ferienanlage seit etwa vier Jahren rote Zahlen. „Um einen Umsatz von 250.000 bis 300.000 Euro zu erwirtschaften, bräuchte man etwa 8.500 Übernachtungen im Jahr. In guten Zeiten sind wir gerade einmal auf 6.500 gekommen. Ein solches Defizit kann sich die GmbH auf Dauer nicht leisten. Deshalb mussten wir die Reißleine ziehen“, erklärt Grams. Auch Maßnahmen oder Projekte, die die Saison verlängern, hätten nicht zu einer höheren Übernachtungszahl geführt.

Einen weiteren Partner aus der Region zur Unterstützung habe man nicht finden können. Eine Insolvenz hat man nach den Worten von Grams abwenden können, mit der Auflösung der Firma gehe nicht alles unter. Der Landkreis habe versucht, die Betreiber-Firma zu unterstützen. Der „große Wurf“ sei damit aber nicht gelungen. Der Kreis habe wegen der eigenen angespannten Finanzlage keine Gelder für seit Langem notwendige Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung stellen können.

Der neue Betreiber muss Geld mitbringen

Nach Angaben von Rechtsanwalt Zollatz gibt es für dieses Jahr bereits zahlreiche Vorbuchungen für mehrere Feriencamps im Sommer. „Diese Ferienlager werden auch stattfinden“, unterstreicht der Rechtsanwalt. Da die vier gekündigten Mitarbeiter längere Kündigungsfristen hätten, stünden sie für die Betreuung der Ferienlager zur Verfügung. Die Jugendbegegnungsstätte habe nicht nur in der Region einen hohen Bekanntheitsgrad. „Für die Ferienstätte brauchen wir nun einen neuen Betreiber. Aber der muss auch Geld mitbringen“, macht Zollatz deutlich. Der Verein Am Kutzow-See ist nach Angaben von Gerd Giese allein nicht in der Lage, die Jugendbegegnungsstätte fortzuführen.

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Kommentare (1)

"... schreibt das Unternehmen mit der Ferienanlage seit etwa vier Jahren schwarze Zahlen. 'Um einen Umsatz von 250.000 bis 300.000 Euro zu erwirtschaften, bräuchte man etwa 8.500 Übernachtungen im Jahr. In guten Zeiten sind wir gerade einmal auf 6.500 gekommen. Ein solches Defizit kann sich die GmbH auf Dauer nicht leisten..."
OMG - schickt Eure Leute bloß mal zu 'nem BWL-Kurs an die Volkshochschule! Wenn sie wirklich schwarze Zahlen geschrieben hätten, wären die Betreiber bestimmt nicht auf die Idee gekommen, die Gesellschaft zu liquidieren!